Neue Wafer-Fab und beschleunigte Zeitpläne Samsung und TSMC bauen Fertigungsaktivitäten in den USA weiter aus

Von Sebastian Gerstl 3 min Lesedauer

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Samsung bereitet in Taylor, Texas, ein zweites Fab vor. Parallel beschleunigt TSMC den Ausbau in Arizona, um bereits 2027 mit modernen Chip-Nodes an den Start gehen zu können.

Samsung-Standort im texanischen Taylor: Samsung Foundry plant Analystenmeldungen zufolge den Bau einer zweiten Wafer-Fab im US-Bundesstaat.(Bild:  Samsung)
Samsung-Standort im texanischen Taylor: Samsung Foundry plant Analystenmeldungen zufolge den Bau einer zweiten Wafer-Fab im US-Bundesstaat.
(Bild: Samsung)

Samsung konkretisiert koreanischen Medienberichten zufolge den Aufbau eines zweiten Wafer-Fabs an seinem Halbleiterstandort in Taylor im US-Bundesstaat Texas. Nach Angaben aus den vorliegenden Berichten befindet sich das Projekt „Fab 2“ in einer frühen Phase der regulatorischen Vorbereitung. Der Stadtrat von Taylor habe dazu einstimmig eine Vertragsverlängerung mit HDR Engineering beschlossen, damit die weitere Genehmigungsprüfung und die baurechtliche Begleitung des Vorhabens fortgesetzt werden können.

Geplant sei eine Fabrik mit rund 2,7 Millionen Quadratfuß Fläche (circa 250.000 m²). Dies wäre in etwa in derselben Größenordnung wie die derzeit im Bau befindliche Fab 1. HDR Engineering soll unter anderem Designunterlagen prüfen, Samsung bei Baugenehmigungen unterstützen, Genehmigungsprozesse begleiten und die Einhaltung von Bauvorschriften überwachen. Mit Erteilung der erforderlichen Genehmigungen könnte der Baubeginn unmittelbar erfolgen.

Samsung verfolgt in Taylor allerdings eine deutlich weiterreichende Ausbauperspektive. Das Unternehmen hat dort insgesamt 1.268 Acres Land (5,1314km²) erworben. Der Standort wäre damit groß genug, um langfristig einen Halbleitercluster mit bis zu zehn Fabriken aufzunehmen.

Ausbau in Taylor mit langfristiger Perspektive

Die Entscheidung für Taylor als zweiten US-Foundry-Standort fiel bereits im November 2021, der Baustart für das erste Werk folgte 2022. Ursprünglich war das Projekt mit 17 Milliarden US-Dollar veranschlagt, inzwischen wird für den Standort ein Gesamtvolumen von 37 Milliarden US-Dollar genannt. Darin enthalten sind 4,75 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln aus dem US-amerikanischen CHIPS and Science Act.

Inhaltlich ist der Campus auf Chips für High-Performance-Computing und Automotive-Anwendungen ausgerichtet. Gefertigt werden sollen dabei vor allem Bausteine auf Basis von Samsungs 2-nm-Technologie. Marktquellen zufolge soll Samsung für den Standort bereits Aufträge oder Zusagen von 121 Kunden gesichert haben; als mögliche Großkunden werden unter anderem Google, AMD und ByteDance genannt.

Fab 1 in Taylor soll 2027 in die Massenproduktion gehen. Dieser Zeitplan steht auch im Zusammenhang mit der Vereinbarung zwischen Samsung und Tesla über die Fertigung der KI-Chips AI5 und AI6 mit einem Volumen von 16,5 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich deuten jüngste Entwicklungen am Standort auf die Vorbereitung des operativen Hochlaufs hin: Laut Stadtverwaltung lag im Februar 2026 bereits eine temporäre Genehmigung für einen Teilbereich von rund 88.000 Quadratfuß innerhalb von Fab 1 vor.

Nachfrage nach US-Kapazitäten bleibt hoch

Die Expansion von Samsung ist vor dem Hintergrund eines angespannten Foundry-Markts zu sehen. In den Berichten wird darauf verwiesen, dass mutmaßliche Kapazitätsengpässe bei TSMC dazu beitragen würden, dass große US-Kunden nach Alternativen oder ergänzenden Fertigungsquellen suchen.

Die aktuellen US-Ausbaupläne von TSMC und Samsung laut Trendforce-Analyse.(Bild:  Trendforce)
Die aktuellen US-Ausbaupläne von TSMC und Samsung laut Trendforce-Analyse.
(Bild: Trendforce)

Gleichzeitig baut TSMC seine US-Präsenz in Arizona offenbar schneller aus als zunächst geplant. Für das dortige Fab-21-Areal wird berichtet, dass das zweite Werk ab der zweiten Jahreshälfte 2027 mit der 3-nm-Massenproduktion starten könnte. Auch bei den weiteren Bauabschnitten P3 und P4 sollen Zeitpläne für technische Gebäudeausrüstung und Installation vorgezogen werden.

Nach Angaben aus der Lieferkette und von Investoren haben sich die Bauabläufe im Ausland verkürzt. Während frühere Projekte demnach etwa sechs Quartale beanspruchten, sollen sich neue Vorhaben inzwischen in vier bis fünf Quartalen realisieren lassen. Als wesentliche Hebel gelten mehr Erfahrung mit lokalen Vorschriften, eingespieltere Projektsteuerung sowie zusätzliche Spezialisten für Reinraum-, MEP- und Versorgungssysteme.

Wettbewerb verschärft sich im Advanced-Node-Segment

Für TSMC spricht außerdem eine anhaltend hohe Kundennachfrage nach US-Kapazitäten. Den Berichten zufolge sollen inzwischen nicht nur die ersten drei Fabriken in Arizona weitgehend reserviert sein, sondern auch Kapazitäten eines vierten Werks, einschließlich fortschrittlicherer Angstrom-Klassen. Als Treiber gelten neben dem Bedarf an Hochleistungs- und KI-Chips auch geopolitische Überlegungen großer US-Kunden wie Apple, NVIDIA, AMD und Qualcomm.

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Vor diesem Hintergrund gewinnt Samsungs Ausbau in Taylor zusätzlich an strategischer Bedeutung. Das Unternehmen konnte seinen Foundry-Umsatz im vierten Quartal 2025 laut TrendForce gegenüber dem Vorquartal um 6,7 Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar steigern. Der weltweite Marktanteil erhöhte sich zugleich von 6,8 auf 7,1 Prozent, womit Samsung seine Position als Nummer zwei im Foundry-Markt festigte. (sg)

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