Generative Fertigung Leiterplattendrucker erleichtert die Prototypenfertigung

Redakteur: Franz Graser

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter macht derzeit der Leiterplattendrucker Voltera V-One Furore. Das Tischgerät ist in der Lage, zweischichtige Leiterplatten zu drucken und Lotpaste aufzutragen.

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Das Design des Voltera V-One ist einfach, aber funkionell: Der Druckkopf hängt an einer Art Miniaturkran, der mit zwei Führungsschienen über die Arbeitsfläche gefahren wird.
Das Design des Voltera V-One ist einfach, aber funkionell: Der Druckkopf hängt an einer Art Miniaturkran, der mit zwei Führungsschienen über die Arbeitsfläche gefahren wird.
(Bild: Antony Bui/Voltera)

Wenn es nach den eingegangenen Spenden auf Kickstarter geht, dann ist der Leiterplattendrucker Voltera V-One bereits jetzt ein Erfolg. Bereits 35 Minuten nach dem Start der Public-Funding-Aktion erreichte das Entwicklerteam aus Waterloo in der kanadischen Provinz Ontario das selbstgesteckte Spendenziel von 70.000 US-Dollar. Mittlerweile hat das Projekt die 200.000-Dollar-Marke geknackt.

Das Gerät zielt auf eine breite Anwendergruppe: Elektronikbastler sollen sich genauso angesprochen fühlen wie Ingenieure, die im eigenen Labor Prototypen für Baugruppen entwickeln.

Äußerlich präsentiert sich der Drucker unkompliziert. Das Tischgerät verfügt nur über einen Knopf, der Druckkopf hängt an einer Art Miniaturkran, der an zwei einer Führungsschienen über den Arbeitstisch gefahren wird. Der Druckkopf kann auf diese Weise jeden Punkt auf der Arbeitsfläche erreichen.

Das Geheimnis: Der Druckkopf kann je nach Anwendung sehr flexibel eingesetzt werden. Wenn er Leiterbahnen und Pads drucken soll, ist er mit elektrisch leitfähiger Tinte gefüllt. Ist eine Schicht fertig, dann kann die Patrone gewechselt werden, um eine Schicht isolierender Tinte aufzutragen.

Somit ist es möglich, zweischichtige Leiterplatten herzustellen. Darüber hinaus ist der Drucker in der Lage, Lotpaste auf dem gedruckten Schaltungsträger zu verteilen. Die Bauteile müssen danach per Hand auf der Leiterplatte platziert werden. Spätere Gerätegenerationen sollen darüber hinaus das Reflow-Löten beherrschen.

Der Druckkopf des Printers kann gewechselt werden und dient dann als Lotpasten-Dispenser.
Der Druckkopf des Printers kann gewechselt werden und dient dann als Lotpasten-Dispenser.
(Bild: Antony Bui/Voltera)
Der Drucker wird mit einer Treibersoftware geliefert, die es erlaubt, Leiterplattenlayouts per Gerberdaten einzulesen. Eine Vorschaufunktion gestattet es den Benutzern, Korrekturen vorzunehmen, bevor das Layout in Druck geht.

Da die Arduino-Plattform in der angesprochenen Zielgruppe äußerst beliebt ist, soll jeder Drucker mit vorgefertigten Leiterplatten ausgeliefert werden, die als sogenannte Shield Boards den Arduino genutzt werden können. Damit ist es sehr einfach, Zusatzmodule herzustellen, die sich mit dem Arduino betreiben lassen.

Die Roadmap der Voltera-Entwickler sieht vor, dass die erste Generation der Leiterplattendrucker ab September an die Kunden geliefert werden soll. Eine etwas weiterentwickelte zweite Generation soll im Januar 2016 verfügbar sein.

Die erste Produktgeneration ist allerdings bereits komplett vergriffen, die zweite ist derzeit noch zum Preis von knapp 1500 US-Dollar auf der Kickstarter-Seite des Projekts bestellbar.

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