Unternehmensübernahme Marvell übernimmt XConn Technologies für 540 Millionen US-Dollar

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Mit der Akquisition von XConn stärkt Marvell sein Portfolio für PCIe- und CXL-Switches und erweitert sein Entwicklungsteam für skalierbare Rechenzentrumsarchitekturen.

Marvell-Campus in Santa Clara. Das Halbleiterunternehmen übernimmt den Vernetzungsspezialisten XConn für 540 Millionen Dollar. Der Fokus der Übernahme liegt im Bereich Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur.(Bild:  Marvell)
Marvell-Campus in Santa Clara. Das Halbleiterunternehmen übernimmt den Vernetzungsspezialisten XConn für 540 Millionen Dollar. Der Fokus der Übernahme liegt im Bereich Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur.
(Bild: Marvell)

Marvell Technology hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von XConn Technologies getroffen. Der Kaufpreis beträgt rund 540 Millionen US-Dollar und wird zu etwa 60 Prozent in bar und zu 40 Prozent in Aktien gezahlt. Der Abschluss der Transaktion ist für Anfang 2026 vorgesehen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

XConn entwickelt Switching-Silizium für PCI Express und Compute Express Link. Diese Technologien gewinnen in Rechenzentren an Bedeutung, da KI-Workloads zunehmend über einzelne Racks hinaus skaliert werden und eine engere Kopplung von Beschleunigern, Prozessoren und Speicher erfordern.

Schwerpunkt Networking in KI-Systemen

Mit der Übernahme erweitert Marvell sein bestehendes Switching-Portfolio um PCIe- und CXL-Produkte von XConn. Gleichzeitig wechselt ein Entwicklerteam mit Erfahrung im Design hochperformanter Switch-Architekturen zu Marvell. Der Schwerpunkt liegt auf Scale-up-Netzwerken innerhalb von KI-Systemen.

Ein technischer Bezugspunkt ist dabei UALink, ein offener Industriestandard für die Verbindung mehrerer Beschleuniger innerhalb eines Systems. UALink baut auf dem PCIe-Ökosystem auf und zielt auf hohe Bandbreite bei geringer Latenz, um verteilte Rechenressourcen effizient zu koppeln.

PCIe-Switches sind seit Langem Bestandteil klassischer Serverarchitekturen. In KI-Systemen übernehmen sie zunehmend die Rolle einer internen Fabric, etwa zur Anbindung mehrerer GPUs oder spezialisierter Beschleuniger. Parallel dazu gewinnt CXL an Relevanz, insbesondere für Speichererweiterung und -entkopplung.

XConn gibt an, mit mehr als 20 Kunden zusammenzuarbeiten. PCIe-5- und CXL-2.0-Switches befinden sich bereits in der Serienfertigung, während PCIe-6- und CXL-3.1-Bausteine derzeit bei Kunden evaluiert werden. Diese Roadmap ergänzt Marvells bestehende Aktivitäten im Bereich Hochgeschwindigkeits-I/O.

Finanziell rechnet Marvell damit, dass die Produkte von XConn ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027 zum Umsatz beitragen. Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet das Unternehmen einen Umsatzbeitrag von rund 100 Millionen US-Dollar aus dem XConn-Portfolio.

Strategisch ordnet sich die Akquisition in Marvells Fokus auf Rechenzentrums- und KI-Infrastruktur ein. Der Markt für PCIe- und CXL-Switching gilt als wachsend, da Systemarchitekturen komplexer werden und klassische Punkt-zu-Punkt-Verbindungen an Grenzen stoßen.

Für Anwender aus der Elektronik- und Systemindustrie bedeutet der Zusammenschluss vor allem eine Konsolidierung von Know-how und Produktlinien. Ob und wie schnell daraus integrierte Lösungen entstehen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie zügig Marvell Technologie und Personal von XConn in seine Entwicklungs- und Fertigungsprozesse integriert.(sg)

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