Prototypenfertigung Wenn's schnell gehen muss und gut werden soll

Redakteur: Franz Graser

Der Fertiger beflex electronic fokussiert sich auf Prototypen und Kleinserien und fühlt sich in diesem Segment wohl. Kurze Entscheidungswege erlauben schnelle Reaktionszeiten auf Kundenanfragen.

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Qualitätskontrolle: Am Scanner werden die fertigen Platinen überprüft. In der Vergrößerung zeigt sich, ob alle Bauteile am richtigen Ort vorhanden sind und ob die Verpolung stimmt.
Qualitätskontrolle: Am Scanner werden die fertigen Platinen überprüft. In der Vergrößerung zeigt sich, ob alle Bauteile am richtigen Ort vorhanden sind und ob die Verpolung stimmt.
(Bild: beflex electronic)

Prototypen und Kleinserien sind die Spezialitäten des Elektronikfertigers beflex electronic. Zuhause ist der Betrieb in Frickenhausen, einer Kleinstadt auf der Schwäbischen Alb unweit von Esslingen. beflex wurde vor 15 Jahren als Tochter des Fertigers bebro electronic gegründet, der ebenfalls in Frickenhausen beheimatet ist.

Damals, Ende der neunziger Jahre, hatte sich abgezeichnet, dass die Prototypenherstellung und die Fertigung größerer Produktserien nicht miteinander in Einklang zu bringen waren, vor allem wenn man dieselbe Produktionseinrichtung nutzen wollte.

Am 1. Juli 1999 wagte beflex folgerichtig mit fünf Mitarbeitern den Sprung in die Eigenständigkeit. Seitdem ist der Betrieb mit seinen Aufgaben gewachsen. Heute zählt das Team rund vierzig Personen an vier Niederlassungen. Neben dem Hauptsitz in Frickenhausen unterhält beflex Fertigungsstandorte in München und in Windisch/Schweiz sowie ein technisches Büro in Witten (Ruhr).

Die Projektleiter haben mehrere Hüte auf

Der Unternehmensname deutet es an: Flexibilität ist das Credo des Betriebs. Konkret heißt das, auf komplexe Kundenanfragen schnell reagieren zu können. „Wir haben alle Prozesse – die Logisik, die Verwaltung, die Entscheidungswege, unsere Systeme und auch unsere EDV – auf Schnelligkeit und kleine Stückzahlen ausgerichtet“, erklärt Andreas Walter, der Geschäftsführer von beflex electronic.

Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass ein Kunde stets einen konkreten Ansprechpartner bei beflex hat. Diese Person – der Projektleiter – muss in mehrere Rollen schlüpfen können, sagt Geschäftsführer Walter: „Der Projektleiter aqkuiriert seine Kunden. Hat der Kunde einen konkreten Bedarf, dann erstellt der Projektleiter das Angebot und kümmert sich um das Material und den Prozess. Er ist hier das Interface: Er trägt die Daten zusammen, schreibt das Angebot, schickt es an den Kunden und diskutiert es auch gleich mit ihm.“

Das erste Ziel lautet, 24 Stunden nach der Kundenanfrage ein Angebot abgeben zu können. Aufgrund des großen Datenfundus, über den beflex verfügt, lassen sich die Kosten für die benötigten Bauteile in kurzer Zeit recherchieren. Außerdem sind die Frickenhausener mit ihren Partnern gut vernetzt: „Wenn wir eine Leiterplatte anfragen, bekommen wir in der Regel binnen acht Stunden das Angebot des Lieferanten zurück“, weiß Andreas Walter. Denn auch der Lieferant weiß, wie beflex arbeitet: „Wenn er sein Angebot schnell abgibt, hat er die Chance, den Auftrag zu bekommen.“

Ein typischer Fall: Wenn eine Kundenanfrage an einem Freitag eingeht, gibt beflex das Angebot am folgenden Montag ab. Bestellt der Kunde am gleichen Tag, dann erhält er die Baugruppen am Dienstag der Folgewoche. „In dieser Zeit beschaffen wir die Leiterplatte, das Material, die nötigen Hilfsmittel wie etwa die Schablone, wir bestücken und liefern“, erläutert Geschäftsführer Walter.

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