Schnell, energieeffizient, extrem robust, CMOS-kompatibel und weit skalierbar: Namhafte Investoren glauben an den Erfolg der FeRAM-Speichertechnik von FMC und stellen für die Kommerzialisierung weitere 20 Mio. US-$ bereit.
Stabile Zustände: Beim Anlegen einer Steuerspannung (Gate-Write-Puls) richten sich die Hafnium-Ionen dauerhaft aus.
(Bild: FMC)
Die Ferroelectric Memory GmbH (FMC), Spezialist für ferroelektrische Hafniumoxid-Speichertechnologie mit Sitz in Dresden, hat in einer zweiten Finanzierungsrunde 20 Mio. US-$ Venture Capital gesammelt. ELEKTRONIKPRAXIS hatte bereits 2018 mit dem Gründer und damaligen CEO von FMC, Dr. Stefan Müller, gesprochen und über die interessante „Ferroelektrische RAM“-(FeRAM-)Technik berichtet. Auch andere Halbleiterunternehmen, etwa SK Hynix, Kioxia, Sony und Imec, sprechen der Technik großes Potenzial zu.
Die nichtflüchtige Speichertechnik basiert auf kristallinem, ferroelektrischem Hafniumoxid und zeichnet sich durch geringe Schaltspannungen, extrem niedrigen Stromverbrauch, sehr hohe Schreibgeschwindigkeiten und enorme Skalierbarkeit „bis auf die neusten CMOS-Knoten“ aus. Weitere Vorteile der neuartigen Speicher sind laut FMC die sehr hohe Temperaturstabilität, vollständige magnetische Immunität und hohe Strahlungsfestigkeit. Damals hatte das 2016 als „Ferroelectric Memory Company“ (davon leitet sich das Kürzel FMC ab) gestartete Unternehmen gerade eine Anschubfinanzierung von 4,6 Mio. Euro eingeworben.
Mit Führungsrochade zum erhofften Erfolg?
Unter dem neuen CEO Ali Pourkeramati zieht FMC nun ein Investitionsvolumen an, das für deutsche Tech-Start-Ups ungewöhnlich hoch ist. „Der Erfolg von KI, IoT, Big Data und 5G erfordert neue Speicherlösungen, die eine überlegene Geschwindigkeit und einen extrem niedrigen Energieverbrauch ermöglichen“, sagt Pourkeramati. Gleichzeitig müssten sie mit den modernsten CMOS-Logikprozessen kompatibel sein, die eine günstige Massenfertigung ermöglichen.
Pourkeramati ist einem „Veteran“ der Speicherbranche und kann auf über 35 Jahre Erfahrung in der Halbleiterindustrie zurückblicken. Zum Beispiel war er bereits in leitender Funktion bei Flash-Entwickler Spansion an Bord, bevor das Unternehmen Ende 2014 mit Cypress fusionierte – das seinerseits seit diesem Jahr zu Infineon gehört. In seiner Karriere hat er 15 Patente für nichtflüchtige Speichertechniken erhalten. Pourkeramati arbeitete rund ein halbes Jahr als COO bei FMC, bevor er dann Ende letzten Jahres die Position des CEOs von Müller übernahm. Müller ist weiterhin als CTO an Bord.
„Wir sehen ein großes Interesse auf Seiten von Kunden und Entwicklungspartnern an den Vorteilen unserer Technik in Bezug auf schnellen Datenzugriff, höchstmögliche Programmier- und Löschgeschwindigkeit, branchenführende Energieeffizienz und einfache Integration in bestehende Fertigungsprozesse“, sagt Pourkeramati. Diese Finanzierungsrunde würde die Kommerzialisierung der eigenen ferroelektrischen Feldeffekttransistor-(FeFET-) und Kondensator-(FeCAP-)Technologie in exponentiell wachsenden Märkten in den Bereichen KI, IoT, Embedded-Speicher und Hochleistungsrechenzentren beschleunigen.
Die jetzige VC-Runde wird angeführt von den Investoren M Ventures und imec.xpand unter Beteiligung von SK hynix, Robert Bosch Venture Capital und TEL Venture Capital. eCAPITAL, Leadinvestor der Series-A-Finanzierung, beteiligte sich ebenfalls. Ziel der neuen Investorengruppe ist es, FMC entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette zu unterstützen – mit der Absicht, in naher Zukunft ferroelektrische Speicherprodukte auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen plant dafür die Erweiterung seines Teams in Dresden und will international expandieren, unter anderem auf den US-amerikanischen und auf asiatische Märkte.
Ursprünglich hatte FMC grob geplant, 2022 mit ersten kommerziellen Produkten auf den Markt zu kommen. Konkrete Aussagen macht das Unternehmen bislang nicht.
Wechsel vom amorphen in den kristallinen Zustand
Die Speichertechnologie von FMC nutzt die ferroelektrischen Eigenschaften von kristallinem Hafniumoxid (HfO2). HfO2 in seiner amorphen Form ist bereits das Gate-Isolatormaterial jedes CMOS-Transistors, vom Planar- bis zum FinFET-Transistor. Die patentierte Technologie von FMC ermöglicht es, amorphes HfO2 in kristallines ferroelektrisches HfO2 umzuwandeln. Auf diese Weise kann jeder Standard-CMOS-Transistor und -Kondensator in eine nichtflüchtige Speicherzelle, einen ferroelektrischen Feldeffekttransistor (FeFET) oder Kondensator (FeCAP) umgewandelt werden.
Neben der hohen Geschwindigkeit, der äußerst geringen Stromaufnahme, der CMOS-Kompatibilität, den geringeren Fertigungskosten und der extremen Temperaturstabilität bietet die FMC-Technologie eine vollständige magnetische Immunität und hohe Strahlungsfestigkeit. FeFETs und FeCAPs können in CMOS-Produktionslinien mit vorhandener Fertigungsinfrastruktur und ohne zusätzlichen Kapitalaufwand integriert werden.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.