Elektroschrott 747.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden 2023 recycelt – weniger als 2020

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Als im Jahr 2020 die Pandemie gewissermaßen einen Aufräumboom in deutschen Haushalten auslöste, wurden so viele Elektroaltgeräte wie selten zuvor recycelt. Drei Jahre später ist diese Menge wieder deutlich gesunken. Mit Blick auf wachsende Elektroschrottberge gibt es positive wie negative Signale.

747.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden 2023 recycelt – das sind 12,6 Prozent weniger als 2020. Von der Vorbereitung für die Wiederverwertung ganz zu schweigen.(Bild:  Destatis)
747.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden 2023 recycelt – das sind 12,6 Prozent weniger als 2020. Von der Vorbereitung für die Wiederverwertung ganz zu schweigen.
(Bild: Destatis)

Elektroschrott stellt ein Problem dar, denn oft werden ausgediente Produkte nicht richtig entsorgt. Gleichzeitig bietet Elektroschrott Chancen: Durch Recycling lassen sich wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Gold oder seltene Erden zurückgewinnen. Wie wichtig eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Elektronikbereich ist, zeigen nicht nur angreifbare Lieferketten, sondern auch aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis), das seine Daten anlässlich des Internationalen Tags des Elektroschrotts am 14. Oktober 2025 veröffentlicht hat.

Betrachtet wurden die Mengen abgegebenen Elektroschrotts im Jahr 2023. Die Nachrichten sind grundsätzlich positiv, kommen jedoch mit einem Geschmäckle: Rund 906.100 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte wurden bei zertifizierten Entsorgungsbetrieben angenommen. 82,4 Prozent (etwa 747.000 Tonnen) wurden recycelt, 13,8 Prozent als Brennstoff verwertet, 2,1 Prozent zur Wiederverwendung vorbereitet und 1,7 Prozent beseitigt, etwa auf Deponien.

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Das klingt solide, schließlich stieg die Menge der angenommenen Altgeräte im Vergleich zu 2022 leicht um 0,6 Prozent. Gegenüber dem Pandemiejahr 2020 jedoch bedeutet das einen Rückgang um 12,6 Prozent, denn damals wurden gut eine Million Tonnen erfasst. Die niedrigste Recyclingrate verzeichnen Kleingeräte mit 79,3 Prozent – darunter elektrische Zigaretten, Zahnbürsten, Toaster, Fernbedienungen, Wasserkocher oder kleine Photovoltaikmodule. Für letztere gibt es immerhin auch gute Nachrichten.

Viele Kleingeräte, geringe Recyclingrate

Bei Photovoltaikmodulen wurde 2023 anteilig am meisten recycelt: Von 14.200 Tonnen gingen 90,7 Prozent ins Recycling. Kleingeräte hingegen sind mit 31,7 Prozent Anteil die häufigste Gerätegruppe in den Erstbehandlungsanlagen (rund 287.400 Tonnen) – und trotzdem liegt ihre Recyclingquote unter 80 Prozent.

Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt: Die Zahl der abgegebenen Kleingeräte steigt zwar, doch offenbar geraten deutlich mehr in Umlauf, als tatsächlich gesammelt werden. Weniger erfasste Geräte bedeuten, dass mehr Elektroschrott im Hausmüll oder in unregistrierten Kanälen verschwindet – etwa E-Zigaretten, über deren Entsorgungsproblematik zuletzt häufig berichtet wurde.

Der Anteil der Großgeräte lag 2023 bei 27,7 Prozent, jener der Wärmeüberträger (Kühlschränke, Klimageräte, Wärmepumpen) bei 18,3 Prozent und der kleinen IT- und Telekommunikationsgeräte bei 10 Prozent.

Aus Kreislaufwirtschaftssicht bleiben die Zahlen ernüchternd: Nur 2,1 Prozent des Elektroschrotts – rund 18.800 Tonnen – wurden zur Wiederverwendung vorbereitet. Das Fazit: In Deutschland wird viel recycelt, aber zu wenig gesammelt und noch weniger wiederverwendet. Behalten Sie das beim Design ihrer Produkte im Hinterkopf, und zwar nicht nur am 14. Oktober 2025, dem Tag des Elektroschrotts. (sb)

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