Sparkurs bei Zulieferer Bosch verkauft Teile von Building Technologies – und wird bis 2030 weiter sparen müssen

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Bosch hat den Bereich Sicherheits- und Kommunikationstechnik seines Geschäftsbereichs Building Technologies an die Investmentgesellschaft Triton Partners verkauft und richtet Bosch Buildings Technologies neu aus. In einem FAZ-Interview lässt Chef Hartung durchklingen, dass nach den 2024er-Sparkursen bis 2030 noch einige folgen werden.

Bosch veräußert das Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationstechnik an die Investmentgesellschaft Triton Partners.(Bild:  Bosch AG)
Bosch veräußert das Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationstechnik an die Investmentgesellschaft Triton Partners.
(Bild: Bosch AG)

Bosch ist weltweit ein bekannter Name als Hersteller von Haushaltsgeräten und Werkzeugen sowie als führender Anbieter in der Automobiltechnik. Für die Automotive-Industrie werden bei Bosch unter anderem Fahrerassistenzsysteme, Sensoren und elektrische Antriebe entwickelt. Doch in dieser Sparte kriselt es; nicht nur, weil der Durchbruch des elektrifizierten Individualverkehrs oftmals noch auf sich warten lässt, sondern auch, weil die Automobilzulieferer zweigleisig fahren müssen. Die Industrie würde sicherlich gerne ein größeres Engagement im Bereich E-Mobilität zeigen, wenn die Kundschaft mitzöge. Doch der zögerliche Abschied vom Verbrennungsmotor-Individualverkehr lässt Autobauer wie Zulieferer derzeit zwischen den Stühlen stehen.

Weil die Lage wirtschaftlich ungünstig ist, haben die Verantwortlichen von Bosch im Jahr 2024 bereits zwei Sparrunden angekündigt sowie schon 2023 beschlossen, einige Bereiche des Konzerns umzustrukturieren. Betroffen von den Veräußerungsplänen waren bestimmte Bereiche der Sparte Bosch Building Technologies. Für diese wurde, wie im Dezember 2024 noch bekannt gegeben wurde, ein Käufer gefunden, nämlich die europäische Investmentgesellschaft Triton Partners.

4.300 Mitarbeiter werden übernommen

Gegenstand der Transaktion sind die Bereiche Videosysteme, Zutrittskontrollsysteme und Einbruchmeldeanlagen sowie Kommunikationssysteme und somit alle Teile des Bereichs, die zur Disposition standen. Alle dort Beschäftigten, etwa 4.300 an mehr als 90 Standorten, werden übernommen. „In Deutschland hat sich die Beteiligungsgesellschaft zudem verpflichtet, die im Zuge des Verkaufs getroffene Überleitungsvereinbarung einzuhalten, die eine Absicherung bestimmter Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden vorsieht“, heißt es zudem. Es wird damit gerechnet, dass die Transaktion zum Sommer 2025 abgeschlossen sein wird, sofern Behörden ihre Zustimmung geben.

Der Geschäftsbereich Bosch Building Technologies, nach Abschluss der Transaktion mit rund 8.000 in acht Ländern, wird sich künftig auf das regionale Systemintegrationsgeschäft mit Lösungen und Dienstleistungen für Gebäudesicherheit, Energieeffizienz und Gebäudeautomation konzentrieren. Details dazu finden Sie in der offiziellen Pressemitteilung. Was Sie darin allerdings nicht finden werden, sind die Aussagen von Bosch-Chef Hartung, die er im Interview mit der FAZ getätigt hat.

Es sind weitere Sparprogramme zu erwarten

Im Interview, das am 17. Januar 2025 veröffentlicht wurde, wird Stefan Hartung auf die Sparmaßnahmen aus dem Jahr 2024 angesprochen, deren Arbeitsplatzverlust sich weltweit auf rund 12.500 summiert. Sei mit noch weiteren „schlechten Nachrichten“ zu rechnen? Hartung sieht das realistisch: „Es wird weitere Sparprogramme geben – einfach deswegen, weil bis 2030 noch einmal eine große Verschiebung im Bereich des Antriebsmixes im Automobilbau auf uns zu kommt. Vielleicht verzögert sich das noch etwas wegen der unsteten Transformation zur Elektromobilität. Aber die Verschiebung kommt. Dieser Wandel in den kommenden fünf, sechs, sieben Jahren ist unvermeidlich, weil er struktureller Natur ist.“

Den Kern der Probleme, mit denen sich die Automobilindustrie auseinandersetzen muss, sieht Hartung unter anderem in der Verzögerung der Elektromobilität und in der deutschen Politik. „Es bleibt falsch, dass der Staat nur eine Antriebsart für zulässig erklärt. Er hätte den Erfolg der Technik zur Hürde machen und alle Techniken, die CO2-frei sind, gegeneinander antreten lassen sollen. Nun haben wir die skurrile Regelung, dass 2035 alles elektrisch sein muss und der Endkonsument das gegebenenfalls gar nicht möchte“, merkt Hartung an. „Ich bin für eine Revision der gesamten Regulierung. Ein hartes Verbot von Verbrennern im Jahr 2035 wird auf der Konsumentenseite große Verwerfungen nach sich ziehen.“ Das vollständige Interview finden Sie bei der Frankfurter Allgemeine (via MSN). (sb)

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