Messtechnik und Leistungselektronik

Oszilloskop als Power Analyzer an mehrphasigen Motorantrieben

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Messparameter als zeitkorreliertes Signal

Es lässt sich mit der Software nahezu jede Art von Geschwindigkeits-, Rotations- und Positionssensoren wie auch analoge und digitale Tachometer, bürstenlose Gleichstrom- (BLDC-)Hall-Sensoren, Inkremental-Encoder-Schnittstellen (QEI) und Resolver integrieren. Darüber hinaus können Hall-Sensoren und QEI-Signale über digitale Eingänge gemessen werden, um die analogen Kanäle für andere Signale freizuhalten.

Verschiedene Parameter wie Spannung, Strom, Leistung (Echt-, Schein-, Blindleistung), Pasenverschiebung und Effizienz werden an erfassten Spannungs- oder Stromsignalen gemessen oder berechnet und in einer Tabelle dargestellt. Die Tabelle ist frei konfigurierbar und wird zusammen mit den erfassten Signalen angezeigt und entspricht den Informationen, die normalerweise von einem Power Analyzer zur Verfügung gestellt werden.

Zusätzlich kann ein Messparameter auch als zeitkorreliertes Signal durch einfaches Anklicken des Wertes in der Tabelle angezeigt werden. Dieses Signal wird in zeitlichem Zusammenhang mit den anderen erfassten Signalen dargestellt und man kann dadurch auch komplexe Beziehungen des Antriebs zu anderen Signalen der Steuerung oder des Antrieb in Verbindung bringen. Durch diese Darstellung können Probleme des Antriebssystems schneller behoben werden. Statistische Details der Messungen können parallel angezeigt werden. Diese zusätzlichen Informationen gehen weit über das hinaus, wozu ein Power-Analysator in der Lage ist.

Der große Erfassungsspeicher des Messgerätes mit bis zu 250 Mpts/Kanal bietet interessante Möglichkeiten bei der Analyse des Antriebsverhaltens. So sind beispielsweise 25 Sekunden kontinuierliche Erfassung mit einer Abtastrate von 10 MS/s möglich. Entwickler bekommen damit ein besseres Verständnis für das dynamische Antriebsverhalten bei Anlassern, Lastaufbringung oder Wechsel des Belastungszustandes oder den Zusammenhang von Problemen beim Antriebsverhalten, Steuerungsanweisungen und Ausfällen in der Leistungseinheit.

Der WaveSurfer 3000 mit MAUI-Bedienkonzept

In einer andere Preisklasse spielt die Serie WaveSurfer 3000. Interessant für die untere Mittelklasse ist das MAUI-Bedienkonzept von Teledyne LeCroy. Dieses Bedienkonzept war bisher den höheren Oszilloskop-Klassen vorbehalten. Jetzt erschließt es umfangreiche Funktions- und Analyse-Pakete sowie die Möglichkeiten eines Multifunktions-Instruments durch die effektive Nutzung des 10,1'' großen Touchscreen-Bildschirms. Damit steht dem Anwender diese Funktion zur Verfügung, um wesentliche Einstellungen wie Positionierung und Vergrößerung von Signalen, die Einrichtung der Mess-Cursor, Definition von Messparametern und Auswahl von Menüs schnell vorzunehmen. Zudem verfügt die Oszilloskop-Serie über Bandbreiten von 200 bis 750 MHz, einen Erfassungsspeicher von 10 MPkte/K und Abtastraten bis zu 4 GS/s.

Außer den traditionellen Oszilloskop-Anwendungen bietet der WaveSurfer 3000 eine Reihe weiterer Funktionen. Dazu gehören ein eingebauter Funktionsgenerator, die Protokoll-Analyse mit Seriell-Bus-Decodern und Triggern sowie Logik-Analyse in Mixed-Signal-Konfiguration mit 16 digitalen Kanälen. Alle Geräte lassen sich sowohl in Hinblick auf Bandbreite als auch für Optionen einfach aufrüsten. Abgerundet wird der Funktionsumfang der Serie durch eine schnelle Bildschirm-Wiederholrate mit bis zu 130.000 Signalen/s, einer History-Funktion zur Wiedergabe vorheriger Erfassungen und der automatischen Online-Suche WaveScan.

Über die aktiven Signal-Eingänge lassen sich flexibel hohe Spannungen, hohe Frequenzen, Ströme oder Differenz-Signale messen. Zum Funktionsumfang gehören erweiterte Mathematik, Parameter-Messungen, segmentierbarer Speicher und LabNotebook. Damit lassen sich Messdaten nicht nur auffinden, sondern auch erfassen, analysieren und dokumentieren.

* Guido Wolf ist für das Marketing in Europa bei Teledyne LeCroy in Heidelberg verantwortlich.

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