Unabhängigkeit von China Strategische Investitionen der USA in kritische Metalle

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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China dominiert den Markt für seltene Erden. Mit strategischen Investitionen will die US-Regierung unabhängiger von chinesischen Rohstofflieferungen werden, vor allem bei seltenen Erden, Kobalt und Kupfer.

(Bild:  St. George Mining Ltd.)
(Bild: St. George Mining Ltd.)

Die Elektronikindustrie wächst und mit ihr die Bedeutung kritischer Metalle wie seltene Erden, Kupfer und Kobalt. Die USA haben ihre Strategie zur Sicherung dieser Rohstoffe deutlich vorangetrieben, um sich unabhängiger von chinesischen Lieferungen zu werden und die wirtschaftliche sowie sicherheitspolitische Souveränität zu stärken.

Die jüngste Beteiligung des US-Verteidigungsministeriums am Joint Venture von Trilogy Metals und South32 verstärkt frühere Initiativen bei MP Materials und Lithium Americas. Diese Maßnahmen sollen eine größere Eigenständigkeit bei der Versorgung mit kritischen Metallen wie Lithium, Kobalt, Kupfer und Niobium fördern – essenziell für Hightech-Anwendungen von Elektrofahrzeugen bis zur Verteidigungsindustrie.

Geopolitischer Kontext

China hat eine dominante Position mit 60 % der weltweiten Abbaukapazität und bis zu 90 % der Verarbeitungskapazitäten für seltene Erden. Diese Monopolstellung stellt ein sicherheitspolitisches Risiko dar, da viele Rüstungssysteme und Hightech-Produkte auf diese Metalle angewiesen sind.

Um dem entgegenzuwirken, untersucht die US-Regierung zusammen mit G7-Partnern und der EU die Einführung von Preisböden für kritische Metalle. Ein solcher Mindestpreis könnte eine verlässliche Investitionsgrundlage schaffen und den Aufbau neuer Förder- und Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas unterstützen.

Implikationen für Unternehmen und Märkte

Staatliche Investitionen wirken als Katalysator für private Anlagen. Unternehmen wie Trilogy Metals profitieren von dieser Kapitalverfügbarkeit und der politischen Unterstützung. Hierbei stehen sowohl Sicherheitsüberlegungen als auch wirtschaftliche Möglichkeiten im Fokus.

Das Unternehmen St. George Mining entwickelt im brasilianischen Araxá-Projekt bedeutende Niob- und Seltene-Erden-Vorkommen. Durch die Partnerschaft mit REAlloys, einem US-Zulieferer für Hochleistungsmagnete, integriert sich St. George direkt in die neu entstehende westliche Lieferkette für kritische Rohstoffe.

Marktaussichten und Gesamtbewertung

Analysten prognostizieren erhebliches Aufholpotenzial für westliche Projekte, was an steigenden Kurszielen abzulesen ist. Diese Entwicklungen zeigen, dass Investitionen in US- oder westliche Projekte trotz geopolitischer Risiken als sicherer gelten. Das Engagement der USA bei Trilogy Metals verdeutlicht die Vertiefung der Rohstoffsouveränitätsstrategie, die neue Wertschöpfungsketten für kritische Metalle in Nordamerika schafft und somit Partnerregionen wie Kanada, Australien und Brasilien stärkt.

Letztlich ebnen diese Initiativen den Weg für ein wachsendes Netzwerk von Förder- und Verarbeitungskapazitäten. Dadurch wird die Unabhängigkeit der westlichen Industrien von chinesischen Rohstoffströmen erhöht, was Elektronikentwicklern eine stabilere Grundlage für zukünftige Innovationen bietet. (heh)

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