M12-Steckverbinder Steckverbinder für Feldverkabelung und Geräteanschluss

Autor / Redakteur: Michael Lüdke und Franz-Josef Niebur * / Kristin Rinortner

Der M12-Steckverbinder ist Standard in der Automatisierungstechnik. Auch für die Antriebstechnik wird er zunehmend interessant. Was sind die herausragenden Merkmale dieses Steckverbinders?

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In den letzten drei Jahrzehnten haben sich M12-Steckverbinder zum Standard entwickelt. Waren früher einmal Lichtschranken, binäre Sensoren und induktive Näherungsschalter der Einsatzbereich des M12, so ist dieser Steckverbinder heute das weltweit führende Anschlusssystem für Sensorik und Aktorik sowie Feldbus- und Netzwerktechnik (Aufmacherbild).

Der Markt für M12-Steckverbinder entwickelt sich rasant – ein Ende ist nicht abzusehen. Grundlage der hohen Akzeptanz ist die stetige Weiterentwicklung und Anpassung an neue Applikationsfelder. In der Industrie-Elektronik hat die Anzahl der Funktionen der Geräte immer weiter zugenommen, während die Gehäuse immer kompakter wurden. Mit den Feldbussen und Industrial Ethernet wurde der M12-Steckverbinder auch für die Datenübertragung interessant.

So stieg die Poldichte von zunächst 4 bis auf die heute möglichen 17 Pole. Außerdem erhöhte sich die mögliche Datenübertragungsrate auf bis zu 10 GBit/s. Mit seinem durchgängigen Konzept vom Geräteanschluss bis zur Feldverkabelung bildet der M12-Steckverbinder heute das Rückgrat der Automatisierungstechnik.

Standardisierung als Erfolgs- garant für das M12-System

Wichtige Basis für den Siegeszug des M12 war und ist die internationale Standardisierung. Weil neue Polbilder sukzessive in den Normungsprozess einbezogen werden, kommt es zur raschen Festlegung neuer Standards. Der Anwender kann sich so auf die weltweite Austauschbarkeit zwischen unterschiedlichen Geräten und Herstellern verlassen.

Auch grundlegende Eigenschaften des Steckverbinder-Systems bleiben so über Jahre gleich. Zudem schätzen Anwender die robuste Bauweise des Steckverbinders, der auch in rauer Industrieumgebung mit Schmutz, Staub und Flüssigkeiten zuverlässig funktioniert. Selbst mechanische Belastungen – wie starke Vibrationen oder hohe Schockbelastungen – sind kein Problem.

Eines der Haupteinsatzgebiete für den M12-Steckverbinder ist die Signalübertragung bei der Sensor- und Aktor-Verkabelung. Einfache analoge IO-Signale – etwa von Lichtschranken oder Drucksensoren – werden in die Steuerung eingespeist. In der Aktorik setzen so genannte Aktoren die elektronischen Signale in mechanische Bewegungen oder andere physikalische Größen um.

Die Aktoren geben Sollgrößen vor und greifen in das Regelungssystem ein. Werden empfindliche Daten und Signale übertragen, müssen diese vor störenden elektromagnetischen Einflüssen geschützt werden. Dafür werden geschirmte Leitungen und – falls erforderlich – auch rundum geschirmte M12-Steckverbinder eingesetzt.

M12-Steckverbinder in der Datentechnik

In der Datentechnik sind die Anforderungen an die elektrischen Eigenschaften des Systems noch höher. Während in der Feldbustechnik Übertragungsraten bis zu 12 MBit/s üblich sind, übertragen netzwerkbasierte Systeme wie Profinet schon bis zu 100 MBit/s. Noch anspruchsvollere Anwendungen erreichen sogar bis zu 10 GBit/s. Möglich wird dieser Quantensprung durch eine neue Kontaktanordnung und ein ausgefeiltes Schirmkonzept.

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