Restrukturierung Wolfspeed schließt die Restrukturierung nach Chapter-11-Verfahren ab

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im Juni 2025 meldete der SiC-Halbleiterhersteller Wolfspeed Insolvenz nach Chapter 11 und eine finanzielle Restrukturierung an. Dieses Verfahren ist am 29. September 2025 abgeschlossen worden. Die Gesamtverschuldung wurde um rund 70 Prozent reduziert; der Vorstand erhielt dazu fünf neue Mitglieder.

Wolfspeed hat das Restrukturierungsverfahren abgeschlossen.(Bild:  Wolfspeed)
Wolfspeed hat das Restrukturierungsverfahren abgeschlossen.
(Bild: Wolfspeed)

Wolfspeed, Hersteller von Siliziumkarbid-Halbleitern (SiC), ist im Jahr 2025 durch schwierige Gewässer gesteuert. Das Unternehmen hatte aufgrund der schleppenden Nachfrage des Industrie- und Automobilmarktes bereits seit einiger Zeit mit Schulden zu kämpfen. Gleichzeitig befeuert die US-amerikanische Zollpolitik weiterhin Unsicherheiten mit Blick auf die Stabilität der Lieferkette. Und nicht zuletzt sorgt der technologische Fortschritt in China für zunehmenden Preisdruck auf den Markt.

Im Juni 2025 beschloss man bei Wolfspeed, nachdem mehrere außergerichtliche Umschuldungsvorschläge von Gläubigern abgelehnt worden waren, einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 anzustreben. Damit eingehend wurde ein wirtschaftlicher Umstrukturierungsprozess angestoßen. Im Rahmen dessen, so teilt Wolfspeed jetzt nach erfolgreichem Abschluss des Verfahrens im September 2025 mit, wurden die Gesamtschulden des Unternehmens um etwa 70 Prozent reduziert. Zudem wurden Fälligkeiten bis 2030 verlängert und die jährlichen Zinszahlungen um etwa 60 Prozent gesenkt.

Bei einem Insolvenzverfahren nach Chapter 11 bedeutet das im Prinzip, dass im Rahmen des Schuldenabbaus darum verhandelt wurde, ob die Forderungen der Gläubiger abgeschrieben oder in Eigenkapital umgewandelt werden. Bei einem Schuldenabbau von rund 70 Prozent ist damit zu rechnen, dass die Wolfspeed-Gläubiger in vielen Fällen auf einen Teil ihres Geldes verzichtet haben, um im Gegenzug das Unternehmen am Leben zu halten und so wenigstens einen Teil ihrer Forderungen zurückzubekommen.

Vertikal integriertes 200-mm-Ökosystem in den USA

Mit der Meldung, dass das Restrukturierungsverfahren abgeschlossen ist, sieht sich Wolfspeed dank freier Cashflows und eigenfinanzierter Geschäftsplanung gut aufgestellt, um sein vertikal integriertes 200-mm-Fertigungsnetzwerk in den USA für nachhaltiges Wachstum zu nutzen. Von den einstigen Plänen einer SiC-Fab in Kooperation mit dem Zulieferer ZF im Saarland ist in der Mitteilung keine Rede.

„Wolfspeed hat seinen beschleunigten Umstrukturierungsprozess abgeschlossen und damit den Beginn einer neuen Ära eingeläutet, in die wir mit neuer Energie und einem erneuten Bekenntnis zu der Wachstumsmentalität und dem Unternehmergeist starten, die Wolfspeed seit seiner Gründung geprägt haben“, wird CEO Robert Feurle zitiert.

Wolfspeed hat sein Board des Weiteren mit erfahrenen Führungskräften verstärkt: Anthony M. Abate bringt Finanz- und Restrukturierungskompetenz ein, Mike Bokan Vertriebserfahrung aus seiner Zeit bei Micron. Eric Musser, langjähriger Corning-Manager, steht für globale Unternehmenssteuerung, während Hong Q. Hou technologische Expertise aus Stationen bei Intel, Fabrinet und Semtech beisteuert. Aris Bolisay ergänzt das Gremium als Finanzspezialist von Renesas. (sb)

(ID:50574778)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung