Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat sich bisher kaum öffentlich über den Handelskrieg von Donald Trump geäußert. Er besucht lieber KI-Start-ups in Shanghai.
In China wird großes Potenzial in Embodied AI gesehen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Als Xi Jinping am Dienstag vergangener Woche, Ende April 2025, die Treppen des „Shanghai Foundation Model Innovation Centre“ (SMC) hinaufstieg, war der gesamte Platz für seine Ankunft mit Bannern geschmückt. „Nationaler Cluster für die strategische Zukunftsindustrie der Künstlichen Intelligenz“ stand da zum Beispiel. Im Gebäude traf er mehrere junge Gründer chinesischer KI-Start-ups. Er setzte sich smarte Brillen auf, scherzte über Fußball spielende Roboter. Alles sehr entspannt und gut für die Kameras.
Die politische Botschaft aber war klar und wurde von Chinas Staatsmedien auch sofort in alle Welt verbreitet: Chinas Führung lässt sich nicht auf das politische Spiel des US-Präsidenten ein und redet nur über Zölle und Gegenzölle. China arbeitet an der Zukunft. So lautete die Botschaft.
Anstatt öffentliche Äußerungen über Trumps jüngste Zoll-Eskalation von bis zu 145 Prozent auf die Einfuhr von Waren aus China zu machen, redet Xi Jinping also lieber über KI. „China verfügt über umfangreiche Datenressourcen, ein vollständiges industrielles System und ein enormes Marktpotenzial, was eine vielversprechende Perspektive für die Entwicklung von KI bietet“, sagte Xi der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge.
Globale Führung bei Embodied AI
Unter anderem redete er bei der Gelegenheit mit dem Gründer des Start-ups „AgiBot“, Peng Zhihui, dessen Firma humanoide Roboter baut und noch in diesem Jahr 5.000 davon ausliefern will. „Embodied AI“ oder verkörperte KI ist eines der Felder, in denen die kommunistische Führung Chinas eine der größten Chancen sieht, global führend zu werden. Xi sah daher geduldig dem zweibeinigen Roboter „X2“ beim Fahrradfahren zu. Er beobachtete auch den doppelarmigen Roboter „G1“ dabei, wie er einen Schreibtisch aufräumte.
Als bekennender Fußballfan fragte Xi Jinping, ob die Humanoiden eines Tages in einer Fußballmannschaft spielen könnten. Der Präsident habe „große Aufmerksamkeit“ für die Entwicklung seiner Branche demonstriert, zitierte die South China Morning Post den Start-up-Gründer. Ein paar Stockwerke weiter traf der chinesische Staatschef auf Xia Lixue, den CEO des Start-ups „Infinigence AI“, das im Bereich KI-Rechenleistung und den Anwendungssystemen dafür tätig ist. Dort erkundigte Xi Jinping sich unter anderem nach dem Durchschnittsalter des 200-köpfigen Teams. 32 war die Antwort.
In ihren Berichten sorgten Chinas staatliche Medien immer auch dafür, dass die politische Botschaft angesichts des ganzen Geplänkels nicht unter die Räder kommt. „Das Unternehmen setzt auf Selbstversorgung und verfolgt einen autonomen und kontrollierbaren technologischen Weg“, berichtete etwa die „Befreiungszeitung“ Jiefang Daily.
Die Ideen (und die Investitionen) sprießen wie Pilze
Der Inkubator mit seinen rund 100 Firmen, den Xi besuchte, ist 2023 innerhalb von 38 Tagen gebaut worden. Dieses Tempo ist möglich, weil SMC gleich aus mehreren nationalen und regionalen Fördertöpfen finanziert wird. Es gibt da den nationalen Fonds für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in Höhe von 60 Milliarden Yuan (umgerechnet etwa 7,3 Milliarden Euro). Es gibt zudem einen städtischen Fonds der Stadt Shanghai über 22,5 Milliarden Yuan (etwa 2,7 Mrd. Euro). Und der Stadtbezirk Xuhui hilft zusätzlich noch aus einem Förderfonds in Höhe von 20 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 2,4 Mrd. Euro).
Nur vier Tage zuvor hatte Xi dem Politbüro in Peking neue Leitlinien zur Entwicklung von KI-Technologien präsentiert. Im Zentrum stehen die Selbstversorgung bei Chips und Basistechnologien, der Aufbau eigener Open-Source-Frameworks, sowie ethische Kontrollmechanismen. „KI ist eine junge Industrie und ein Feld für die Jugend“, sagte Xi der Zeitung Global Times zufolge bei der Visite in Shanghai. Und er fügte hinzu, die Stadt solle die „historische Aufgabe“ übernehmen, sich in ein global einflussreiches Zentrum technologischer Innovation zu verwandeln.
Stand: 08.12.2025
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Analysten erinnerten daran, dass die USA derzeit mit gleich zwei Strategien die wirtschaftliche Entwicklung Chinas zu bremsen versuchen. Parallel zum Zoll- und Handelskrieg läuft seit mehreren Jahren auch schon der „Chip-Krieg“ der USA, wo dem „Rivalen China“ der Zugang zu fortgeschrittenen KI-Chips und den Ausrüstungen zur Fertigung verwehrt werden soll. „Obwohl Xi den von US-Präsident Donald Trump begonnenen Handelskrieg bei seinem Besuch nicht erwähnte, war die Botschaft eindeutig: China kann seine eigene Spitzentechnologie entwickeln und verfügt über alternative Märkte“, schrieb die Nachrichtenagentur Reuters. (sb)