USB Kill 2.0 Vorsicht, dieser USB-Stick kann ihren Rechner töten
Eine in Hong Kong ansässige Firma bietet mit dem "USB Kill 2.0" einen USB-Stick an, der explizit darauf ausgelegt ist, ein System mittels Stromstößen zu zerstören. Das Sabotage-Gerät kostet gerade einmal 50 Euro.
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Offiziell soll der USB Kill 2.0 nach Angaben des Herstellers dazu dienen, ein System auf seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Leistungsspitzen oder Stromstößen zu testen. Das Gerät, das wie ein üblicher, unscheinbarer USB-Stick wirkt, ist darauf ausgelegt, nach Anschluss an einen USB-Port Stromstöße auszusenden. Damit ist es in der Lage, je nach Komplexität einen Rechner instantan oder innerhalb weniger Sekunden nicht nur lahmzulegen, sondern periphär oder im schlimmsten Fall komplett zu zerstören. Ein solches Prinzip hatte ein unter dem Namen "Dark Purple" bekannter Hacker erstmals 2015 präsentiert, nun ist es als Produkt für knapp 50 Euro erhältlich.
Das Prinzip ist nicht detailliert ausgelegt, funktioniert aber im Grunde folgendermaßen: Der "USB-Killer" wird wie ein normaler USB-Stick an den USB-Port eines Systems angeschlossen und empfängt dort die übliche USB-Stromversorgung (5V, 1 - 3 A). Kondensatoren auf dem Gerät speichern die eingehende Energie. Sobald sich ca. 220 - 240 V angesammelt haben, werden 220 V negative Spannung durch den USB-Port wieder zurück ins System entladen. Da die Stromversorgung kontinuierlich ist, kann der USB Killer solche Stromstöße mehrmals pro Sekunde abgeben. Dies kann nur unterbunden werden, wenn das System sofort abgeschaltet wird, oder die Schaltkreise durch die Belastung zerstört wurden.
Im günstigsten Fall wird dadurch nur der USB-Controller beschädigt. SoCs, die diesen Controller allerdings im Chip integriert haben, werden durch diese Attacke allerdings direkt beschädigt und laufen Gefahr, komplett zerstört zu werden.
Zwar sind viele Motherboards mit einem Ladungsschutz ausgestattet, der Beschädigungen durch Überladung des Systems oder Spannungsspitzen verhindern sollen. Diese sind allerdings meiste ausschließlich auf positive Ladungen relativ zur Erdung ausgelegt. Die meisten Systeme dürften einer gezielten Stromstoß-Attacke mit negativen Ladungsspitzen dagegen schutzlos ausgeliefert sein. In diesem Zusammenhang bietet der Hersteller des USB Killers – fast schon zynischerweise – ein an USB Kill Tester Shield, dass ein System vor genau dieser Art von Attacke schützen soll.

Bereits kurz nach Ankündigung des Produkts meldete die Herstellerwebseite, dass der nur 50 Euro kostende Systemzerstörer bereits vergriffen sei; neue Ware wird ab dem 14. September wieder angeboten. Die Nachfrage nach einem solchen Gerät ist also offenbar nicht gerade gering.
Das zerstörerische Potential solcher Geräte ist besonders beängstigend wenn man bedenkt, wie viele Menschen herrenlose USB-Sticks einfach aufheben und sorglos an einem Rechner anschließen: Im August diesen Jahres stellte Elie Bursztein, Research Analyst bei Google, eine Studie mit manipulierten USB-Sticks durch, in dem 300 manipulierte Speicher wie zufällig liegen gelassen wurden. Diese sollten, sobald sie an einem Rechner angeschlossen und darauf eine beliebige Datei angeklickt wurde, ein kurzes Signal abgeben. Das Ergebnis: 45 % der Sticks telefonierten nach Hause; beinahe die Hälfte aller Geräte wurden also nicht nur an einen Rechner angeschlossen, es wurden darauf auch Dateien angeklickt.
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