Vernetzte Medizingeräte FDA entdeckt Cybersecurity-Schwachstellen in Patientenmonitoren

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die Vernetzung medizinischer Geräte bietet viele Vorteile, birgt aber auch Gefahren. Eine aktuelle Untersuchung der FDA zeigt gravierende Sicherheitslücken bei Patientenmonitoren, darunter eine Backdoor, die unbefugten Zugriff ermöglicht.

Das FDA hat Cybersecurity-Schwachstellen in Patientenmonitoren aus chinesischer Produktion entdeckt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das FDA hat Cybersecurity-Schwachstellen in Patientenmonitoren aus chinesischer Produktion entdeckt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die FDA hat drei kritische Sicherheitslücken in medizinischen Patientenmonitoren identifiziert. Angreifer bekommen die Möglichkeit, das Gerät fernzusteuern und zu manipulieren. Besonders bedenklich ist die dabei entdeckte Backdoor. Sie gefährdet nicht nur das Patientenmonitoring selbst, sondern ist auch in der Lage, die IT-Sicherheit des gesamten Netzwerks zu kompromittieren.

Bei dem Patientenmonitor handelt es sich um die Modelle CMS8000 sowie das baugleiche, unter anderem Namen vertriebene Modell Epsimed MN-120. Der CMS8000 ist ein Multiparameter-Patientenmonitor des Herstellers Contec Medical Systems, der für die Überwachung von Vitalparametern bei Erwachsenen, Kindern und Neugeborenen in klinischen Umgebungen wie Intensivstationen, Krankenhäusern und Kliniken entwickelt wurde. Contec hat seinen Sitz in Qinhuangdao, einem der größten Entwicklungs- und Produktionsstandorte für Medizintechnik in China.

Gefährdete Patientensicherheit

Die von der FDA entdeckte Backdoor gefährdet die Patientenüberwachung und kann das gesamte Netzwerk kompromittieren. Denn sobald das Gerät mit dem Internet verbunden ist, kann die Backdoor unbefugt persönliche Patientendaten (PII – Personally Identifiable Information) sowie geschützte Gesundheitsdaten (PHI – Protected Health Information) erfassen und weiterleiten. Damit besteht die Gefahr, dass sensible Daten aus dem geschützten klinischen Umfeld nach außen gelangen.

Die US-Behörden empfehlen, die betroffenen Patientenmonitore ausschließlich im lokalen Modus ohne Internetverbindung zu betreiben, um unautorisierte Zugriffe zu verhindern. Für Hersteller und Entwickler von Medizingeräten bedeutet das eine verstärkte Notwendigkeit, Sicherheitsmechanismen bereits auf Hard- und Firmware-Ebene zu integrieren, um potenzielle Cyberangriffe frühzeitig zu verhindern.

Nicht das einzige Sicherheitsproblem

Cyber-Sicherheitslücken in medizinischen Geräten aus China sind keine Seltenheit. Eine Studie hat ergeben, dass viele medizinische Geräte, die von nationalen Gesundheitsdiensten gekauft wurden, 661 verschiedene Schwachstellen aufwiesen. Mehr als die Hälfte davon sind kritisch oder sehr schwerwiegend. Darüber hinaus berichteten 82 % der Gesundheitssysteme von Cyberangriffen auf IoMT-Geräte (Internet of Medical Things). Die zunehmende Vernetzung medizinischer Geräte erhöht das Risiko von Cyberangriffen erheblich. (heh)

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