Intel verkauft Mehrheit an FPGA-Tochter Altera wird eigenständiges Unternehmen – Silver Lake übernimmt 51 Prozent

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Nach monatelangen Gerüchten und Verhandlungen ist es nun offiziell: Intel gibt die Mehrheitsbeteiligung an seiner FPGA-Sparte Altera ab. Die Investmentgesellschaft Silver Lake übernimmt 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das gemäß der Transaktion mit 8,75 Milliarden US-Dollar bewertet wird.

Neustart: Nach mehrmonatigen Verhandlungen übernimmt die Investorengruppe Silver Lake 51 Prozent der Anteile des FPGA-Herstellers Altera von Intel. Nach 9 Jahren als Teil der Intel-Familie tritt das FPGA-Urgestein damit wieder als eigenständiges Unternehmen auf. (Bild:  Altera)
Neustart: Nach mehrmonatigen Verhandlungen übernimmt die Investorengruppe Silver Lake 51 Prozent der Anteile des FPGA-Herstellers Altera von Intel. Nach 9 Jahren als Teil der Intel-Familie tritt das FPGA-Urgestein damit wieder als eigenständiges Unternehmen auf.
(Bild: Altera)

Nach monatelangen Verhandlungen ist es nun beschlossene Sache: Intel hat angekündigt, 51 Prozent seiner FPGA-Toochter Altera an die Investmentgesellschaft Silver Lake zu veräußern. Der Deal bewertet den FPGA-Spezialisten mit 8,75 Milliarden US-Dollar, Intel erhält damit etwa 4,46 Milliarden US-$ für den Verkauf seiner Anteile. Altera soll künftig wieder operativ unabhängig agieren und damit als eigenständiges Unternehmen unter der Mehrheitseigentümerschaft von Silver Lake weitergeführt werden. Intel, dass die restlichen Anteile am FPGA-Hersteller behalten wird, werde sich fortan wieder mehr auf sein Kerngeschäft fokussieren.

Altera wird damit effektiv zum größten reinen Anbieter von FPGA-Lösungen. Das Unternehmen verfügt über eine etablierte Architektur und Toolchain für programmierbare Logikbausteine. Der Fokus liegt auf der Entwicklung skalierbarer Lösungen für wachstumsstarke Märkte, insbesondere Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz, Edge Computing und Robotik. Auf dem Weltmarkt für Programmierbare Logik hält allerdings weiterhin AMD den größten Anteil in diesem Segment, seit sich das Unternehmen im Jahr 2022 den Branchenführer Xilinx einverleibt hatte.

Zum 5. Mai 2025 übernimmt Raghib Hussain die Rolle des CEO von Altera. Er war zuletzt President of Products and Technologies bei Marvell und bringt umfassende Erfahrung aus leitenden Positionen in der Halbleiterbranche mit, unter anderem bei Cavium, Cisco und Cadence. Mit der neuen Struktur soll die Produktentwicklung beschleunigt und die Marktposition in zukunftsrelevanten Segmenten ausgebaut werden, heißt es in einem Pressestatement von Intel. Hussain löst Sandra Rivera ab, die Altera nach der Ausgründung aus Intel als CEO geführt hatte.

Neustart unter altem Namen

Intel hatte Altera im Juni 2016 für 16,7 Mrd. US-Dollar erworben. Das Unternehmen wurde im Juni 1983 gegründet und ist seit den frühen Tagen im Bereich der programmierbaren Logik aktiv. Nach der Übernahme durch Intel wurde das Unternehmen innerhalb des Konzerns als Programmable Solutions Group geführt.

Doch mit der Integration des Unternehmens in die vorhandene Intel-Struktur haperte es. Meldungen über neue Weiterentwicklungen des bestehenden Altera-Portfolios wurden rar. Statt dessen versuchte Intel 2019, die interne Programmable Solutions Group (PSG) mit seiner Network Infrastructure Division zu kombinieren, die sich gemeinsam auf die Einsatzfelder 5G, Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen fokussieren sollte. Doch auch diese Integration schien nicht erfolgreich zu verlaufen; die Intel PSG blieb bestehen, während es parallel nun noch eine „Network & Custom Logic Group“ intern bei Intel gab. Es war, als bleibe das Thema FPGA intern bei Intel ein Fremdkörper.

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Einsatzgebiete für programmierbare Logikschaltung sind so vielfältig wie die verfügbaren Lösungen, mit denen sie sich entwickeln lassen. Ob FPGA, GPU oder Adaptive-Computing-SoC: Jede Technologie hat ihre Berechtigung – ist aber auch erklärungsbedürftig.

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Dennoch kam es etwas überraschend, als sich - nachdem in den Jahren zuvor die konkurrierenden Unternehmen Xilinx von AMD und Microsemi von Microchip übernommen worden waren - Intel im Oktober 2023 zu dem Schritt entschloss, die Programmable Solutions Group wieder als ein eigenständiges Unternehmen auszugründen. Im März 2024 erfolgte dann die Rück-Umbenennung in den alten, traditionsreichen Namen Altera. Spätestens ab diesem Zeitpunkt vermuteten Brancheninsider, dass Intel möglicherweise nach einem Käufer suchte, nachdem die Integration des Unternehmens eher unglücklich verlaufen war. Im November 2024 hieß es dann erstmals, dass Silver Lake als möglicher Interessent für eine mehrheitliche Übernahme an Altera gelte.

Nun also wird Altera wieder als eigenständiges Unternehmen auf dem Markt auftreten, an dem Intel noch einen Anteil von 49 Prozent halten wird. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Jahreshälfte 2025 erwartet. Intel plant, Altera nach dem Closing aus der eigenen Bilanz zu entkonsolidieren. (sg)

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