Hohe Langzeitverfügbarkeit Revival des AMD Geode LX Prozessors im Pico-ITX-Format

Redakteur: Holger Heller

Ein Single-Board-Computer im Pico-ITX-Format ist mit AMDs Geode-LX800-Prozessor bestückt ist. Die ersten Geode-CPUs gingen bereits 1999 ins Rennen, der LX800 wurde 2005 gelauncht. Ein Dauerbrenner?

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Dass führende Embedded-Hersteller nach sechs Jahren Prozessorverfügbarkeit ein Neudesign wagen, spricht sowohl für die Attraktivität dieses 500-MHz-Prozessors als auch für die Langzeitverfügbarkeit von AMD, die deutlich über den üblichen 5+2 Jahren liegt.

In der Regel gibt es im x86-Bereich eine Prozessorverfügbarkeit von fünf plus zwei Jahren. Danach hat die Technologie für Neudesigns ausgedient und Last-Time-Order und –Delivery-Management sind angesagt. Die Absatzzahlen sind zu dieser Zeit zumeist deutlich nach unten gegangen: Übrig bleibt oft nur noch die Long-Tail-Nachfrage, die zwar noch lange stabil bleiben kann, jedoch nur noch im unteren einstelligen Bereich der Ursprungsnachfrage liegt. Hierfür lohnt es sich oft nicht mehr, entsprechende Ressourcen für Produktion und Support bereitzuhalten.

Aus diesem Bezugsmuster bricht die AMDs Geode-LX-Prozessorfamilie jedoch aus. Insbesondere der LX800 verzeichnet auch noch heute eine stabile Nachfrage, die auch dank passendem Volumina noch Gewinn abwirft. Warum? Das einzigartige an diesem Prozessor ist, dass es vergleichbare Lösungen nicht mehr gibt. Ein x86-Prozessor, der von Haus aus inklusive Grafikeinheit eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von unter 1,8 W hat, ist nur schwer zu finden. Damit ist er für Kunden weiterhin attraktiv, die eine schlanke x86-Lösung benötigen, sofern die 500-MHz-Taktung ausreicht. Warum aber hat speziell dieser Chip überlebt?

Schlanke GUI-Applikationen

Der Geode-LX war von Anfang an breit aufgestellt für 32-Bit-Betriebssysteme mit voller Windows- und Linux-Unterstützung. Zudem unterstützt er Flash, vollen Browser-Support sowie AC-Sound, sodass er sich für GUIs, Thin Clients und für schlanke Visualisierungsaufgaben eignet. Genau hier hat es schon immer einen breiten Markt gegeben. Und darum auch die Geode-LX800-Variante im Jahr 2006 gelauncht. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits leistungsfähigere CPUs verfügbar.

Aber mit Funktionen wie MMX und 3DNow! erzielte der Geode LX 800@0.9W von allen seinerzeit angebotenen 32-Bit-Prozessoren mit x86-Architektur die höchste Rechenleistung pro Watt und bot zugleich eine erhöhte Speicherbandbreite über eine DDR-Schnittstelle sowie einen verbesserten I/O-Durchsatz mit USB 2.0.

Auf entsprechende Langzeitverfügbarkeits-Applikationen setzte der LX 800 folglich bereits bei seinem Launch, als er den Geode GX ablöste. Und auch heute haben Anwendungen noch Bedarf in diesem Performancebereich. Zudem ist er nicht nur beim Strombedarf sparsam, sondern eignet sich aufgrund der hohen Integration auch für lüfterlose SFF-(Small-Form-Faktor-)Designs: So integriert er neben CPU und Speichercontroller auch einen Grafikprozessor, Display-Controller und Videoprozessor sowie einen Security-Block mit AES.

Hoher Verbreitungsgrad

In Verbindung mit AMDs Geode-CS5536-Chipsatz bietet er eine 2-Chip-Lösung mit voller x86-Funktion. Sein Temperaturbereich reicht von -40 bis 85 °C. Damit eignet er sich auch für kritische Umgebungsbedingungen, und er vereinfacht die Entwicklung lüfterloser Systeme, da die maximale Temperatur am Prozessor selbst mindestens 15 °C höher sein sollte, als die Umgebungstemperatur.

Entsprechend oft wurde er in Embedded-Applikationen wie POS-/Info-Terminals und Kiosk-Maschinen eingesetzt, die damals eine besonders hohe Nachfrage erzielten. Aber auch als industrieller Steuerungsrechner, Panel PC und Thin-Client fand er Anwendung. Interessant ist er auch heute noch für viele bereits entwickelte Anwendungen wie Parkautomaten, da er bekannte Schnittstellen wie COM oder VGA unterstützt.

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