Ausstehendes Schaeffler-Erwerbsangebot Vitesco gründet Sonderausschuss und intensiviert Partnerschaft mit Infineon

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Die Schaeffler-Gruppe hat mit einem Erwerbsangebot versucht, die Aktionäre des Unternehmens Vitesco zum Verkauf ihrer Anteile zu bewegen. Derzeit prüft ein Sonderausschuss bei Vitesco das Angebot. Gleichzeitig verstärkt Infineon die Partnerschaft mit Vitesco.

Das Headquarter von Vitesco Technologies in Regensburg.(Bild:   / CC0)
Das Headquarter von Vitesco Technologies in Regensburg.
(Bild: / CC0)

Es bleibt spannend im Falle Schaeffler und Vitesco. Am 9. Oktober 2023 war bekannt geworden, dass die Schaeffler-Gruppe ein freiwilliges, öffentliches Erwerbsangebot an die Aktionäre von Vitesco gemacht hat, um die ausstehenden Anteile zu kaufen.

Vonseiten Vitesco hielten sich die Verantwortlichen bedeckt und kündigten vorerst lediglich die Prüfung des Angebots durch den Aufsichtsrat an, um alle folgenden Schritte beschließen zu können. Mittlerweile scheint diese erste Prüfung vollzogen worden zu sein, denn am 17. Oktober 2023 versicherte Vitesco mit einer Pressemitteilung, dass in der Prüfung des Angebots der Schaeffler AG die Interessen aller Stakeholder einbezogen werden.

Zuvor kam der Eindruck auf, dass die Führungspersonen bei Vitesco vom Schaeffler-Angebot überrascht worden waren, und diesen Eindruck vermittelt jetzt auch die neue Pressemitteilung. In der heißt es, dass die Gremien, die das Angebot prüfen, „die Bedenken von Aktionären und Arbeitnehmervertretern von Vitesco Technologies zur Kenntnis [nehmen], die seit der Ankündigung des nicht abgestimmten Angebots von Schaeffler am vergangenen Montag geäußert wurden.“ Bei der Prüfung durch den zusammengestellten, unabhängigen Sonderausschuss, bestehend aus Mitgliedern des Aufsichtsrats ohne Doppelmandat bei Schaeffler, stehen vor allem der angebotene Preis und die Perspektiven von Vitesco als Teil eines Unternehmenszusammenschlusses im Fokus.

Schaeffler-Angebot zu niedrig?

Die Verantwortlichen von Schaeffler bieten 91 Euro pro ausstehende Aktie – fast die Hälfte der Anteile befinden sich bereits im Besitz der Familie Schaeffler. Vonseiten Vitescos wird indessen unter anderem argumentiert, dass der Kurs der Vitesco-Technologies-Aktie allein im Jahr 2023 um 39 Prozent gestiegen ist, und zwar bevor das freiwillige, öffentliche Erwerbsangebot gestellt wurde.

„Bei der Bewertung des Angebots werden Vorstand und Sonderausschuss des Aufsichtsrats prüfen, ob die Prämie, die Schaeffler den Aktionären von Vitesco Technologies anbietet, finanziell für alle Aktionäre angemessen ist und besonders den Wert des Unternehmens und die Perspektiven für profitables Wachstum in einem Markt mit enormen Chancen ausreichend berücksichtigt. Neben den finanziellen Auswirkungen für die Aktionäre von Vitesco Technologies werden die Gremien auch prüfen, welchen Einfluss der von Schaeffler geplante Unternehmenszusammenschluss auf die Fähigkeit des Unternehmens, seine strategischen Ziele zu erreichen sowie auf die Mitarbeitenden haben wird“, heißt es nun aus dem Pressebüro von Vitesco. Der Drops ist also noch nicht gelutscht, wie es so schön heißt.

Infineon stärkt Vitesco-Partnerschaft

Am selben Tag, an dem bekannt wurde, dass ein Sonderausschuss das Schaeffler-Angebot unter die Lupe nimmt, verkündeten die Verantwortlichen von Vitesco und Infineon Technologies eine intensivere Partnerschaft für mehr Effizienz in der E-Mobilität. Dabei geht es darum, dass ab dem Jahr 2027 in den Master- und Zone-Controllern für Elektrisch-Elektronische Fahrzeugarchitekturen (E/E-Architekturen) sowie in neuen Elektrifizierungssystemlösungen die Microcontroller der TC4x-Familie von Infineon eingesetzt werden. Die Vereinbarung gilt für mehrere Jahre und umfasst ein geplantes Auftragsvolumen von mehr als eine Milliarde Euro.

Microcontroller spielen aktuell schon in der Automobilbranche eine große und wichtige Rolle. Bereits jetzt werden Microcontroller für Motor- sowie Fahrzeugsteuerung, Infotainment- und Sicherheitssysteme, für Bordcomputer, Energieverwaltung und die Kommunikation verwendet. Mit der gefestigten Partnerschaft wollen Vitesco und Infineon die Effizienz und Systemkosten elektrifizierter Fahrzeuge weiter verbessern. (sb)

Mit Material von Vitesco, Infineon, dpa

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