IT-Sicherheit im Krankenhaus Schutz der kritischen Infrastruktur in medizinischen Einrichtungen

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Ob digitale Bedrohungen oder ein optimaler Patientenschutz: Die IT-Sicherheit in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen muss stets höchste Priorität haben.

Schutz kritischer Infrastruktur: Die IT-Sicherheit in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen muss höchste Priorität haben.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Schutz kritischer Infrastruktur: Die IT-Sicherheit in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen muss höchste Priorität haben.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Ob Stromausfall, Naturkatastrophe oder ein Cybervorfall: Die IT-Infrastruktur in einem Krankenhaus ist vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Ein Beispiel: Das Anna Jaques Hospital wurde am 24. Dezember 2023 Opfer eines Ransomware-Angriffs, welcher das elektronische Gesundheitsaktensystem lahmlegte und dazu führte, dass zeitweise keine neuen Patienten über die Notaufnahme angenommen werden konnten [1]. Die Gruppierung Money Message bekannte sich zu der Attacke und gab an, 600 GByte an Daten gestohlen zu haben. Die Cyberkriminellen sollen auch Daten des Mutternetzwerkes Beth Israel Lahey Health erlangt haben.

Experten von Dell geben Tipps, wie sich die kritische Infrastruktur bei einem Notfall oder gar Angriff auf die IT-Infrastruktur eines Krankenhauses schützen lässt. Ob bei einem unerwarteten Serverausfall, verursacht durch einen Kurzschluss, Hochwasser oder einen gezielten Cyberangriff – die Stabilität der IT-Infrastruktur kann in Gesundheitsorganisationen den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Patientenversorgung hat höchste Priorität

An erster Stelle steht die Initiierung des Notbetriebs. Die oberste Priorität ist die Sicherstellung der Patientenversorgung, insbesondere wenn der IT-Ausfall direkte Gefahren wie Brände oder Naturkatastrophen mit sich bringt. In solchen Fällen muss das Krankenhaus zügig evakuiert und der Betrieb an einem sicheren Ort fortgesetzt werden. Bei einem Cyberangriff verpflichtet das KRITIS-Gesetz zur Meldung an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und zur Übergabe der Server zur Beweissicherung.

Um den Zugriff auf lebenswichtige Patientenakten auch in der Krise zu gewährleisten, setzt Dell auf die Backup-Strategie „3-2-1“, bei der digitale Kopien der Daten extern gesichert werden. Dies stellt sicher, dass die Patientenversorgung nicht unterbrochen wird, auch wenn interne Systeme versagen.

Neue Hardware versus Cloud-Services

Weiterhin betont der Plan die Bereitstellung einer Infrastruktur für die Wiederherstellung. Hier stellt sich die Frage nach der Rentabilität neuer Hardware versus Cloud-Services. Das sollte stets unter Einhaltung der hohen Datenschutzstandards des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 erfolgen. Bevor jedoch an eine Rückkehr zum Regelbetrieb zu denken ist, steht die Prüfung der Backup-Integrität im Vordergrund. Hackerangriffe erfordern sorgfältige Virenscans und Audits, um eine Kompromittierung der Daten auszuschließen.

Der nahtlose Übergang zurück in den Regelbetrieb beginnt mit der Wiederherstellung der Anmelde- und Authentifizierungssysteme, gefolgt von den Kommunikationssystemen und den klinikinternen Anwendungen für Labore und Radiologie. Das abschließende Element des Plans besteht aus der Implementierung von Präventivmaßnahmen für die Zukunft. Regelmäßige Krisenübungen, Notfalltests und Workflow-Optimierungen sichern die langfristige Resilienz der IT-Infrastruktur und den Schutz der Patienten.

Strategische Auslagerung der IT-Infrastruktur

Dr.-Ing. Marten Neubauer, Healthcare Field Director bei Dell Technologies in Deutschland.(Bild:  Dell Technologies)
Dr.-Ing. Marten Neubauer, Healthcare Field Director bei Dell Technologies in Deutschland.
(Bild: Dell Technologies)

Dr.-Ing. Marten Neubauer von Dell Technologies betont die kritische Rolle, die ein robustes Business Continuity Management im Gesundheitswesen spielt. In einem Bereich, in dem die IT-Teams ohnehin stark ausgelastet sind, ergibt die strategische Auslagerung der IT-Infrastruktur Sinn. Diese Maßnahmen verschaffen dem Personal den Freiraum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die digitale Gefahrenabwehr und die Schulung der Mitarbeiter für eine sichere IT-Nutzung. Damit wird die IT-Ausfallsicherheit zur unsichtbaren Lebensader, die selbst in Krisensituationen den Betrieb am Laufen hält. (heh)

Referenzen

Sicherheitsvorfälle. DSGVO-Portal.

Checkliste für Krankenhäuser im Cybersecurity-Ernstfall. (PDF-Dokument).

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