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Gerade agile Vorgehensweisen bedürfen einer intensiven Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer mit kurzen Entscheidungswegen. Lange Entscheidungswege auf Seiten des Auftraggebers machen den Einsatz agiler Vorgehensweisen problematisch.
Tailoring der Vorgehens- und Phasenmodelle
Gerade umfangreiche Vorgehens- und Phasenmodelle wie das V-Modell XT (Download unter www.v-modell-xt.de) müssen vor ihrem Einsatz an das Projekt angepasst werden. Während des sogenannten Tailoring werden die Teile des Modells entfernt, die aufgrund der Projekteigenschaften nicht benötigt werden. Beinhaltet ein Projekt z.B. keine sicherheitsrelevanten Bestandteile, so können alle entsprechenden Tätigkeiten und Ergebnisdokumente entfallen.
Beim Tailoring bietet sich die Unterstützung durch den Projekt-Coach an. Dieser kennt ein Phasen- und Vorgehensmodell viel besser und kann die entsprechenden Anpassungen am Vorgehensmodell in Abstimmung mit dem Projektleiter vornehmen. Der Projekt-Coach hat auch die Aufgabe sicherzustellen, dass wichtige Bestandteile z.B. von Projekt- und Konfigurationsmanagement oder Qualitätssicherung nicht versehentlich einem Tailoring zum Opfer fallen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Tailoring in einem Projekt nie Mittel der Wahl sein darf, um Tätigkeiten oder Zwischenergebnisse wegen Zeitmangel wegfallen zu lassen! Ziel des Tailoring ist eine pragmatische Vorgehensweise. Das bedeutet, dass man nur so viele Regeln und Vorgaben definiert, wie auch wirklich benötigt werden. Aber notwendige Regeln werden auch tatsächlich eingehalten.
Casting ohne Show: Rollen richtig besetzen
Neben der zeitlichen Strukturierung von Projekten in einzelne Phasen werden Projekte auf der organisatorischen Ebene geplant. Ergänzend zu einem Phasenmodell beinhalten daher Vorgehensmodelle auch die Definition von Rollen, z.B. eines Software-Architekten, die für Ergebnisse bzw. Aufgaben verantwortlich sind. Darüber hinaus wirken Rollen bei der Erstellung von Dokumenten bzw. der Durchführung von Aktivitäten mit, geben Entscheidungen vor oder werden über Ergebnisse informiert. Je nach Vorgehensmodell sind noch weitere Zuordnungen möglich.
Zu jeder Rolle findet sich im Vorgehensmodell eine Beschreibung der Aufgaben, welche von der Rolle durchgeführt werden müssen, aber auch die Fähigkeiten, die ein Mitarbeiter zur Ausfüllung dieser Rolle mitbringen sollte. Aufgabe ist es nun, die passenden Mitarbeiter für die zu vergebene Rolle zu finden und diese zu besetzen.
Hier ist es meist problematisch, dass Mitarbeiter in mehreren Projekten zum Einsatz kommen. An dieser Stelle muss man nun mithilfe desPhasenmodells einen ersten zeitlichen Rahmen stecken, in dem einzelne Mitarbeiter für Rollen benötigt werden. Im Folgenden gilt es, diese Zeiten mit den Mitarbeitern abzustimmen. Da sich auf Anhieb kaum eine Übereinstimmung erzielen lässt, muss der Mitarbeitereinsatz in der Regel mehrfach überarbeitet werden.
Bei der Rollenbesetzung kann der Projekt-Coach unterstützen, indem er gemeinsam mit dem Projektleiter über Qualifikation und Verfügbarkeit der Mitarbeiter diskutiert und, sofern notwendig, mit dem Projektleiter geeignete Qualifizierungsmaßnahmen für das Projektteam auswählt und plant bzw. selbst als Trainer fungiert.
Meilensteine sind nicht nur einfach Wegbegleiter
Ein Resultat des Take-Off-Workshops ist eine Liste mit Projektergebnissen. Dies können Dokumente oder (Teil-)Systeme sein, die zu festgelegten Terminen fertig gestellt sein müssen. Häufig werden diese Projektergebnisse mit den zugehörigen Fertigstellungsterminen vom Auftraggeber vorgegeben. Damit stehen nun die ersten Hauptmeilensteine fest. Wie man unschwer erkennt, markiert ein Meilenstein ein wichtiges Ereignis im Projektverlauf, das mit einem bestimmten Ergebnis, z.B. abgenommenen Dokumenten, verbunden ist.
Ein gewähltes Phasenmodell enthält seinerseits Schnittstellen zwischen den einzelnen Phasen. Auch hier müssen bestimmte Ergebnisse fertig und meist auch durch ein Review abgenommen vorliegen. Auf Basis der Hauptmeilensteine gilt es nun, diese internen Meilensteine ebenfalls zu planen. Meilensteine sind z.B. der Abschluss der Anforderungsanalyse, Fertigstellung von Architektur und Design, von Implementierung, von Modul- oder Systemtest.
Es ist empfehlenswert, gerade diese internen Meilensteine möglichst gleichmäßig über den Projektverlauf zu verteilen und dabei die Abstände zwischen den einzelnen Meilensteinen nicht größer als einen Monat werden zu lassen. Dies unterstützt eine objektive Ermittlung und Darstellung des Projektstatus. Verzögerungen innerhalb einer Phase sind aus der Außensicht nur schwer zu erkennen.
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