Standardisierung von PIM-Technologien Samsung und SK Hynix kooperieren bei Processing-in-Memory

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Die Speicherhersteller Samsung und SK Hynix streben gemeinsam nach einer Standardisisierung ihrer Processing-in-Memory-Technologien: Die Unternehmen kollaborieren bei Vorarbeiten zur Anmeldung der Standardisierung des LP-DDR6-PIM beim Joint Electron Device Engineering Council (JEDEC).

Die südkoreanischen Speicherkonkurrenten SK hynix und Samsung arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung der LPDDR6-PIM-Technologie (Processing-In-Memory). Beide Unternehmen sehen im Vorverarbeiten von Daten in High-Bandwith-Memory-Bausteinen große Bedeutung für künftige KI-Awnendungen.(Bild:  Samsung)
Die südkoreanischen Speicherkonkurrenten SK hynix und Samsung arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung der LPDDR6-PIM-Technologie (Processing-In-Memory). Beide Unternehmen sehen im Vorverarbeiten von Daten in High-Bandwith-Memory-Bausteinen große Bedeutung für künftige KI-Awnendungen.
(Bild: Samsung)

SK Hynix und Samsung sind für gewöhnlich Rivalen im Speichersektor. Besonders stark ist die Konkurrenz derzeit im HBM-Segment (High-Bandwidth Memory), also bei Speichern mit einer hohen Bandbreite für besonders effizienten und schnellen Datendurchsatz, die vor allem bei KI-Anwendungen wichtig sind. Sie legen jedoch ihre Differenzen beiseite, um einen Speicher der nächsten Generation zu vermarkten, der die KI-Verarbeitungsarchitekturen verändern könnte.

Samsung nimmt für sich in Anspruch das erste Unternehmen zu sein, das bereits erfolgreich Processing-in-Memory (PIM) in HBM-DRAM-Bausteinen anbietet. Bei Processing-in-Memory (PIM; von einigen Herstellern auch In-Memory-Computing oder IMC genannt) werden Recheneinheiten in den Speicherchip selbst integriert, um direkt am Speicherort bereits bestimmte logische Funktionen vorzuverarbeiten, ehe sie zurück an den Prozessor gesendet werden. Dies verringert die Zahl an Datenbewegungen zwischen Prozessor und Speicher und sorgt somit für eine schnellere Verarbeitung der Gesamtdaten, effizienteres Computing und damit verbunden auch niedrigeren Energiebedarf: Nach Angaben von Samsung seien mit der LP-DDR6-PIM-Technologie des Unternehmens eine Verdoppelung der Leistung bei gleichzeitiger 70-prozentiger Reduzierung des Stromverbrauchs im Vergleich zur Verwendung von herkömmlichem HBM-Bausteinen möglich. Die Energieeinsparungen durch PIM werden als besonders bedeutsam für die On-Device-KI in Smartphones und Personal Computern angesehen, Samsung sieht die Einsatzmöglichkeiten entsprechender Speicher aber auch serverseitig.

PIM ist an sich nichts Neues, die Technologie hat aber mit dem Aufkommen moderner KI-Anwendungen in den letzten sechs Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Ein Grund, warum sich PIM bzw. IMC noch nicht auf breiter Ebene durchgesetzt hat, ist ein mangelnder Industriestandard: Wie sollen die logischen Funktionalitäten zwischen Prozessor und Speicher aufgeteilt werden? Zu welchem Zeitpunkt findet die Vorverarbeitung statt, und in welchem Umfang? Zu diesen Bereichen verfolgen Speicherhersteller derzeit noch unterschiedliche Ansätze, was eine mögliche Akzeptanz in der Industrie schmälert. der Industrie oder zumindest unter den Speicheranbietern erreicht wird.

Nach Angaben des südkoreanischen Wirtschaftsblatts Business Korea habe Samsung sich bereits bei der Einführung seines PIM-Einsatzes in die LPDDR5-Produktlinie um eine Standardisierung bemüht. Dieser alleinige Vorstoß blieb allerdings ohne Erfolg. SK Hynix hat seinerseits seine aktuelle Generation an Grafik-DRAM (GDDR6) ebenfalls mit Processing-in-Memory ausgestattet. Nun möchten die Unternehmen gemeinsam einen weiteren Vorstoß zu einer Akzeptanz ihres PIM-Ansatzes als Standard beim Joint Electron Device Engineering Council (JEDEC) starten.

„Die beiden Unternehmen tauschen Meinungen aus und arbeiten bei der Produktstandardisierung zusammen“, zitierte Business Korea einen ungenannten Vertreter von Samsung. „Da die Zusammenarbeit gerade erst begonnen hat, sind wir dabei, die Umsetzungspläne für den angestrebten Zeitrahmen der Standardisierung festzulegen“. (sg)

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