Strategie für Europas Halbleiterzukunft Irland verkündet „Silicon-Island“-Strategie zur Stärkung von Europas Analogindustrie

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Mit der Strategie „Silicon Island“ will Irland bis 2040 seine Halbleiterbranche massiv ausbauen. Der Fokus auf Analogtechnologien berge nach Ansicht der irischen Regierung Chancen für Engineering, F&E und Supply-Chain-Diversifikation in ganz Europa.

Mit „Silicon Island“ (Silizium-Insel) hat die irische Regierung ein Programm zur gezielten Förderung des Analog-Halbleiter-Ökosystems in Irland im Ramen des EU Chips Acts bis zum Jahr 2024 gestartet.(Bild:  KI-generiert)
Mit „Silicon Island“ (Silizium-Insel) hat die irische Regierung ein Programm zur gezielten Förderung des Analog-Halbleiter-Ökosystems in Irland im Ramen des EU Chips Acts bis zum Jahr 2024 gestartet.
(Bild: KI-generiert)

Irland will bis 2040 zu einem führenden Standort für Design, Fertigung und Forschung im Halbleiterbereich aufsteigen – insbesondere im Bereich analoger und gemischt-signalbasierter Technologien. Mit diesem Ziel hat das Land vergangene Woche offiziell seine Halbleiterindustrie-Kampagne „Silicon Island“ (Silizium-Insel) gestartet.

Die Strategie ist eng mit dem European Chips Act und der EU-Digitalstrategie verzahnt. Sie zielt darauf ab, Irlands bestehende Halbleiterbasis – aktuell über 130 Unternehmen und 20.000 Beschäftigte – gezielt auszubauen und durch gezielte Investitionen bis zu 34.500 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Strategie zum Aufbau von Fabs, F&E-Einrichtungen und Talenten

Kern der Pläne ist der Aufbau neuer Infrastruktur: Eine führende Fertigungslinie, zwei sogenannte trailing-edge Foundries sowie eine moderne Packaging-Fab sollen entstehen. Für die Analog- und Mixed-Signal-Industrie eröffnet das neue Produktionskapazitäten innerhalb Europas – mit Auswirkungen auf Lieferketten, Time-to-Market und technologische Unabhängigkeit.

Auch im Bereich Forschung und Entwicklung setzt Irland auf gezielte Impulse. Die Strategie unterstützt Projekte zur Weiterentwicklung analoger Prozesse, Testmethoden und Aufbau- und Verbindungstechnologien. Pilotlinien und öffentlich geförderte Innovationsnetzwerke sollen dabei als Beschleuniger dienen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Talentaufbau. Eine großangelegte Qualifikationsstudie soll sicherstellen, dass künftig genügend Fachkräfte für Analog-, Mixed-Signal- und Leistungselektronik zur Verfügung stehen – ein drängendes Thema für viele europäische Entwicklerteams.

Darüber hinaus stärkt „Silicon Island“ gezielt das Gründungsökosystem: Start-ups, Spin-offs und KMU erhalten Zugang zu Finanzierung, Kommerzialisierungshilfen und Infrastrukturen, etwa über die neue Industrieplattform „Semiconductor Advisory Council“, die Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik zusammenbringt.

Irland sieht seine Halbleiter-Strategie nicht ausschließlich als ein nationales Wirtschaftsprogramm. Vielmehr sei sie Teil eines geopolitischen Ziels: Europas Souveränität in kritischen Schlüsseltechnologien zu stärken – insbesondere dort, wo analoger Schaltungsentwurf, Leistungshalbleiter oder HF-Technik bislang stark von außereuropäischen Fertigungslinien abhängig sind.

Für Entwicklungsabteilungen in der Elektronikindustrie bedeutet das: neue Kooperationspotenziale, kürzere Lieferketten und ein wachsendes Innovationsumfeld – direkt in der EU. Irland positioniert sich damit nicht nur als Produktionsstandort, sondern als Drehscheibe für analoge Halbleiter-Innovationen.

Die Umsetzung der Strategie ist bereits angelaufen. Erste Projekte mit EU-Förderung, wie Pilotlinien unter Beteiligung des Tyndall National Institute, sind in Arbeit. Entscheidend wird sein, ob Irland die Dynamik aufrechterhalten und gleichzeitig europäische Partner in die Umsetzung einbinden kann. Die Weichen sind gestellt.(sg)

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