Supply Chain Management Wie Frühwarnsysteme in der Lagerhaltung Engpässe vermeiden
Logistikkonzepte und ein transparenter Informationsfluss in der Lieferkette können helfen, Engpässe in der Lagerhaltung zu vermeiden. So setzt Future Electronics etwa auf sein Frühwarnsystem.
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Im Jahr 2010 sind nahezu alle Logistikkonzepte der Distributoren an ihre Grenzen gestoßen. Zu stark waren die Nachwirkungen der Krise: Diese hatte die Lager leergefegt, und die Hersteller hatten die Produktionskapazitäten angesichts der ungewissen Nachfrageentwicklung noch nicht wieder hochgefahren.
In Zeiten der Allokation und bei Lieferzeiten von 40 Wochen und mehr ist die Transparenz im Informationsfluss der Supply Chain entscheidend. Future Electronics hat daher für seine Kunden ein Frühwarnsystem in der Lagerhaltung eingeführt, das Engpässe vermeiden hilft.
Logistikstrategien gegen Produktionsstillstand
In jeglicher Planung bleibt auch heutzutage ein Restrisiko an Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit bestehen. Unternehmen können sich so gut wie möglich auf Wirtschaftszyklen, veränderte Besteuerung und sogar auf Naturkatastrophen vorbereiten, aber deren Auswirkungen lassen sich nie hundertprozentig ausschalten.
Das ließ sich 2010 nicht zuletzt durch den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull beobachten, der weltweit den Flugverkehr über mehrere Wochen durch seine Aschewolke lahm legte. Deshalb steht für den weltweit drittgrößten Distributor elektronischer Bauteile die Minimierung von Supply-Chain-Risiken für die Kunden an oberster Stelle.
Ganz bewusst setzt man bei Future Electronics auf die industrieweit umfangreichste Lagerhaltung an frei verfügbaren Bauteilen in den drei zentralen Distributionszentren in Leipzig, Memphis und Singapur. Darüber hinaus hat man eine Reihe von Logistikstrategien implementiert, die verhindern sollen, dass bei den Kunden die Produktion aufgrund von Lieferengpässen still steht.
Geringer Lagerumschlag als Vorteil für den Kunden
„Die Bereitstellung von umfangreichen Lagerbeständen ist der Zweck des Distributionsmodells. Bei Future Electronics setzen wir diese Maxime um und spekulieren nicht auf Kosten unserer Kunden mit der Verfügbarkeit von Komponenten.
Wir haben keine Angst, Produkte auf Lager vorzuhalten – im Gegenteil, wir sehen geringen Lagerumschlag vom Faktor zwei bis drei pro Jahr als strategischen Vorteil für unsere Kunden, um jederzeit Zugriff auf die benötigten Bauteile zu gewährleisten,“ erklärt Jens Heilig, Supply Chain Manager Central Europe, Future Electronics.
Future Electronics hat mit kundenspezifischen Sicherheitslagern in den Distributionszentren ein Frühwarnsystem aufgebaut, das Kunden über mögliche Problemfälle in der Belieferung von Komponenten bis zu zwölf Wochen im Voraus informiert. Ein solches Frühwarnsystem versetzt den Kunden in die Lage, rechtzeitig alternative Lösungswege zu beschreiten und gegebenenfalls Eskalationsstufen einzuleiten, die Mehrkosten in der Produktion ausschalten.
Basis des funktionierenden Frühwarnsystems ist die global einheitliche IT-Infrastruktur des Distributors. Jeder Vertriebsmitarbeiter erhält dadurch über sein Dashboard jederzeit Einblick in den weltweit verfügbaren Lagerbestand und darüber hinaus sogar Zugriff auf benötigte Bauteile aus jedem der drei Lagerstandorte.
Kundenspezifische Sicherheitslager bleiben unangetastet
Im ersten Schritt erhalten die Kunden ihre bestellte Ware aus dem ATS-Lagerbestand (available to sell). Erst wenn diese Vorratshaltung erschöpft ist, wird auf das kundenspezifische Sicherheitslager zurückgegriffen. Dann beginnt auch das Frühwarnsystem Richtung Kunde zu operieren.
Das Frühwarnsystem verdeutlicht per Ampelprinzip im Grün-Gelb-Rot-Modus den Füllstand des kundeneigenen Vorratslagers. Der Kunde kann nun anhand seines persönlichen Reichweitenradars absehen, wie lange die verfügbare Ware der Nachfrage für die Produktionskette standhält. Diese Reichweitenanalyse basiert allein auf dem physikalisch für den Kunden reservierten Sicherheitslager.
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