Porsche, Audi, Bentley Volkswagen-Hack wird nach zwei Jahren veröffentlicht
Drei Forscher sind für den wohl größten Wegfahrsperren-Hack aller Zeiten verantwortlich. Volkswagen unterbindet die Veröffentlichung per Gericht. Nach zwei Jahren wird die Arbeit doch präsentiert. Sie zeigt eklatante Sicherheitslücken auf.
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Werden Fahrzeughersteller Opfer von Hackerangriffen, kommt die Offenlegung der Sicherheitslücke für die Verantwortlichen oft sehr überraschend. Zumindest, wenn es sich um böswillige Hacker handelt. Tatsächlich werden viele Schwachstellen aber von Forschern offengelegt, die – so verlangt es der gute Ton – dem Hersteller ausreichend Zeit geben, auf eine Sicherheitslücke zu reagieren.
So gingen auch drei Forscher der Universitäten Radboud und Birmingham vor: Nachdem Sie die Verschlüsselung des Wegfahrsperren-Systems Megamos Crypto knackten, gaben sie dem Schweizer Hersteller EM Microelectronic neun Monate Zeit, bevor sie ihren Hack publik machen wollten.
Megamos ist eines der am meist genutzen Systeme seiner Art und der Hack ermöglicht theoretisch den Zugriff auf Millionen Fahrzeuge von Volkswagen, Audi, Volvo, Honda und weiteren Herstellern. Selbst Luxus-Karossen von Bentley, Porsche, Ferrari und Maserati sind davon betroffen.
Geplant war die Veröffentlichung der Schwachstelle schon für Mitte August 2013 auf dem Usenix Security Symposium in Washington. Dass die Arbeit erst zwei Jahre später an gleicher Stelle veröffentlicht wurde, liegt an Volkswagen. Statt die Frist anzunehmen, setzten die Wolfsburger ihre Anwälte an und untersagten die Veröffentlichung per Gerichtsbeschluss.
Vor den Anwälten versuchte Volkswagen es noch mit Diplomatie und bat das Forscherteam bei der Veröffentlichung auf die Nennung der Codes zu verzichten, was diese jedoch ablehnten. Der High Court of Justice in London stand den Wissenschaftlern zwar die Veröffentlichung ihrer Arbeit zu, gab aber zu Bedenken, dass dies nicht mit einer Zunahme von Autodiebstählen einhergehen darf – womit es letztendlich der Argumentation von Volkswagen folgte.
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