Studie zu Bauteilebeschaffung Übersicht über die Top 20 der Distributoren in Deutschland
Rund 300 Unternehmen bedienen den deutschen Distributionsmarkt. Welche Unternehmen an der Spitze stehen und wie sich Distributoren für eine erfolgreiche Zukunft positionieren können, verrät der „Electronic Component Distribution Report 2010“, veröffentlicht von Europartners Consultants.
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2009 ist der Markt für elektronische Bauelemente gravierend eingebrochen. So betrug laut ZVEI der Umsatzrückgang des TAM (Total Available Market) ca. 25%. Betroffen waren alle Marktsegmente, wobei der Umsatzrückgang mit elektronischen Bauelementen im Bereich Automotive mit -29% stärker ausfiel als in den anderen Bereichen.
Analog dazu hat auch der DTAM (Distributable Total Available Market), der Markt der über die Distribution bedient wird, mit -28% einen sehr starken Einbruch verzeichnet, so die Studie „Electronic Component Report Distribution 2010“, die auf Umsatzanalysen deutscher und in Deutschland ansässiger ausländische Distributoren basiert. Diese repräsentieren etwa 75% des DTAM .
Den Halbleiterbereich dominieren Avnet, Arrow und Rutronik
Alle Unternehmen, so die Studie, haben 2009 größtenteils relativ gleichmäßige Einbußen hinnehmen müssen. Lediglich Unternehmen, die sich sehr stark im Projektgeschäft engagieren, zeigten gegen den Trend nur leichte Rückgänge, bzw. haben sogar noch Umsatzsteigerungen erreichen können.
56% des DTAM werden über die ersten fünf Unternehmen (Avnet, Arrow, Rutronik, MSC, Ineltek) abgewickelt, wobei Avnet, Arrow und Rutronik als Broadliner den Markt dominieren.
Die rund 300 Unternehmen des deutschen Distributionsmarkts teilen sich auf in klassische Franchise-Unternehmen, Katalog- und Online-Anbieter sowie Global Component Supplier, also Unternehmen, die die Ware global einkaufen und keine Franchise-Verträge haben.
Im Halbleiterbereich werden 55% des DTAM in der Ranking-Reihenfolge von Avnet, Arrow und Rutronik bedient. Im passiven Markt führt Rutronik das Ranking an, gefolgt von TTI und Arrow und im Segment Elektromechanik hält Arrow den größten Marktanteil vor TTI und RS Components.
Komplettlösungen werden immer wichtiger
Generell, so hat die Studie ergeben, geht der Trend immer mehr zum Projektgeschäft. Das erklärt auch den steigenden Umsatz der Embedded-Systeme. Broadliner haben gegenüber den kleineren Unternehmen einen riesigen Vorsprung, können sie doch aus einem riesigen Reservoir an Knowhow und Komponenten schöpfen, um ihren Kunden die optimale Lösung anbieten zu können.
Ein typisches Beispiel ist in der Beleuchtungstechnik zu finden. Mit dem Vormarsch von immer helleren Leuchtdioden, eröffnen sich neue Märkte. Die Firmen Rutronik, Endrich aber auch andere Unternehmen bieten nicht nur das einzelne Produkt an, sondern komplette Lösungen zum Beispiel in der Straßenbeleuchtung.
Die Vorteile für den Endkunden liegen in der Kosteneinsparung. Sie überwiegen die Nachteile für den Endkunden, nämlich die Abhängigkeit von einem oder zwei Lieferanten.
Die Krise ist vorüber - doch ein gesunder Pessimismus ist sinnvoll
Nach dem dramatischen Rückgang in den Jahren 2008 und 2009 auf Grund der weltwirtschaftlichen Lage, geht die deutsche Wirtschaft gestärkt aus der Krise hervor. Auf Grund der positiven Ergebnisse des BIP in den ersten beiden Quartalen rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von 2,5% und die EU mit 3,0% für das Jahr 2010. Für die kommenden beiden Jahre erwartet sie ein Wachstumsraten zwischen 1,7% und 2,0%.
Allerdings sind diese Werte nicht ausreichend, um den entstandenen Schuldenberg, der durch die Krise entstanden ist und der die Wirtschaft gestärkt hat, in einem übersehbaren Zeitraum abzutragen. Experten haben ausgerechnet, dass dazu ein Minimum von 4% Wachstum pro Jahr notwendig ist. Es ist damit zu rechnen dass die staatlichen Investitionen noch weiter zurückgefahren werden, das wiederum könnte die Wirtschaft langfristig schwächen.
Für die nächsten zwei bis drei Jahre überwiegt der Optimismus und die verschiedenen Indizes der einzelnen Wirtschaft- und Industrieverbände zeichnen für 2011 ein klares und positives Bild.
Trotzdem ist auch ein gesunder Pessimismus angesagt, denn viele Länder, die zu unseren Haupthandelspartnern zählen, kämpfen noch mit den Folgen der Krise. In den USA hat sich die Wirtschaft noch nicht so erholt wie erhofft und die offizielle Arbeitslosenrate schwankt bei 9%, ohne momentan sichtliche Abwärtsbewegung. Ähnlich sieht es mit unseren anderen Handelspartnern wie Frankreich, England und Italien aus. Circa 45% des deutschen Bruttosozialproduktes werden durch den Export generiert.
Die Krise ist vorüber und wir sehen nicht nur lokal sondern global eine Erholung der Wirtschaft. Von einem realen und nachhaltigen Aufschwung ist aber die Wirtschaft noch weit entfernt.
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