Chipkrise Nexperia: Weiterer Weckruf für die deutsche Wirtschaft und Politik

Von Margit Kuther 1 min Lesedauer

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Ein fehlender 50-Cent-Chip kann eine Million-Euro-Produktionslinie stoppen. Die Debatte um Nexperia beschränkt sich meist auf die Autoindustrie, doch die Abhängigkeit von ausländischen Halbleitern betrifft die gesamte Wirtschaft. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst informiert.

Halbleiter: Das Gros der in Deutschland verarbeiteten Chips stammt aus China oder den USA.(Bild:  Kyraxys /  Pixabay)
Halbleiter: Das Gros der in Deutschland verarbeiteten Chips stammt aus China oder den USA.
(Bild: Kyraxys / Pixabay)

91 Prozent der Unternehmen aus verarbeitendem Gewerbe sowie IT- und Telekommunikation setzen Halbleiter ein, für 80 Prozent sind sie unverzichtbar – und die große Mehrheit kauft in den USA und China. Wenn dort etwas hakt, stehen hierzulande Bänder still. Kurzfristig sind solche Schocks kaum zu kompensieren: Bauteile müssen identifiziert, Alternativen gefunden, eingekauft und vor allem geprüft und freigegeben werden. Das dauert oft Monate.

Technologiepartnerschaften mit Japan udn Südkorea ausbauen

Europa muss echte digitale und technologische Souveränität aufbauen, also Abhängigkeiten etwa gegenüber USA und China verringern und eigene Handlungsspielräume stärken. Das bedeutet unter anderem, Lieferketten transparent machen, Risiken digital überwachen und alternative Bezugsquellen bereits in der Produktentwicklung mitdenken. Wir sollten Technologiepartnerschaften etwa mit Japan und Südkorea gezielt ausbauen, um Abhängigkeiten zu verringern.

Und wir müssen in Europa wettbewerbsfähige Kapazitäten über die gesamte Wertschöpfungskette aufbauen, inklusive Packaging und Test, Genehmigungen beschleunigen und Förderzusagen verlässlich machen. Die EU hat mit dem Chips Act die richtigen Weichen gestellt, die Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung setzt darauf auf, aber jetzt braucht es deutlich mehr Tempo, klare Verantwortlichkeiten und messbare Meilensteine.“ (mk)

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