Blue Hospital

Wie das Krankenhaus der Zukunft aussehen könnte

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Die technologische Basis als Kernelement

Für die Umsetzung sind beispielsweise Maßnahmen in der Gebäudeleittechnik notwendig. Darunter fallen die Gebäudeklimatisierung, Arbeitsablaufsteuerungen und elektronische Formulare zur Erfassung für Indikatoren für die Behandlungsqualität. Darüber hinaus trägt die Vernetzung von medizinischen Geräten und IT-Anwendungssystemen dazu bei, die Prozesse effizienter und reproduzierbarer zu gestalten. Mit der steigenden Zahl von Anwendungsszenarien in der Medizin- und Labortechnik nimmt ihr primärer Energiebedarf zu.

Mehr als 75% des gesamten Primärenergiebedarfs im Lebenszyklus medizinischer Geräte fallen während der Anwendung an. Das dritte Modul ist die notwendige Gebäude- und Energietechnik. Die ökologische Bilanzierung sämtlicher Vorgänge und ihre Berücksichtigung bei der Planung und dem Bau von Krankenhäusern wird nicht nur im Hinblick auf gesellschaftliche Erwartungen, sondern auch von Seite der verantwortlichen Organisiation aus ein zunehmend wichtiger Bestandteil der strategischen Ausrichtung eines Krankenhauses. Die räumlich-gestalterische Qualität des Gebäudes ist dabei ebenso elementar wie die Energietechnik, da sie auf die hochkomplexen Vorgänge und Bedürfnisse einer Krankenhausplanung und schlanke Ablaufprozesse ausgelegt sein muss.

Der Paradigmenwechsel zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen bietet allen Beteiligten eine große Chance. So können Unternehmen der Medizintechnikbranche durch die Entwicklung effizienter Medizinprodukte, strukturierte Investitionen und neue Geschäftsmöglichkeiten ihre Marktchancen erhöhen und einen wichtigen Beitrag zur deutschen Innovationsführerschaft im Zukunftsmarkt „Blue Hospital“ leisten. Auch Architekten, Krankenhausplaner, Leistungserbringer und Kostenträger eröffnen sich Vorteile – von der Geschäftsfelderweiterung, Wettbewerbsdifferenzierung und Marktpositionierung über Energie- und Kosteneinsparungen bis hin zu Effizienz-, Qualitäts- und Imagesteigerungen.

* Johannes Dehm ist seit 2004 Geschäftsführer der VDE Initiative MikroMedizin.

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