Netzwerktechnik

Cat. 6A ist mehr als Cat. 6A

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Allerdings stellt Fremdnebensprechen ein Problem für ungeschirmte Systeme dar. Aufgrund der Nutzung höherer Frequenzen und des Einsatzes komplexer Codierverfahren sind die Signale bei 10 Gigabit Ethernet deutlich anfälliger für Störungen von außen, als dies bei früheren Protokollen der Fall war. Dies führte zu einer Längenbegrenzung für ungeschirmte Cat.-6-Systeme.

Spezifikationen für neue Verkabelungsklassen für 500 MHz

Bild 1: Die Channel-Parameter der Normengremien unterscheiden sich in den höheren Frequenzbereichen hinsichtliche des Nahübersprechens deutlich (Archiv: Vogel Business Media)

Die verschiedenen Normengremien begannen deshalb mit der Arbeit an der Spezifikation neuer Verkabelungsklassen für 500 MHz, die auf der RJ45-Technologie basieren. EIA/TIA veröffentlichte ihren Standard Cat. 6A im Februar 2008 und zur gleichen Zeit verabschiedete ISO/IEC die Channel-Anforderungen für Class EA. Leider wird in diesen Standards nicht dieselbe Leistungsfähigkeit spezifiziert. Bild 1 zeigt die Unterschiede für den Channel-Parameter NEXT.

Die Channel-Anforderungen für EIA/TIA Cat. 6A zeigen ab 330 MHz einen moderaten Abfall der Dämpfungskurve um 27 dB, während für den Channel nach ISO/IEC Class EA eine gerade Linie definiert ist. Das Konzept nach ISO/IEC ermöglicht die höchste verfügbare und beste Übertragungsleistung in der Twisted-Pair-Kupferverkabelung auf Basis der RJ45-Technologie.

Bei 500 MHz bedeutet dies, dass für Class EA eine um 1,8 dB besseres Nahübersprechen (NEXT) erforderlich ist als für einen Channel mit Cat. 6A. In der Praxis führt dieser hohe Anspruch zu einer höheren Betriebssicherheit des Netzwerks und somit zu weniger Übertragungsfehlern. Damit ist auch die Grundlage für eine wesentlich längere Nutzungs- und Lebensdauer der Verkabelungsinfrastruktur gelegt.

Die Bedeutung der Komponenten

Der nächste Schritt besteht darin, die Komponenten-Standards zu definieren. EIA/TIA legte die Spezifikationen für Channel, Link und Komponenten in einem Paket fest. Alles ist in dem bereits verabschiedeten Standard Cat. 6A (568B.2-10) enthalten. ISO/IEC definierte zuerst die Spezifikationen für den Channel in Anhang 1 und arbeitet zurzeit an den Definitionen für den Permanent Link und für die Komponenten, die in Anhang 2 veröffentlicht werden sollen.

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