Reaktion auf US-Zollpolitik 20 Mrd. Euro – Südkorea erweitert sein Chipförderungsprogramm

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Regierung von Südkorea hat angekündigt, ihr im letzten Jahr beschlossenes Förderungsprogramm für die einheimische Chipindustrie von 26 Billionen Won (ca. 16,065 Mrd. Euro) auf 33 Billionen Won (ca. 20,39 Mrd. Euro) aufzustocken. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die volatile Zollpolitik der USA.

Die südkoreanische Regierung in Seoul will sein milliardenschweres Investitionspaket in die Chipindustrie um ein Viertel aufstocken, um die aktuellen Unwägbarkeiten der US-amerikanischen Zollpolitik auszugleichen. Der Halbleitermarkt ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, mit jährlichen Exporten in Höhe von etwa 125 Mrd. Euro.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die südkoreanische Regierung in Seoul will sein milliardenschweres Investitionspaket in die Chipindustrie um ein Viertel aufstocken, um die aktuellen Unwägbarkeiten der US-amerikanischen Zollpolitik auszugleichen. Der Halbleitermarkt ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, mit jährlichen Exporten in Höhe von etwa 125 Mrd. Euro.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Südkorea hatte erst im vergangenen Jahr festgelegt, das staatliche Investitionspaket für die einheimische Chipindustrie auf 16 Mrd. Euro zu erhöhen. Nun hat die Regierung auf Drängen der lokalen Industrie beschlossen, das Förderprogramm um ein Viertel aufzustocken. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die verstärkte Konkurrenz aus China sowie der anhaltenden Verunsicherung im Elektronikmarkt durch die wankelmütige Zollpolitik der US-Regierung, meldet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.

Darüber hinaus habe man vor, ein finanzielles Hilfsprogramm für die Chipindustrie auf 20 Billionen Won (12,36 Mrd. Euro) gegenüber den bisherigen 17 Billionen Won (10,5 Mrd. Euro) anzuheben, heißt es in einer Erklärung des Handelsministeriums. Diese Subventionen für den für die südkoreanische Wirtschaft essentiellen Chipmarkt sollen den lokalen Unternehmen helfen, die steigenden Kosten im internationalen Wettbewerb zu bewältigen.

Aufstockung der Subventionen trotz augenscheinlich starker Positionen

Südkorea ist die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens. Samsung wurde zuletzt als das umsatzstärkste Chipunternehmen auf dem Weltmarkt eingestuft, musste aber nach eigenen Einschätzungen einräumen, in Sachen Halbleiterfertigung und dem Trendmarkt Künstliche Intelligenz ins Hintertreffen geraten zu sein. Im Jahr 2024 beliefen sich Südkoreas Halbleiterexporte auf 141,9 Mrd. US-Dollar (etwa 125 Mrd. Euro), was 21 % der Gesamtausfuhren des Landes entspricht, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Dabei entfielen 46,6 Mrd. US-Dollar auf Lieferungen nach China und 10,7 Mrd. US-Dollar auf Exporte in die USA.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Sonntag an, er werde den Zollsatz auf importierte Halbleiter im Laufe der nächsten Woche bekannt geben. Auf Nachfrage von Reportern ergänzte er, dass es bei einigen Unternehmen des Sektors eine „Flexibilität“ geben werde, ohne näher auf diese Bedeutung einzugehen. Samsung, das in Texas eine Fab errichtet hat, in der Chips im 3-Nanometer-Prozess gefertigt werden sollen, hofft auf entsprechende Erleichterungen in der grenzüberschreitenden Produktionskette.

In der vergangenen Woche hatte Südkorea bereits Soforthilfen für seinen Automobilsektor angekündigt, um die Auswirkungen der US-Zölle auf diesen Sektor abzumildern. Die Maßnahmen umfassen finanzielle Unterstützung für die Autoindustrie sowie Steuersenkungen und Subventionen zur Ankurbelung der Inlandsnachfrage. So wird die Regierung die Finanzierungshilfen für die Automobilindustrie im laufenden Jahr von den bisher geplanten 13 Billionen Won (ca. 8 Mrd. Euro) auf 15 Billionen Won (ca. 9,87 Mrd. Euro) erhöhen, um Liquiditätsproblemen vorzubeugen. (sg)

(ID:50390785)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung