Fehler und Fehlerkultur Aus Fehlern lernen – Penicillin, Teflon, Post-it entstanden aus Pannen

Autor / Redakteur: H.Peter J. Bleif * / Margit Kuther

Fehler werden oft verheimlicht oder ignoriert, mit fatalen Folgen. Dabei könnten Unternehmen, die den Fehler-Verrat positiv fördern, Entwicklungszeit und Kosten sparen.

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H.Peter Bleif: “Hauptproblem bei Fehlern ist das Verdrängen.“
H.Peter Bleif: “Hauptproblem bei Fehlern ist das Verdrängen.“
(Bild: Bleif)

Fehler sind der Albtraum eines jeden Unternehmens und in keinem Unternehmen „gerne gesehen“. Dies führt meist dazu, dass Fehler zwar verursacht, anschließend aber verheimlicht oder sogar ignoriert werden.

Die Praxis zeigt bei einer Vielzahl von vor allem großen Schäden, dass Fehler und eine fehlende Fehlerkultur im Unternehmen die Hauptursache für manchen Qualitäts-GAU mit seinen oft enormen finanziellen Konsequenzen sind.

Ergänzendes zum Thema
Tipps zur Fehlerkultur in Unternehmen
  • Management und Mitarbeiter sollten Fehler akzeptieren, nicht verdrängen. Fehler sind nicht zwangsläufig negativ.
  • Aus Fehlern lernen. Fehler bieten die Möglichkeit, etwas zu optimieren, zu verändern und zu korrigieren. Fehler können der Grundstein für Innovationen sein.
  • Der Anteil menschlicher Fehler ist weit größer als der Anteil technischer Fehler beim Qualitäts-GAU.
  • Man kann nicht alles prüfen. Daher sollten Fehlerursachen frühestmöglich beseitigt werden.
  • Die Endkontrolle ist ein Schritt zu spät – Fehlerentstehung geschieht vorher.
  • Vorbeugen sollte primäres Ziel der Fehlervermeidung sein, nicht suchen und finden
  • Fehlerkultur als Antwort: Nicht fragen, WER hat den Fehler gemacht, sondern WARUM wurde er gemacht.
  • Positive Aspekte der Fehlerkultur: „Un-entdeckte“ Fehler werden zu entdeckten Fehlern.

Fehler; bloß das nicht

In vielen Unternehmen ist das Thema Fehler ein Reiz- bzw. sogar Tabuthema, über das man nicht redet oder verdrängt. Denn die Konsequenzen von Fehlern sind in Unternehmen alles andere als gewollt und angenehm.

Hohe Kosten bis hin zum Schadenersatz sind oft die Folgen bei besonders schweren Fällen. Negative Fehlerkonsequenzen haben eine lange Geschichte: Für Fehler wurden wir bereits in unserer Schulzeit durch schlechte Noten und dem „Sitzenbleiben“ bestraft.

Im Unternehmensalltag wurde diese Geschichte durch Tadel, Abmahnung, soziale Isolation, ja sogar Kündigung bei besonders schweren Fällen weitergeführt. Daher braucht man sich auch nicht zu wundern, dass das Thema Fehler so extrem negativ behaftet ist.

Penicillin, Teflon, Post-it haben ihren Ursprung in Pannen

Doch muss dies so sein? Dabei beweist auch gerade die Geschichte, dass manche großen Innovationen aufgrund von Fehlern erst möglich wurden: Beispiele hierfür gibt es viele, wie beim Penicillin durch A. Flemming, der Entdeckung des Teflons oder den nicht mehr wegzudenkenden Post-It Klebern im Alltag. Dies alles sind Produkte, die aufgrund eines gemachten Fehlers entdeckt wurden.

Fehler: Sie werden exponentiell mit jeder weiteren Fortbewegung von der Quelle teurer
Fehler: Sie werden exponentiell mit jeder weiteren Fortbewegung von der Quelle teurer
(Bild: Bleif & Partner)
Natürlich muss in Unternehmen die Devise lauten: Fehlerentdeckung so früh wie möglich. Denn Fehler pflanzen sie sich erst einmal zum Kunden fort, werden exponentiell mit jeder weiteren Fortbewegung von der Quelle teurer. Diese als „Zehnerregel der Qualität“ bekannte Tatsache sollte eigentlich dazu führen, Fehler früh zu bekämpfen. Entstehen doch gerade in der Produktentstehungsphase auch die meisten Fehler. Doch was /, wo bzw. wer ist, die typische Fehlerquelle hierfür?

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