Prototypenfertigung

Wenn's schnell gehen muss und gut werden soll

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Darüber hinaus ist beflex mitunter auch erster Ansprechpartner für Halbleiterhersteller, die ein Evaluierungsmuster oder einen Lötversuch benötigen. In diesem Fall bringt der Kurier morgens die Bauteile vorbei, die bis zum Mittag auf einen Schaltungsträger aufgelötet werden.

Am Nachmittag geht es dann mit dem Kurier wieder zurück zum Kunden, der mit seinen Tests fortfahren kann „Das ging einmal so weit, dass die Bauteile in der Frühe kamen und der Hersteller sagte: Heute Nachmittag um 14 Uhr geht mein Flieger ich muss die Baugruppe mit in die USA nehmen“, erinnert sich der beflex-Chef.

High-Tech im Grünen: Das Gebäude von beflex electronic in Frickenhausen
High-Tech im Grünen: Das Gebäude von beflex electronic in Frickenhausen
(Bild: beflex electronic)
Ein weiterer Grundsatz der Frickenhausener: Je komplexer, desto lieber. Erst jüngst fertigte beflex für einen Kunden ein Server-Mainboard mit 3500 Bauteilen und den stolzen Abmessungen 600 mal 400 Millimeter. Von diesem Prototyp wurden drei Exemplare gebaut. Was aber, wenn der Kunde eine größere Stückzahl benötigt oder sich entscheidet, in die Serie zu gehen? Zumindest ist der Weg nicht weit, denn für größere Serien ist die Mutterfirma bebro der richtige Partner.

Da beflex nach der ISO-Richtlinie 13485 für das Design und die Herstellung von Medizinprodukten zertifiziert ist, darf das Unternehmen zudem Elektronik entwickeln und herstellen, die im medizinischen Bereich eingesetzt wird. Das gilt für Diagnosegeräte, aber auch für in den Körper eingreifende Systeme.

Die technische Ausstattung von beflex zielt darauf ab, möglichst flexibel fertigen zu können und dabei die Qualität stets im Blick zu behalten. Die Bestückungsmaschinen kommen vom Schweizer Hersteller Essemtec.

Hohe Flexibilität dank Inselkonzept in der Fertigung

„Die bieten für unsere Prozesse die größtmögliche Flexibilität, auch weil wir auf kleinen Stellraum viele Feeder-Bänke zur Verfügung haben“, erläutert Walter. Eine klassische Bestücklinie gibt es bei beflex nicht. Stattdessen verfolgen die Frickenhausener ein Inselkonzept. Das erlaubt es, zur selben Zeit unterschiedliche Produkte zu bestücken und zu löten. Die Bestückung kann unter Reinraumbedingungen der Klasse 8 erfolgen. Das gilt für den Stammsitz in Frickenhausen und für die Niederlassung in München.

Darüber hinaus hat beflex in ein Lotpasten-Inspektionssystem (SPI) von Koh Young und in Lotpastendrucker von Ekra investiert. „Auch kleine Stückzahlen gehen bei uns über ein Lotpasten-Inspektionsgerät. Wir achten darauf, dass der Druck perfekt ist, um ein perfektes Lötergebnis zu bekommen.“, erläutert Andreas Walter.

Dieser Service hat natürlich einen gewissen Preis. Andererseits ist Zeit gerade im Elektronikgeschäft bares Geld. Die Frickenhausener streben zudem danach, bereits am Tag vor dem vereinbarten Termin zu liefern, falls dies möglich ist. Dann, so weiß Geschäftsführer Walter, kommt vom Kunden oft die Rückmeldung: „Wir hätten nicht gedacht, dass ihr das schafft!“

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