McKinsey-Studie Selbstfahrende Autos könnten Unfälle um 90 Prozent reduzieren

Redakteur: Robert Di Marcoberardino

Laut einer Studie der Consulting-Gruppe McKinsey könnte das autonome Fahren zu Einsparungen von Fahrzeiten und Infrastruktur sowie Milliarden von Euro an wegfallenden Unfallkosten führen. Auch die Zahl der Unfalltoten ließe sich dramatisch reduzieren.

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McKinsey befragte über 30 Experten weltweit zur Zukunft des autonomen Fahrens.
McKinsey befragte über 30 Experten weltweit zur Zukunft des autonomen Fahrens.
(Bild: McKinsey & Company)

Bis dahin wird es aber noch dauern, denn die Studie, zu der weltweit mehr als 30 Experten befragt wurden, geht davon aus, dass sich das autonome Fahren erst ab 2040 als Haupttransportmittel durchsetzen wird.

Heute ist es vor allem Google mit seinen autonomen Autos, die regelmäßig für Schlagzeilen sorgen, wenn erneut ein paar tausend Kilometer Testfahrt ohne Unfall absolviert wurden. Tatsächlich setzt sich aber praktisch jeder Automobil-Hersteller mit autonomen oder teil-autonomen Fahrzeugkonzepten auseinander.

So hat Mercedes-Benz erst vor wenigen Tagen Woche seinen neuen Actros-LKW, der teil-autonom fährt, auf die Autobahn A8 zwischen Stuttgart und Denkendorf geschickt.

McKinsey geht davon aus, dass Fahrzeug-Käufer in frühestens zehn Jahren mit dem Kauf autonomer Automobile beginnen werden. Damit einhergehen wird auch eine Veränderung der Dienstleistungs-Gewerbe rund ums Auto: Die sinkende Anzahl von Blechschäden wird sich vor allem auf die KFZ-Werkstätten auswirken. Auch Versicherer werden irgendwann nicht mehr menschliche Fehler, sondern technische Defekte versichern.

Haben sich selbstfahrende Autos dann tatsächlich durchgesetzt, ließen sich durch die Technik auch Staus vermeiden. Selbst Ampelanlagen könnten irgendwann obsolet werden. McKinsey schätzt, dass Pendler jeden Tag im Schnitt um die 50 Minuten einsparen könnten.

Durch das hocheffiziente Fahren per Algorithmus soll sich auch der Bedarf an Parkplätzen deutlich reduzieren. Am Ende der Umstellung steht dann die Reduzierung der Unfallquote um 90 Prozent.

Außerdem bescheinigen die Experten der Roboter-Technik im Consumer-Bereich einen Boom, die von der intensiven Forschung am autonomen Auto stark profitieren könnte.

Im Juni hatte Google nach einem Unfall eine Statistik zu seinem Programm veröffentlicht: Nach knapp 3 Millionen Testkilometern wurden 14 Unfälle während des Betriebs verzeichnet. Elf davon waren Auffahrunfälle, die von anderen Verkehrsteilnehmern verursacht wurden.

In den restlichen Fällen hatten Google-Mitarbeiter zum Unfallzeitpunkt selbst die Kontrolle über das Auto — im autonomen Modus verursachten die Google-Cars keinen einzigen Schaden.

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