Mit der Hightech Agenda stellt die Bundesregierung die Forschungs- und Technologiepolitik neu auf. Das Ziel: mehr Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Investitionen in Schlüsseltechnologien wie KI, Mikroelektronik und Quanten. Forschungs- und Industrieverbände begrüßen das Vorgehen.
Förderung des Entwicklungs- und Innovationsstandorts Deutschland: Im Mittelpunkt der Hightech Agenda stehen sechs Schlüsseltechnologien: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität.
(Bild: IMAGO/Bihlmayerfotografie)
Die deutsche Bundesregierung hat vergangene Woche offiziell den Start der Hightech Agenda Deutschland verkündet. Mit dem Programm will die Bundesregierung ihre Forschungs- und Technologiepolitik neu ausrichten. Ziel der Initiative ist, Deutschlands Innovationskraft zu stärken und durch gezielte Investitionen in sechs Schlüsseltechnologien internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Souveränität zurückzugewinnen.
„Mit dem heutigen Beschluss der Hightech Agenda Deutschland hat die Bundesregierung den Startschuss gegeben für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Souveränität durch Forschung und Technologie,“ heißt es anlässlich des Beschluss in einer Pressemitteilung von Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Wir werden verstärkt in Zukunftstechnologien investieren, bessere Rahmenbedingungen und Anreize schaffen, um schneller von der Forschung in die Anwendung zu kommen. Wir wollen von der Forschungsspitze wieder an die Wettbewerbsspitze. Mir ist wichtig, dass die Menschen in Deutschland wieder spüren, dass Technologien zu Wohlstand führen, unser Leben erleichtern und Abhängigkeiten reduzieren. Wir starten daher als Bund direkt in die Umsetzung. Letztlich wird die Hightech Agenda Deutschland allerdings nur gemeinsam ein Erfolg. Daher richtet sie sich auch an die Partner des Bundes aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sowie in den Ländern und der EU.“
Im Fokus stehen dabei Schlüsseltechnologien , die die Weichen für die Zukunft stellen sollen: künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, klimaneutrale Energie und Mobilität sowie die Fusionsforschung. Flankiert wird die Agenda durch ambitionierte Flaggschiff-Initiativen mit klaren Zeitplänen und messbaren Zielen. Mit dieser Initiative will die Bundesregierung nicht nur technologische Kapazitäten ausbauen, sondern auch Abhängigkeiten reduzieren und den Transfer von Forschung in die Anwendung beschleunigen. Entscheidend für den Erfolg ist die breite Mitwirkung aller relevanten Akteure.
Die Umsetzung erfolge in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Ländern und der EU. Erste Förderprogramme, etwa für KI-Modelle der nächsten Generation oder einen Forschungssatelliten für Quantenkommunikation, sollen noch 2025 starten.
Stärkung des Mittelstands als Schlüssel zur Technologieführerschaft
Die Entwicklung wird von deutschen Industrie- und Forschungsverbänden positiv aufgenommen und begrüßt. „Mit der Hightech Agenda Deutschland stellt die Bundesregierung die richtigen Weichen, um Deutschlands Innovationskraft und Souveränität in einem globalen Technologiewettbewerb zu stärken. Ausdrücklich begrüße ich, dass dabei dem Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft eine besondere Rolle zukommt,“ sagt Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Wir haben nicht die Ressourcen, überall Weltspitze zu sein, daher ist es genau richtig, dass die Agenda den Ausbau von Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Mikroelektronik oder Biotechnologie fördert und sicherstellt, dass diese auch im Mittelstand ankommen – durch Transferprojekte, Reallabore, Public-Private-Partnerships und den Ausbau von Rechenkapazitäten und Datenökosystemen. Das ist ein zentraler Schritt, um technologische Souveränität aufzubauen, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren und international wettbewerbsfähig zu bleiben."
Prof. Constantin Häfner, Vorstand für Forschung und Transfer der Fraunhofer-Gesellschaft, ergänzt: „Die Hightech Agenda Deutschland stellt mit ihren ›Moonshot‹-Themen die Weichen für unsere Zukunft. Sie ist der Aufruf, Forschung von heute zur Wertschöpfung von morgen zu machen. Die konsequente Ausrichtung auf strategische Schlüsseltechnologien und unsere ›Moonshot‹-Themen – von der Künstlichen Intelligenz als Game Changer über zukunftsweisende Energielösungen bis zu bahnbrechenden Fortschritten in den Digital- und Lebenswissenschaften – ist absolut entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität.
