Einkauf Wie künstliche Intelligenz den Einkauf verändert

Von Margit Kuther 3 min Lesedauer

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49 Prozent der vom SaaS-Anbieter Crowdfox befragten Einkaufs- und Supply-Chain-Verantwortliche gaben an, KI im Einkauf oder Supply-Chain-Management einzusetzen. Doch nur etwa jeder Zehnte (zwölf Prozent) sieht sich selbst als aktiver Nutzer und Vorreiter bei dieser Technologie.

(Bild:  athree23 /  Pixabay)
(Bild: athree23 / Pixabay)

Datenanalyse, Produktsuche und ESG-Reporting – das sind die drei Bereiche, in denen Einkaufsabteilungen künstliche Intelligenz (KI) derzeit am häufigsten implementieren.

KI als festen Bestandteil der internen Datenanalyse nutzen 16 Prozent der Befragten, weitere 13 Prozent haben entsprechende Projekte pilotiert. Zählt man aktive Nutzung, Roll-out und Pilotierung zusammen, liegt die interne Datenanalyse mit 29 Prozent an der Spitze. Danach folgen die externe Datenanalyse, Produktsuche und ESG-Reporting mit jeweils 23 Prozent und Lieferantenmanagement (22 Prozent). Am seltensten kommt KI bislang in Bereichen wie Artikelauswahl und Supplier-Relationship-Management (jeweils 16 Prozent) sowie Category-Management (13 Prozent) zum Einsatz.

„Die Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht, KI in ihre Einkaufsprozesse gezielt zu implementieren“, sagt Dirk Schäfer, Geschäftsführer von Crowdfox. „Zwar reden wir noch über eine Minderheit. Aber angesichts der Dynamik seit Einführung von ChatGPT Ende 2022 rechne ich im kommenden Jahr mit einer Mehrheit, die KI aktiv einsetzt. Die Vorreiter verschaffen sich gerade jetzt einen strategischen Vorsprung.“

Hohes Potenzial für KI bei Preisvergleichen und Freitextbestellungen

Das größte Potenzial für den KI-Einsatz sehen die Befragten bei Preisvergleichen (sehr hoch: 49 Prozent, hoch: 25 Prozent) sowie der Artikelauswahl (sehr hoch: 19 Prozent, hoch: 52 Prozent). Auch beim Lieferantenvergleich (sehr hoch: 20 Prozent, hoch: 45 Prozent) wird großes Potenzial gesehen. Ein KI-gestütztes ESG-Reporting rangiert auf Platz vier der potenzialträchtigsten Einsatzbereiche (sehr hoch: sechs Prozent, hoch: 55 Prozent). 55 Prozent sehen zudem hohes oder sehr hohes Potenzial zur Reduzierung von Freitextbestellungen, 35 Prozent beim Thema Maverick Buying.

Die hohe Zahl an Freitextbestellungen – also Bestellungen außerhalb standardisierter Prozesse, die über IT abgebildet werden – empfinden 52 Prozent der CPOs als problematisch oder sehr problematisch. Beim Maverick Buying liegt dieser Anteil sogar bei 55 Prozent. Zwei Drittel (68 Prozent) beklagen den hohen Zeitaufwand für Individualbestellungen; jeder Dritte (32 Prozent) sagt, dass ihn dies stark belastet.

„Gerade bei unstrukturierten Bestellungen kann KI echte Effizienz schaffen“, so Schäfer. „Mit ChatCFX arbeiten auch wir seit einem Jahr an einer Lösung, die Einmalbestellungen vollständig in IT-Prozesse überführt – und damit die Art einzukaufen nachhaltig verändern wird.“

Automatisierter Einkauf – viele Unternehmen noch in der Warteschleife

Für 61 Prozent der Befragten ist klar: KI wird den Bestellprozess grundlegend verändern. 29 Prozent glauben, dass der operative Einkauf künftig weitgehend automatisiert über KI läuft. Nur zehn Prozent gehen davon aus, dass KI für ihr Unternehmen keine große Rolle spielen wird. „Diese Haltung ist heute kaum noch nachvollziehbar“, kommentiert Schäfer. „Wer KI im Einkauf ignoriert, riskiert den Anschluss an den Wettbewerb – und liefert langfristig einen negativen Deckungsbeitrag zum Unternehmensergebnis.“

Hürden: IT-Integration, Datenschutz, Know-how – aber lösbar

Die größten Herausforderungen für die Einführung von KI sehen die Befragten bei der Integration in bestehende IT-Systeme (74 Prozent) und beim Datenschutz (68 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) nennt fehlendes Know-how als Bremse. Nur 35 Prozent sehen die Kosten als Hauptproblem.

„Für alle diese Herausforderungen wird es Lösungen geben“, sagt Schäfer. „Wettbewerbsvorteile entstehen vor allem dort, wo sich Unternehmen schnell für praxistaugliche Tools entscheiden – also für Lösungen, die sich nahtlos integrieren lassen, datenschutzkonform sind und nach dem Prinzip Plug & Play funktionieren. Niemand im Einkauf sollte ein halbes Informatikstudium brauchen, um KI erfolgreich einzusetzen. Entscheidend ist: Die Lösung muss sofort verständlich und effektiv sein – dann lösen sich auch etwaige Kostenvorbehalte auf.“

Über die Befragung

Crowdfox hat 37 Einkaufs- und Supply-Chain-Verantwortliche zu Einsatzfeldern, Chancen und Herausforderungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Einkauf befragt. Die vollständige Untersuchung finden Sie auf der Website von Crowdfox.(mk)

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