PCB-Design Diehl Aerospace nutzt seit 20 Jahren die PCB-Design-Software Allegro

Autor / Redakteur: Dirk Müller* / Gerd Kucera

Seit nunmehr 20 Jahren nutzt der Luftfahrtausrüster Diehl Aerospace im Werk Überlingen die PCB-Design-Software Allegro in der Entwicklung. Das Unternehmen ist renommierter Anbieter von Systemlösungen und Funktionsgruppen im Flugzeugbau aus einer Hand vom Cockpit bis zur Kabine. Wie ist es möglich, in einer derart sensiblen Applikation ein und dasselbe PCB-Tool über zwei Jahrzehnte lang einzusetzen?

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Für die Maschinen der neuen Airbus-A350-XWB-Familie liefert der Luftfahrtausrüster Diehl Aerospace hochmoderne Systeme und Komponenten zum Einsatz im Cockpit und in der Avionik. Per Vertrag übernimmt das Unternehmen die Verantwortung für die Entwicklung dieser Systeme der neuesten Generation. Die Entwicklungen umfassen beispielsweise die Hochauftriebssteuerung (Slat Flap Control Computer, SFCC) und das erste vollelektronische Türsystem nebst Notrutschen (Doors and Slides Control System, DSCS). Diehl Aerospace trägt für beide Komponentengruppen die alleinige Systemverantwortung. Fehler im Elektronik-Design kann sich der Luftfahrtausrüster, wie man sich unschwer vorstellen kann, nicht leisten. So kommt Diehl Aerospace nicht umhin, höchste Ansprüche an die Entwicklungsmethoden zu stellen - etwa an das Leiterplatten-Design.

Seit 20 Jahren einander verbunden: Egon Scherer (Konstruktionsleiter Diehl Aerospace, links) und Allegro-Applikationsingenieur Dragan Tasic (einst Valid, heute FlowCAD) (Archiv: Vogel Business Media)

Egon Scherer, Leiter der Konstruktion bei Diehl, erinnert sich noch sehr genau an den Benchmark, den er vor 20 Jahren mit vier führenden Anbietern von PCB-Designlösungen durchgeführte: „Die zu dem Zeitpunkt aktuell eingesetzte PCB-Design-Software konnte die sehr schnell gestiegenen Ansprüche an die Leiterplattentechnologie nicht mehr erfüllen und die Schaltungen waren nur mit Tricks und Hilfskonstrukten umsetzbar. Die Einführung der (heute selbstverständlichen) Blind- und Burried-Via-Technologie überforderte schließlich das Tool. Hinzu kamen auch noch Limitierungen hinsichtlich Rechengeschwindigkeit und Genauigkeit aufgrund des eingesetzten 16-Bit-Rechners. Also musste ein neues Layout-System beschafft werden, das den Leistungsanforderungen moderner Leiterplattentechnologien gerecht wurde.“

Dieser komplexe impedanzkontrollierte Elektronik-Einschub in HDI-Technik wurde mit Allegro 16.2 erstellt. Besondere Herausforderung ist dabei der Lagenaufbau. (Archiv: Vogel Business Media)

Für die damals neue Generation von Leiterplatten waren schnelle Logikschaltungen mit Flankenanstiegs- und -abfallzeiten von 9 bis 13 ns in TTL-Logik zu realisieren (heute liegt die Flankensteilheit bei einem Bruchteil dessen). Und der Mikroprozessor, der in den Avionik-Steuergeräten zum Einsatz kam war ein 80286, der in der schnellen Variante mit 16 MHz taktete.

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