Halbleiterstrategie mit internationaler Perspektive
„Wir begrüßen, dass zentrale Technologien wie die Mikroelektronik explizit als Träger von Wertschöpfung, Resilienz und digitaler Souveränität benannt werden. Sowohl der vorgesehene Aufbau von Kapazitäten im Chipdesign als auch die geplante Förderung von Advanced Packaging und Lab-to-Fab-Infrastrukturen adressieren relevante Handlungsfelder entlang der Halbleiterwertschöpfungskette. Auch das Ziel, zentrale Zukunftstechnologien gezielt zu koordinieren und Fortschritte transparent nachzuvollziehen, ist sinnvoll und wichtig," sagt auch Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony.
Ein besonders gutes Beispiel, welchen wirtschaftlichen und Forschungs-Nutzen die High Tech Agenda Deutschland entwickeln könnte, sei die geplante europäische AI-Gigafactory. „Solche Projekte können helfen, den steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung in Europa besser zu bündeln, gemeinsame Standards zu etablieren und die Zusammenarbeit mit internationalen Technologieanbietern stabil weiterzuentwickeln. Die Beschaffung leistungsfähiger US-Chips bleibt dabei von zentraler Bedeutung," sagt Bösenberg. Gleichzeitig eröffne der Aufbau eines europäischen KI-Ökosystems konkrete Perspektiven für Halbleiterlösungen aus deutscher und europäischer Produktion.
Stand: 08.12.2025
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Forderung nach förderpolitischer Synchronisation und Bürokratieabbau
Sarah Bäumchen, ZVEI-Geschäftsführerin, sagt zur High Tech Agenda der Bundesregierung: „Die neue Hightech-Agenda ist ein klares Bekenntnis zu einer technologiegetriebenen Standortpolitik und setzt damit ein dringend notwendiges Signal, die Technologien von Morgen stärker ins Rampenlicht zu stellen und zu fördern. Sie erkennt damit das hohe Wertschöpfungspotenzial von Wachstumsmärkten wie industrieller KI, Mikroelektronik oder intelligenter Energietechnik an und denkt dabei Innovationen endlich gesamtheitlich: von der Forschung, über die Entwicklung bis hin zur industriellen Skalierung."
Gleichzeitig richtet sie einige mahnende Worte an die Initiatoren: „die Umsetzung der Hightech-Agenda um die Einführung einer steuerlichen Normungsförderung analog zur Forschungszulage synchronisiert werden. Sie ist ein wirkungsvoller Hebel, um neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen und international zu skalieren. So können wir weiterhin – auch international – Standards setzen. Denn wer Standards setzt, gewinnt Märkte".Außerdem gelte es, den regulatorischen Rahmen weiter zu entschlacken und Ressourcen gezielt einzusetzen. Denn gerade mittelständische Unternehmen hätten immer mehr mit widersprüchlichen und überlappenden Vorgaben in zukunftsweisenden Technologiefeldern zu kämpfen, etwa beim AI Act oder der Medical Device Regulation.
Fokus statt Gießkanne: Kurswechsel in der Förderpolitik
„Die neue Hightech-Agenda markiert eine Abkehr vom über Jahrzehnte praktizierten Gießkannenprinzip, womit von der Bundesregierung jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge breit über die Forschungsinstitute und Unternehmen hinweg verteilt wurden," erklärt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Künftig würden die Mittel dort konzentriert, wo Deutschland besonders große Chancen, aber auch einen besonders großen Bedarf habe. Zu diesen Feldern zählt Wintergerst vor allem Künstliche Intelligenz, Quantum Computing und Mikroelektronik.
„Jetzt ist zweierlei wichtig: Die Bundesregierung muss auf Kurs bleiben und darf diesen guten Ansatz im weiteren Prozess nicht zerreden lassen. Und sie muss die Verfahren der Projektförderung agiler gestalten. Technologien wie KI entwickeln sich so rasend schnell weiter, dass die traditionell trägen Ansätze der Projektförderung nicht Schritt halten können, rät Wintergerst." Es muss in den laufenden Förderprojekten leichter möglich sein, Anpassungen vorzunehmen und so den zwischenzeitlichen Fortschritt der technologischen Entwicklung umfassend zu berücksichtigen. Ziel muss sein, Deutschland zu einem digital souveränen Land zu machen. Dazu müssen wir nicht alles selbst machen und jedwede Schlüsseltechnologie in Deutschland im Detail beherrschen. Was wir brauchen, sind weltweit einzigartige Fähigkeiten in ausgewählten Technologiefeldern, so dass wir in der sich verändernden geopolitischen Situation adäquat reagieren können, wenn wir von unseren Wettbewerbern oder auch unseren Partnern unter Druck gesetzt werden." Hierfür mache die Hightech-Agenda für Deutschland einen sehr guten Aufschlag. (sg)