Zukunftsbarometer Mobilität

Mobilität 2030 – das Auto verliert als Statussymbol

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Mobilitäts-Kooperationen und neue Spieler

Segway in Aktion: Mobilität im Jahr 2030 heißt Flexibilität
Segway in Aktion: Mobilität im Jahr 2030 heißt Flexibilität
(Bild: Segway)
Die Zukunft liegt in Mobilitätsclustern, die alle Mobilitätsleistungen gebündelt aus einer Hand liefern können. Kein Unternehmen im Mobilitätsbereich – und wäre es noch so groß – kann in der Zukunft allein das komplexe Netz der Mobilität für seinen Kunden realisieren.

Kundenorientierte Kooperationen sind notwendig

Die Grundvoraussetzung für den Erfolg sind kundenorientierte Kooperationen, die Mobilitäts- und Infrastrukturanbieter sowie den öffentlichen Sektor umfassen. Der Markt für multimodale Mobilität wird dominiert von Unternehmen (und Unternehmensclustern), die Mobilität als Dienstleistung bereitstellen. Bereichsübergreifende „Mega-Kooperationen“ sind dabei zwingend und überlebensnotwendig. Player, die dies missachten, werden nicht teilhaben an der mobilen Zukunft.

Neue Player finden Zugang zum Massenmarkt Mobilität

Dabei werden zunehmend neue Player aus ehemals mobilitätsfremden Bereichen vor allem aus dem IKT-Bereich Zugang zu dem Massenmarkt der Mobilität finden (Google, Microsoft, Apple, Amazon etc.). Es wird eine generelle Machtverschiebung weg von den Einzelunternehmen mit zeitlich begrenzten, fragmentarischen Angeboten geben, hin zu strategisch langfristig angelegten Mobilitätskooperationen.

Kooperationen von primären Mobilitäts- mit Kommunikations-/IT-Anbietern

Kombination aus physischer und intelligenter oder virtueller Mobilität: Vorrangig sind Kooperation zwischen primären Mobilitätsanbietern und Kommunikations-/IT-Anbietern zu erwarten. OEMs und ihr zentrales Produkt (PKW, LKW, Busse etc.) sind aufgrund ihrer Hardware (Antrieb, Connectivity, etc.) nicht austauschbar und bilden weiterhin den zentralen Bestandteil der individuellen Fortbewegung.

Das Primat der Produktion muss allerdings abgelöst werden durch das Primat der Mobilitätsdienstleistung. Die Industrie muss sich als Dienstleister für die kundenorientierte Bereitstellung flexibler Mobilitätsangebote verstehen.

Attraktive Komplettangebote sind gefordert

Kunden erwarten zunehmende Wahlfreiheit in der Gestaltung ihrer Mobilitätsketten durch eine Vielzahl unterschiedlicher Fortbewegungsmittel mit verschiedenen Schwerpunkten der Mobilitätsdienstleistung. Der Drang nach individueller Fortbewegung und Eigenständigkeit bleibt hoch. Dieser wird jedoch nicht mehr vordergründig durch den Besitz eines Fahrzeuges befriedigt, sondern wird weitgehend durch den flexiblen und bequemen Zugang zu multimodalen Angeboten ersetzt.

Dabei ist die Flexibilität des Angebotes als solches wichtiger als einzelne Techniklösungen, wie das Elektroauto. Die gesellschaftliche Bewegung geht weg von einem universal einsetzbaren Fortbewegungsmittel hin zum flexibel einsetzbaren virtuellen Fuhrpark. Key-Enabler werden hier Attraktivitätsmerkmale sein wie Convenience, einfache Nutzung und jederzeitige Verfügbarkeit der Verkehrsmittel.

Rückzug des Staates aus der Bereitstellung

Zunehmend wird der Fokus auf die privatwirtschaftliche Führung in der Ausgestaltung multimodaler Mobilität gesetzt mit Hilfe effizienter Konzepte, die einen optimierten betriebswirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen. Die Öffentliche Hand steuert über regulative Maßnahmen und übernimmt primär die Moderatorenaufgabe und Bereitstellung ihrer Assets.

Neben technischen Herausforderungen ist multimodale Mobilität vor allem eine Frage der Vermarktung von attraktiven Angeboten. Das Preisniveau für die zukünftigen Mobilitätsleistungen wird dadurch jedoch unweigerlich steigen.

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