Globaler Geschäftsklima-Index Deutschland trotzt weltwirtschaftlicher Unsicherheit

Von Margit Kuther 2 min Lesedauer

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Im Vergleich zum Vorjahr ist die globale Geschäftserwartung im zweiten Quartal 2025 um ein Prozent gesunken, so der Global Business Optimism Index von Dun & Bradstreet. Ursachen sind etwa geopolitische Unsicherheiten, volatile Handelsstrategien sowie zunehmender Protektionismus.Dennoch ist die Entwicklung in Deutschland positiv.

Global Business Optimism Index: Trotz internationaler Unsicherheiten und wachsender Risiken verzeichnet Deutschland einen Anstieg des Optimismus.(Bild:  jonbonsilver /  Pixabay)
Global Business Optimism Index: Trotz internationaler Unsicherheiten und wachsender Risiken verzeichnet Deutschland einen Anstieg des Optimismus.
(Bild: jonbonsilver / Pixabay)

In diesem Umfeld positioniert sich Deutschland positiv. Der Geschäftsklimaindex stieg um sechs Prozent, das Vertrauen in finanzielle Stabilität um acht Prozent. Auch beim Thema ESG verzeichnet Deutschland einen Zuwachs von 19 Prozent – ein möglicher Vorbote wachsender Investitionen im Nachhaltigkeitsbereich.

„Trotz internationaler Unsicherheiten und wachsender Risiken verzeichnet Deutschland einen erstaunlichen Anstieg des Optimismus, der vermutlich auf die politische Stabilität zurückzuführen ist“, bemerkt Stefan Kuhlmann, Executive Director Sales bei Dun & Bradstreet Deutschland.

Finanzielle Stabilität: Deutschland als Lichtblick

Der Global Business Financial Confidence Index verzeichnet weltweit einen Rückgang um neun Prozent. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften beträgt das Minus neun Prozent, in den Schwellenländern sieben Prozent. Nur drei von 32 Ländern zeigen eine positive Entwicklung: Deutschland (+8 Prozent), Indien (+1 Prozent) und Frankreich (+1 Prozent).

„In Deutschland beobachten wir trotz schwieriger Rahmenbedingungen einen bemerkenswerten Anstieg des finanziellen Vertrauens. Das spricht für stabile Geschäftsmodelle und vorausschauende Finanzplanung. Die Erwartungen bezüglich sinkender Kreditkosten sind hier optimistischer, da die Zinssätze schneller gesenkt werden als in den USA. Diese Entwicklung könnte den Unternehmen bis 2025 etwas Erleichterung verschaffen, doch die globalen finanziellen Herausforderungen werden dadurch nicht vollständig gelöst. Der Markt sehnt sich nach einer stabileren gesamtwirtschaftlichen Lage, die verlässliche Investitionsplanungen ermöglicht”, so Kuhlmann.

Lieferketten: Deutschland legt zu, USA schwächelt

Der Global Supply Chain Continuity Index konnte sich nur leicht erholen (+1 Prozent). In den USA sank der Optimismus in Bezug auf die Lieferketten-Kontinuität im Vergleich zum Vorquartal um 8 Prozent, während Deutschland mit 11 Prozent einen deutlichen Zuwachs verzeichnete – gemeinsam mit Mexiko (+13 Prozent) und Japan (+11 Prozent). Der Anstieg ist vermutlich auf die Resilienz der deutschen Industrieunternehmen sowie die Diversifizierung von Lieferketten zurückzuführen.

ESG-Engagement: Deutschland mit Spitzenwert

Der Global Business ESG Index ging weltweit um drei Prozent zurück – der erste Rückgang nach drei Quartalen Wachstum. Während ESG-Aktivitäten in vielen Branchen rückläufig sind (z. B. Automobilbau –1,4 Prozent, Elektronik –5,8 Prozent, Transport –6,6 Prozent), sticht Deutschland mit einem Plus von 19 Prozent hervor.

Grund für diesen signifikanten Anstieg ist wahrscheinlich unter anderem der kürzlich verabschiedete Klima- und Transformationsfonds mit einem Volumen von 100 Milliarden Euro. Der Fonds unterstützt gezielt Investitionen in erneuerbare Energien, Eisenbahninfrastruktur und öffentlichen Nahverkehr.

„Die Erwartung massiver öffentlicher Investitionen beflügelt die ESG-Aktivitäten deutscher Unternehmen. Die Transformation wird zunehmend als wirtschaftliche Chance verstanden – nicht als Belastung“, sagt Kuhlmann.  (mk)

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