.NET in der Messtechnik

Wie Sie Messfunktionen bei einem Oszilloskop automatisieren können

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Oszilloskop muss Übertragungsstandards verstehen

Blickt man zurück so war es oft üblich, dass ein Messingenieur eigene Algorithmen für die Messung der Anstiegs- oder Abfallzeit eines elektrischen Signals programmierte. Erst in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts kamen solche Messfunktionen in die Firmware eines Oszilloskops. In den 1990er Jahren setzten Messingenieure voraus, dass ein Oszilloskop für grundlegende Messungen wie der Anstiegszeit eine eingebaute Messfunktion bietet.

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Heute sollte ein Messgerätekäufer seinen Oszilloskoplieferanten danach auswählen, ob dessen Geräte die Testbedürfnisse eines bestimmten Übertragungsstandards vollständig abdecken und dazu alle Messfunktionen möglichst einfach der externen Programmierung zugänglich sind. Die Angebotspalette eines Oszilloskopherstellers sollte zeigen, dass die Geräte ständig weiterentwickelt werden und damit demonstrieren, dass sie nicht nur die Messanforderungen der aktuellen Datenkommunikationsstandards abdecken, sondern auch für zukünftige Standards gerüstet sind.

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Dieser Autorenbeitrag ist in der Printausgabe ELEKTRONIKPRAXIS Sonderheft Messtechnik, Sensorik und Test II erschienen. Diese ist auch als kostenloses ePaper oder als pdf abrufbar.

Software vollständig aus der Ferne zu bedienen

Ein Hersteller wie Keysight Technologies ist dazu aktives Mitglied in Normungsgremien wie PCI-Express, SATA, JEDEC und USB-IF. Durch die aktive Beteiligung an der Entwicklung dieser Standards werden die jeweils zugehörigen Testspezifikationen definiert. Sie stellen die Interoperabilität der Geräte sicher, die nach diesen Standards arbeiten. Wenn die Testspezifikation steht, kann der Hersteller die verschiedenen Messungen für diesen Standard programmieren und in die Software seiner Geräte integrieren.

Der Kunde kann die Funktionen der implementierten Software über .NET ansprechen und so prüfen, ob seine Produkte die entsprechende Kommunikationsnorm einhalten. Ein Oszilloskop sollte über eine leicht bedienbare grafische Bedienschnittstelle verfügen. Dazu gehört, dass sich die Software vollständig aus der Ferne bedienen lässt. Wer für eine Vielzahl von Kommunikationsstandards die passenden Testsuiten bereitstellt, erhöht die Produktivität für den Anwender. Der Messgerätehersteller interpretiert die Testspezifikation für einen bestimmten Standard, programmiert eine Testsuite und leistet den technischen Support.

Auf den abschließenden Mess-Bericht kommt es an

Das Bild 1 zeigt als Beispiel eine Testsuite, die alle notwendigen Messungen für einen DDR4-Speicher umfasst. Der Kunde wählt die ihn interessierenden Messungen aus. Die zugehörigen Algorithmen und Messabläufe hat der Gerätehersteller in seiner Software implementiert. Es ist wichtig, nach einem Hersteller zu suchen, bei dem die Messsoftware für verschiedene Standards immer das gleiche Look-and-Feel aufweist. Wenn eine Anwendung für DDR4 genauso bedienbar ist wie eine für PCI-Express, verbessert das die Effizienz und Produktivität des Anwenders.

Eine vollständige Testsuite für einen Datenkommunikationsstandard sollte leicht lesbare Ergebnisse ausgeben (Bild 2). Abgerundet wird der HTML-Bericht mit optionalen Bildschirmfotos für alle Einzelmessungen zusammen mit der Information darüber, ob der Test bestanden oder nicht bestanden ist sowie möglicher Reserven. Der Bericht lässt sich intern für das Entwicklerteam einsetzen oder für die Kommunikation mit dem Kunden.

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