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Anforderungen des Marktes bzw. der Kunden sind der Grund dafür, dass man den einzelnen Standards für Komponenten so große Aufmerksamkeit widmet. Kunden fordern offene Systeme und Interoperabilität bzw. die Möglichkeit, Komponenten von verschiedenen Anbietern gemischt einzusetzen und trotzdem die Garantie zu haben, dass die entsprechende Channel-Leistungsfähigkeit erreicht wird. Beispielsweise sollten ein Cat.-6-Modul von Anbieter X, ein Cat.-6-Installationskabel von Anbieter Y und ein Cat.-6-Patchkabel von Anbieter Z kombiniert werden können, um die Leistung der Class E zu erreichen.
De-embedded Test für Interoperabilität
Um die geforderte Interoperabilität sicherzustellen, wurde im Jahr 2003 der De-embedded-Test eingeführt. Bei diesem Test wird eine definierte „bekannte“ Referenzbuchse verwendet, um Stecker in einer Steckverbindung zu testen. Die Werte der Referenzbuchse werden von den Werten der Steckverbindung abgezogen bzw. getrennt (de-embedded), um das Nahübersprechen (NEXT-Merkmale) des Steckers zu ermitteln. Auf diese Weise werden zwölf qualifizierte Referenzstecker im niedrigen, mittleren und hohen Bereich ermittelt, die dann zum Testen der Steckverbindungen verwendet werden.
Für 10 Gigabit Ethernet wurden zunächst Systeme angeboten, die die Channel-Anforderungen des Protokolls erfüllen sollten. Die neuen Einzelkomponenten bzw. die Spezifikationen für diese Komponenten sollten wie in der Vergangenheit Interoperabilität bzw. den Einsatz gemischter Systeme ermöglichen. Für Cat.-6A- (EIA/TIA) und Cat.-6A- (ISO/IEC) Komponenten wurden in diesem Zusammenhang Re-embedded-Tests eingeführt.
Testverfahren mit einer einzelnen, sehr genauen Messung
Die Grundidee ist mit der für De-embedded-Tests vergleichbar. Hier wird jedoch zuerst der Referenzstecker durch eine neue, präzisere Messmethode qualifiziert – Direktmessung (direct probing) genannt. Dann wird die Differenz zwischen diesem Referenzstecker und den zwölf De-embedded-Referenzstreckern ermittelt. Im dritten Schritt testet man das zu prüfende Produkt am ersten Referenzstecker. Schließlich werden die Ergebnisse rechnerisch ermittelt, die man mit den zwölf De-embedded-Referenzsteckern erhalten hätte – anstatt sie einzeln durchzutesten.
In der Essenz wird das gesamte Testverfahren mit zwölf De-embedded-Referenzsteckern ersetzt durch eine einzige, aber sehr genaue Messung und anschließende Berechnung der Schwankungsbreite im Steckersortiment. Dies führt zu schnelleren und konsistenteren Testergebnissen.
Wie beim Channel ist mit einem Cat.-6A-Steckverbinder gemäss ISO-Spezifikation eine höhere Leistung erreichbar als mit einem Cat.-6A-Stecker gemäss EIA/TIA-Spezifikation.

Nach dem aktuellen Entwurf soll ein 40-dB-Dämpfungsabfall ab 250 MHz für Cat. 6A und ein 30-dB-Abfall für Cat. 6A vorgesehen werden. Bei 500 MHz bedeutet dies, dass ein Cat.-6A-Modul mindestens eine um 3 dB besseres Nahübersprechen als ein Modul der Cat. 6A erreichen muss (Bild 2).
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