Aufteilung von Entwicklungs- und Fertigungsgeschäft Broadcom und TSMC sondieren mögliche Aufteilung von Intel

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Broadcom und TSMC sind an einer Aufteilung und separaten Übernahme der Geschäftsbereiche Intels interessiert. Das meldet unter anderem das Wall Street Journal unter Berufung auf interne Quellen. Während Fabless-Chipanbieter Broadcom ein Angebot für den Entwicklungs- und Marketingbereich erarbeite, prüfe TSMC eine Übernahme des Foundry-Geschäfts.

Die Gerüchte über eine Übernahme des angeschlagenen Chipherstellers Intel nehmen wieder Fahrt auf. Während das Wall Street Journal am Samstag meldete, dass Broadcom über ein Angebot für die Entwicklungs- und Marketingsparte nachdenke, meldete Bloomberg bereits am Freitag ein Interesse von TSMC an der Akquise des Foundry-Geschäftszweigs.(Bild:  KI-generiert / DALL-E)
Die Gerüchte über eine Übernahme des angeschlagenen Chipherstellers Intel nehmen wieder Fahrt auf. Während das Wall Street Journal am Samstag meldete, dass Broadcom über ein Angebot für die Entwicklungs- und Marketingsparte nachdenke, meldete Bloomberg bereits am Freitag ein Interesse von TSMC an der Akquise des Foundry-Geschäftszweigs.
(Bild: KI-generiert / DALL-E)

Taiwan Semiconductor Manufacturing Co und Broadcom hätten demnach jeweils ein Auge auf potenzielle Angebote geworfen, die die angeschlagene US-Chip-Ikone in zwei Teile zerlegen würden, berichtete das Wall Street Journal am Samstag. Dabei habe vor allem Broadcom sich bereits ganz genau mit einem Möglichen Angebot für den Chipdesign- und Marketing befasst. Man wolle aber dem Bericht zufolge nur dann einen Vorstoß wagen, wenn man einen Partner finde, der für die Übernahme des Fertigungsgeschäfts bereit wäre. Eine alleinige Komplettakquise für Intel stehe demnach nicht im Raum. In den Monaten zuvor hatte auch Qualcomm, Broadcoms Rivale um den Titel des weltgrößten Fabless-Chipanbieters, offen über eine mögliche Übernahme von Intels Entwicklungsgeschäft nachgedacht.

In Broadcoms Pläne dürfte sich fügen, dass dem selben Bericht des Walöl Street Journals zufolge auch der größte Auftragsfertiger der Welt, TSMC, über eine Teilakquise des angeschlagenen Chipherstellers Intels nachdenke, möglicherweise auch als Teil eins Investorenkonsortiums. Da TSMC keine eigenständigen Chipprodukte anbietet, sei man hier in erster Linie an den bestehenden Fertigungsanlagen interessiert.

Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete bereits vergangenen Freitag, dass TSMC eine mögliche Übernahme von Intels Foundry-Geschäft in Betracht ziehe. Bloomberg hatte darüber hinaus berichtet, dass US-Präsident Trump an einer Mehrheitsbeteiligung des taiwanischen Auftragsherstellers an Intels Fab-Anlagen nicht uninteressiert wäre.

Der Bericht betont, dass hierüber keine Absprachen zwischen Broadcom und TSMC stattfänden: Alle bisherigen Gespräche zu der Angelegenheit erfolgten separat und befänden sich in einem informellen, vorläufigen Stadium.

Eine Frage der nationalen Sicherheit?

Fraglich ist, wie die amerikanische Regierung im aktuellen politischen Klima zu einer solchen Übernahme stehen würde. TSMC betreibt zwar seit kurzem auch Fertigungsanlagen im US-amerikanischen Arizona, hat allerdings sein Hauptquartier in Taiwan. Broadcom firmiert zwar offiziell in den USA, war aber 2016 von Avago Technologies aus Singapur akquiriert worden, das infolgedessen sowohl den Firmennamen als auch den amerikanischen Stammsitz in San Jose übernahm.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, hat Intels Übergangs-CEO Frank Yeary Gespräche mit möglichen Käufern und Vertretern der Trump-Administration geführt, die über das Schicksal eines Unternehmens besorgt sind. Die US-Regierung stufe Intel und dessen Firmenhauptsitz als wichtig für die Nationale Sicherheit ein. Yeary habe aber Personen, die ihm nahe stehen, mitgeteilt, dass er sich vor allem darauf konzentriere, den Börsenwert des Unternehmens für die Intel-Aktionäre zu maximieren. Solche Indizien könnten für einen angestrebten Verkauf oder Teilverkauf sprechen.

Reuters hatte bereits am Freitag eine Stellungnahme zu den Gerüchten, dass TSMC an Intels Foundry-Geschäft interessiert sei, von der US-Regierung eingeholt. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte demnach gegenüber der Nachrichtenagentur, dass die Trump-Administration womöglich nicht unterstütze, dass Intels US-Chipfabriken von einem ausländischen Unternehmen betrieben werde. Die zweite Regierung Trump ermutige zwar ausländische Unternehmen, in den USA zu investieren und zu bauen. Es sei aber „unwahrscheinlich“, dass sie ein ausländisches Unternehmen darin unterstützen würde, die Fertigungsanlagen von Intel komplett zu übernehmen. Weder Intel, noch Broadcom oder TSMC waren von Reuters oder Bloomberg für eine weitere Stellungnahme zu erreichen.(sg)

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