Touchsysteme Touch-Bediensysteme verdrängen rein mechanische Eingabesysteme
Eingabesysteme verlagern sich zunehmend von rein mechanischen Bauteilen hin zu Berührungssteuerungen. Hier konnten sich drei Systeme etablieren: kapazitiv, induktiv und resistiv.
Anbieter zum Thema

Kaum ein elektronisches Gerät kommt ohne Bedienelemente aus. Doch Taster und Schieberegler erfuhren in den letzten Jahren einen starken Wandel, weg von mechanischen Bauteilen hin zu Berührungssteuerungen. Durch die technische Entwicklung können nun individuell gestaltete Bedienoberflächen preisgünstig hergestellt werden. Da keine mechanischen Elemente mehr benötigt werden, kann das Gehäuse stabil und verschleißfrei entworfen werden. Durch die einheitliche Oberfläche, ist es zudem leicht zu reinigen.
Fand man Touch-Technik früher nur als Touchscreens auf Computermonitoren, so dringt sie immer mehr auch in Bereiche der Gerätesteuerungen vor. Jedoch anders als bei den Touchscreens geht es bei der Berührungssteuerung mit Mikrocontroller meist um den Ersatz von Tastern, Rädern und Schiebereglern, also eine deutlich kleinere Fläche mit weniger Detektionspunkten. Die Vorteile gegenüber den mechanischen Bauteilen liegen auf der Hand: Die neuen Bedienelemente sind widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse, besitzen keine mechanischen Bauteile, die verschleißen, und können platzsparend integriert werden. Viele Hersteller von Mikrocontroller haben diesen Trend erkannt und bieten spezielle Lösungen an.
Die drei wichtigsten Prinzipien der Berührungssteuerung
Die Bezeichnung „Berührungssteuerung“ ist ein Überbegriff, Berührungen können auf vielfältige Art erkannt werden. Für eingebettete Systeme haben sich folgende Prinzipien etabliert: kapazitiv, induktiv und resistiv. Jede von ihnen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Die Funktionsweise basiert darauf, dass der berührende Finger die Kapazität des Kondensators verändert. Die Messverfahren lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:
- Ladungstransfer: Zwei Kondensatoren, ein unbekannter Elektroden- und ein „Eimerkondensator“ werden mit bekannten Werten geladen. Bei der anschließenden Parallelschaltung fließt ein Teil der Ladung des Eimers in den Elektrodenkondensator. Aus der danach gemessenen Spannung über den Kondensatoren, lässt sich auf die Kapazität des Elektrodenkondensators schließen. Alternativ kann das Laden und Umfüllen des Eimerkondensators in den Elektrodenkondensator so lange wiederholt werden, bis die Spannung über dem Elektrodenkondensator einen bestimmten Pegel überschreitet. In diesem Fall ist die Anzahl der Umladungen das Maß für die Kapazität des Elektrodenkondensators.
- RC-Schwingkreis: Eine Betätigung verändert die kapazitive Komponente eines Schwingkreises oder Zeitglieds. Durch die Ermittlung der Schwingfrequenz oder durch wiederholtes Anregen des Schwingkreises werden Ein-/Ausschwingvorgänge angestoßen, ausgemessen und aus dem Messergebnis auf die Betätigung des Bedienelements geschlossen.
(ID:26320090)