Nach Ende der Verhandlungen mit Kioxia Western Digital will HDD- und Flash-Geschäfte trennen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nachdem die Verhandlungen über eine Fusion von Kioxia und der NAND-Flash-Speicher-Sparte von Western Digital erfolglos beendet wurden, plant der Verwaltungsrat von WD nun die Trennung der HDD- und Speicher-Geschäfte. Es entstehen zwei unabhängige, börsennotierte Unternehmen.

Western Digital will künftig HDD- und Flash-Geschäft trennen.(Bild:  Western Digital)
Western Digital will künftig HDD- und Flash-Geschäft trennen.
(Bild: Western Digital)

Jahrelang gab’s Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen von Speicher-Hersteller Kioxia und den Chefs von Western Digital, die eine Ausgliederung und Fusion der NAND-Flash-Speicher-Sparte von WD mit Kioxia in den Mittelpunkt rückten. Man wollte sich zusammenschließen, doch im Oktober 2023 wurde Berichten zufolge von den Anteilseignern von Kioxia ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Bei Western Digital wird jetzt anders geplant, wie bekannt gemacht wurde. Der Verwaltungsrat von WD hat einstimmig dem Plan zugestimmt, die HDD- und Flash-Geschäfte des Unternehmens zu trennen.

Der Plan sieht die Gründung zweier voneinander unabhängig agierenden, börsennotierten Unternehmen vor, die sich auf ihren jeweiligen Markt fokussieren können. Die geplante Trennung soll in steuerfreier Weise in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres 2024 vollzogen werden. David Goeckeler, CEO von Western Digital, verspricht den Aktionären damit einen erheblichen Mehrwert: „Die Trennung dieser Franchises wird für die Aktionäre von Western Digital erheblichen Mehrwert schaffen und ihnen ermöglichen, am Potenzial von zwei Branchenführern mit unterschiedlichen Wachstums- und Investitionsprofilen teilzunehmen.“

Mit der Schärfung des WD-Profils durch die Schaffung zweier Unternehmen versprechen sich die Verantwortlichen zusätzlich eine erhöhte Attraktivität für neue Investoren, wie in der Präsentation festgehalten ist, die den Investoren des Konzerns beim Earnings Call für das erste Finanzquartal 2024 präsentiert wurde. Western Digital wird demnach weiterhin der Name des HDD-Geschäfts sein, während der Name für das Speicher-Geschäft noch nicht feststeht. Vorstellbar wäre eine Orientierung am Namen der WD-Marke Sandisk, die bereits etabliert ist und Kundenvertrauen erlangt hat, doch das ist reine Spekulation unsererseits. Das Speicher-Geschäft wird, sofern die Trennung wie geplant vollzogen wird, über eine steuerfreie Dividende an die Aktionäre ausgegliedert.

Ausgliederung des Flash-Geschäfts sei beste Alternative

Die Verantwortlichen von WD sehen in der Aufspaltung beider Geschäftsbereiche aktuell die beste Entwicklung für die Zukunft, denn in Unternehmenskreisen rechnet man damit, dass beide Bereiche in Zukunft eine verbesserte Marktsituation erwarten wird. „Wir kommen jetzt aus einem historischen zyklischen Abschwung im Speicherbereich, in dem sich alle in den letzten Jahren vorgenommenen Veränderungen darin zeigen, wie gut sich jedes Geschäft im Vergleich zu Wettbewerbern entwickelt hat“, wird Goeckeler zitiert.

Zeitgleich wolle man weiterhin offen für strategische Möglichkeiten bleiben, die zusätzlichen Mehrwert schaffen. Eine leichte Entspannung der Marktlage für das Unternehmen lässt sich zumindest aus dem Bericht zum ersten Finanzquartal 2024 von Western Digital ablesen, der am 30. Oktober 2023 veröffentlicht wurde.

Die Pläne zur Trennung werden sich in den kommenden Wochen und Monaten noch beweisen müssen, denn freilich ist die Zustimmung des Verwaltungsrats nur ein Schritt zur Zielumsetzung. Die endgültige Genehmigung durch den Vorstand steht noch aus. Und im Anschluss müssen unter anderem auch der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) die nötigen Unterlagen vorgelegt werden. Wie sich die Verantwortlichen von Western Digital den Weg in die Zukunft vorstellen, kann in der Präsentation für die Investoren eingesehen werden. (sb)

(ID:49778368)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung