Strategieanpassungen SiC-Strategien unter Druck: Wolfspeed-Gerüchte verunsichern Renesas

Von Susanne Braun 1 min Lesedauer

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Berichte über eine mögliche Chapter-11-Insolvenz des SiC-Spezialisten Wolfspeed setzen japanische Hersteller wie Renesas und Rohm unter Zugzwang, ihre Strategien im Bereich SiC anzupassen, so Analysten. Auch der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Anbieter spielt eine Rolle.

Ein Siliziumkarbid-Wafer.(Bild:  Sumitomo Electric)
Ein Siliziumkarbid-Wafer.
(Bild: Sumitomo Electric)

Nachdem beim Leistungshalbleiter- und SiC-Wafer-Hersteller Wolfspeed Berichten zufolge der Insolvenzantrag nach Chapter 11 vorbereitet wird, haben die Aktien des Unternehmens mehr als 60 Prozent ihres Werts verloren (Stand Mai 2025). Bestätigungen oder neue Informationen zum Stand des Verfahrens liegen allerdings bislang nicht vor.

Sollte das Unternehmen den Antrag stellen, könnte die Produktion zwar weiterlaufen, jedoch weisen Analysten auf strategische Risiken für Partnerunternehmen hin. Besonders Renesas könnte betroffen sein, so die Analysten des Mediums Nikkan (via Trendforce). Der japanische Hersteller hatte 2023 eine zehnjährige Liefervereinbarung über SiC-Wafer mit Wolfspeed abgeschlossen, verbunden mit einer Vorauszahlung von zwei Milliarden US-Dollar. Sollte es zur Insolvenz kommen, sei laut japanischem Medium Nikkan eine Wertberichtigung dieser Summe wahrscheinlich.

Konkurrenz aus China

Renesas plante die Massenproduktion eigener SiC-Leistungshalbleiter am Standort Takasaki ursprünglich für das Jahr 2025, und zwar mit den Wafern, die von Wolfspeed bezogen werden sollten. Der Produktionsstart wurde den Berichten von Nikkan zufolge bereits verzögert, was kurzfristige Risiken reduziert. Mittel- bis langfristig sei die Versorgungslage jedoch ungewiss.

Auch andere japanische Hersteller wie Rohm oder Fuji müssten ihre SiC-Strategien überdenken, so die Einschätzung der Analysten. Grund sei vorwiegend der zunehmende Preisdruck durch chinesische Anbieter. Diese hätten laut Brancheninsidern nicht nur bei Geräten und Wafern, sondern auch bei Fertigungsanlagen erhebliche Fortschritte erzielt.

Einem Bericht von Nikkan aus Februar 2025 zufolge bieten chinesische Anbieter mittlerweile 6-Zoll-SiC-Wafer für unter 500 US-Dollar an. Noch vor wenigen Jahren lag der Preis für Wolfspeed-Wafer bei etwa 1.500 US-Dollar. Die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS hatte den Aufstieg der chinesischen SiC-Industrie bereits im Sommer 2024 analysiert. (sb)

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