Anbieter zum Thema
Alles, was sich hinter der Folie abspielt, dürfen Sie der Kompetenz des Anbieters überlassen: er wird Sie beraten, welches Prinzip – Stichworte Polyesterdom, Schnappscheibe,… – am Besten passt und übernimmt, sofern gewünscht, die Gestaltung des schaltungstechnischen Innenlebens, das dann in Form eines Anschlusskabels wieder zutage tritt.
Nebenbei bemerkt: Wenn man den Tastenhub recht klein macht, kann man durchaus einen Effekt erzielen, den man sonst nur mit Sensortasten oder „Touch-Panels“ erreicht: Es gibt keinen spürbaren Hub oder Druckpunkt – und die Auswertung bleibt dennoch denkbar einfach: da es sich um „richtige“ elektromechanische Kontakte handelt, sind weder Hilfsenergie noch Controller nötig.
Frontfolie und Innenleben sind nach hinten durch eine selbstklebende Schicht abgeschlossen. Die Montage der Tastatur ist damit ganz simpel: Schutzpapier abziehen, Kabel verlegen, Aufkleben – fertig.
Diskrete Tastaturen
An dieser Stelle eine kurze Rückblende auf die diskrete Tastatur: Hier benötigen Sie eine Leiterplatte, müssen zahlreiche Tasten auflöten (Zuverlässigkeit der Lötstellen?), möglichst noch jeden Tastenkopf mit individuellem Aufdruck versehen (Kosten der Materialverwaltung/Lagerhaltung?) – und Ihr Konstrukteur macht sich ernsthaft Gedanken, wie er dieses vergleichsweise doch recht wuchtige Gebilde sicher im oder am Gerät befestigt.
Einen Nachteil gibt es allerdings – die dritte Dimension: Wenn die Tastatur nicht nur lang und breit sein soll, sondern auch noch „hoch“, hinsichtlich Tastenform und/oder -Hub, dann wird es mit einer Folie eng.
In die dritte Dimension – die Gummischaltmatte
Mit Gummitasten (Bild 2) kann man tatsächlich besser in die Höhe gehen, bis zu mehreren cm. Diese Art von Tastatur ist beispielsweise üblich für Fernbedienungen im Multimedia-Bereich.
Genau wie man das von Gummi (genauer: Silikongummi) erwartet, lassen sich damit größere Hübe (und damit eine charakteristische taktile Rückmeldung) erzielen. Betätigungswege von etwa 4 mm sind durchaus realisierbar. Damit das Ganze nicht nur mechanisch, sondern auch elektrisch funktioniert, befindet sich an der Unterseite jeder Taste eine leitfähige Scheibe (oder mehrere), klassisch aus Kohlenstoff (Carbonpille), alternativ aus verschiedenen leitfähigen Materialmischungen oder mit Goldoberfläche.
Das Gegenstück dazu befindet sich auf einer unter der Matte befindlichen Platine: eine Struktur, meist in Form zweier ineinander gesteckter Kämme, deren Leiterzüge bei Tastendruck durch die Scheibe kurzgeschlossen werden. Materialinhärente Eigenschaften von Silikongummi wie ein breiter Einsatztemperaturbereich und eine einfache (und damit preisgünstige) Formbarkeit schlagen ebenfalls positiv zu Buche.
Gummi wird oft wegen der langen Lebensdauer von daraus angefertigten Tastaturen gewählt. Umso wichtiger ist es natürlich, auch für die Tastenbeschriftung eine dauerhafte Lösung zu haben – denn was nutzt die langlebigste Tastatur, wenn niemand mehr weiß, was einmal darauf stand?
Abriebfeste Siebdruckfarben, verschiedene Beschichtungen (Lackierung bis zur PU-Beschichtung), Laserbeschriftung sind passende Lösungen. Im Zusammenspiel mit attraktiven Gummifarben (auch mehrere pro Tastatur sind möglich), Beleuchtung usw. ergibt sich somit eine attraktive Möglichkeit, das Design aufzuwerten. Eine Alternative ist auch die Tastatur aus „Stahl“ – Frontplatte und Tastenknöpfe aus Edelstahl wirken nach außen robust, innen befindet sich eine kostensparende Flachtastatur.
Nicht ganz, aber doch ein wenig anders sind Tastaturen, die die Merkmale der beiden zuletzt beschriebenen oder weiterer Technologien kombinieren. Denkbare Anwendungen finden sich z.B. in der Medizin- oder in der Behindertentechnik, wo ausgeprägte Haptik bei gleichzeitig guten Reinigungsmöglichkeiten erforderlich ist.
Beispielsweise kann man eine Silikonschaltmatte mit Ausschnitten für Display usw. versehen und die Oberfläche, Tasten natürlich ausgenommen (wegen des Hubs), mit einer PE-Folie verkleiden.
Wann man welche Technologie einsetzt
Kommt es besonders darauf an, eine gewisse Bauhöhe zu erreichen, ist dazu eventuell eine hohe Lebensdauer gefordert und das zu niedrigen Kosten, wäre der Einsatz einer Silikonschaltmatte zu überlegen.
Wenn die grafische Gestaltung sehr wichtig ist, ist die Folientastatur das Objekt der Wahl – ebenso wenn es um möglichst einfache Montage oder das Erzielen einer gewissen Abdichtung geht.
Eine Tastatur aus diskreten Tasten empfiehlt sich eigentlich nur noch für ganz spezielle Anwendungen, wie z.B. die Computertastatur. Auf Gummi oder Folie wird man auch weiterhin längere Texte nicht flüssig und ermüdungsfrei tippen können.
Eingabesysteme nach dem „Touch-Prinzip“ werden sicher völlig neue Anwendungsgebiete erschließen und haben handfeste Vorteile. Das Gros der Applikationen kann man aber ebenso sicher mit kontaktgebenden Verfahren preisgünstig bedienen.
* * Oliver Kluj ... ist technischer Leiter bei Knitter-switch in Baldham.
(ID:25799120)