Geschäftsführung lenkt ein Toshiba öffnet sich für Kaufangebote

Von Sebastian Gerstl

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Nach dem jüngsten Scheitern des Vorstoßes zur Aufspaltung des Unternehmens am Widerstand aktivistischer Investoren zeigt sich Toshiba nun doch offen für mögliche Verkaufsgespräche: Das Unternehmen hat einen Finanzberater engagiert, der alternative Strategien zur Sanierung prüfen soll – einschließlich einer möglichen Privatisierung.

Hat Toshiba den Widerstand gegen aktivistische Hedgefond-Investoren aufgegeben? Das Unternehmen gab bekannt, nun strategische Alternativen zu einer Sanierung des angeschlagenen Konzerns prüfen zu wollen - inklusive einer Privatisierung. (Bild:  Toshiba)
Hat Toshiba den Widerstand gegen aktivistische Hedgefond-Investoren aufgegeben? Das Unternehmen gab bekannt, nun strategische Alternativen zu einer Sanierung des angeschlagenen Konzerns prüfen zu wollen - inklusive einer Privatisierung.
(Bild: Toshiba)

Erst im März hatten Aktionäre einem Plan der Geschäftsführung Toshibas, den Konzern zur finanziellen Sanierung in zwei separate Unternehmen aufzuteilen, eine Abfuhr erteilt. Statt dessen haben aktivistische Investoren danach gedrängt, dass sich Toshiba nach anderen Möglichkeiten umsehen sollte, den finanziell angeschlagenen Traditionskonzern wieder auf die Beine zu bringen. Kurze Zeit später gab die Private-Equity-Gruppe Bain Capital bekannt, Interesse an einer Übernahme und Privatisierung Toshibas zu hegen - ein Vorschlag, der von einem der führenden Kräfte der widerspenstigen Investoren, Effissimo Capital Management, aktiv unterstützt wird. Der Hedgefond aus Singapur ist der derzeit größte einzelne Anteilseigner am japanischen Traditionskonzern.

Verkauf wird nicht mehr kategorisch ausgeschlossen

In der Vergangenheit hatte Toshiba solche Interessensbekundungen rundheraus abgelehnt: Der im Februar zurückgetretene CEO Satoshi Tsunakawa bezeichnete Pläne, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, öffentlich als zu riskant. Doch nun scheint der Konzern dem seit Jahren wachsenden Druck der Investoren nachzugeben: Toshiba gab am Donnerstag bekannt, dass es Nomura Securities als Finanzberater für strategische Alternativen, einschließlich einer möglichen Privatisierung, engagiert hat. Der Zeitpunkt der Ankündigung - kurz vor der für Juni erwarteten Jahreshauptversammlung - spricht wahrscheinlich für den anhaltenden Druck, dem das Unternehmen seitens der Investoren ausgesetzt ist

Derweil hat sich öffentlich noch nichts aktiv hinsichtlich der angekündigten Übernahmepläne durch Bain getan: Die Private-Equity-Gruppe hat erklärt, es sei noch nichts über ein Übernahmeangebot entschieden worden. Allerdings hat das Wirtschaftsblatt Nikkei Asia bereits berichtet, dass das Unternehmen plane, sich mit japanischen Investmentfonds zusammenzutun, um ein Angebot zu unterbreiten.

Eine solche Beteiligung lokaler Fonds gilt als entscheidender Faktor für einen entsprechenden Vorstoß, da einige der Vermögenswerte von Toshiba - einschließlich Verteidigungsausrüstung und Kernkraft - in Japan als strategisch wichtig gelten und die japanische Regierung bei zu starkem ausländischen Einfluss ein Veto gegen einen möglichen Verkauf einlegen dürfte..

Anleger freuen sich

Die Börse reagierte in jedem Fall positiv auf Toshibas Ankündigung: Die Aktien der Toshiba Corp sprangen am Freitag im Tokioter Handel um fast 5 Prozent in die Höhe, nachdem der angeschlagene japanische Mischkonzern mitgeteilt hatte, dass er sich um Angebote, auch für eine mögliche Übernahme, bemühen werde. Auch das ist ein Anzeichen dafür, dass sich die aktivistischen Hedgefond-Investoren durch einen Verkauf des Konzerns auf einen lukrativen Ausstieg aus seinen Beteiligungen spekuliert.

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