Robotik auf der Automatica 2025 Wie Cobots den Einstieg in die Robotik erleichtern

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Der Mittelstand automatisiert zunehmend seine Prozesse, weil Roboter kostengünstiger und einfacher bedienbar werden. Auf der automatica 2025 präsentieren Anbieter praxisnahe Lösungen, die selbst kleine Unternehmen problemlos einsetzen können.

Ein UR-20-Cobot übernimmt schwere Arbeiten(Bild:  Messe München GmbH)
Ein UR-20-Cobot übernimmt schwere Arbeiten
(Bild: Messe München GmbH)

Was vor wenigen Jahren noch nach teurem Hightech klang, gehört heute zur Alltagsrealität zahlreicher mittelständischer Unternehmen. Roboter, insbesondere kollaborierende Modelle, sogenannte Cobots, sind mittlerweile so erschwinglich geworden, dass selbst Betriebe mit überschaubaren Budgets auf Automatisierung setzen. Die Messe automatica in München verdeutlicht diesen Trend.

Ein Beispiel, wie konkret die Robotik in mittelständischen Unternehmen angekommen ist, liefert die Firma Bender+Wirth. Für die Montage von Chip-on-Board-Bausteinen (CoBs) benötigte das Unternehmen eine kosteneffiziente Lösung. Statt teurer Spezialanbieter entschied man sich dort für eine selbst entwickelte Roboterzelle mit Scara-Robotern von Epson. „Die einfache Integration und Programmierung waren entscheidend – unser Mitarbeiter konnte nach einer Schulung bei Epson die Anlage selbst einrichten“, sagt Geschäftsführer Martin Bender.

Digitale Tools senken Sicherheitsrisiken

Um Sicherheitsbedenken gerade bei Cobots auszuräumen, hat das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) ein patentiertes Verfahren zur digitalen Risikobeurteilung entwickelt. Auf der automatica 2025 stellt das Institut dieses System vor, mit dem auch Unternehmen ohne Fachwissen gesetzliche Vorschriften erfüllen können. Das kommt insbesondere kleineren und mittelständigen Betrieben zugute, die Bedarf an mehr Automatisierung haben, aber nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um einen klassischen Systemintegrator zu beauftragen. Mit dieser Lösung können Anwender ganz ohne Vorwissen eine Risikobeurteilung eigenständig durchführen“, erklärt Dr.-Ing. Roland Behrens vom Fraunhofer IFF.

Doch nicht nur preislich, sondern auch technologisch sinken die Barrieren. Unternehmen wie igus demonstrieren, wie kostengünstig Automatisierung sein kann: Roboter sind hier bereits ab rund 5.000 Euro erhältlich. „In unserer Spritzgussfertigung entfernen Roboter die Angüsse. Der Roboter kostet rund 10.000 Euro, der Return on Invest liegt bei nur sechs Monaten“, erklärt Alexander Mühlens, Leiter Low-Cost-Automation bei igus.

KI erweitert das Einsatzspektrum

Künstliche Intelligenz erweitert das Anwendungsspektrum von Robotern erheblich. Universal Robots zeigt beispielsweise den UR AI Accelerator, der es Entwicklern ermöglicht, Roboterlösungen mit KI-Technologien auszustatten. Ähnliche Ansätze verfolgt Delta Electronics mit dem Cognibot Kit, das Cobots mit Sprachsteuerung, 3D-Vision und künstlicher Intelligenz ergänzt.

Das Cognibot Kit mache kognitive Robotik für jedes Unternehmen zugänglich, insbesondere für den Mittelstand, sagt Michael Mayer-Rosa, Global Head of Intelligent Robot Systems bei Delta und ergänzt: „Die einfache Integration in bestehende Umgebungen war ein zentraler Schwerpunkt, der es kleineren Unternehmen ermöglicht, die Effizienz und Flexibilität der Automatisierung in Produktion, Logistik und Service mit einer kostengünstigen Lösung zu nutzen." Diese Entwicklungen könnten gerade in Deutschland, wo der Fachkräftemangel den Mittelstand stark belastet, erhebliche Erleichterungen bringen.

Die automatica 2025 zeigt deutlich, dass Automation und Robotik längst nicht mehr großen Konzernen vorbehalten sind. Auch kleinere Unternehmen profitieren zunehmend von diesen praxisnahen und einfach implementierbaren Technologien, wie auf der Messe automatica 2025 vom 24. bis 27. Juni in München zu sehen ist.

(mc)

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