Nach monatelangem Tauziehen hat die scheidende US-Regierung unter Präsident Joe Biden dem angeschlagenen Prozessorhersteller Intel insgesamt 7,865 Mrd. US-$ aus dem Förderungsprogramm US CHIPS Act fest zugesagt. Intel hatte sich 8,5 Mrd. US-$ erhofft, hängt aber weiter hinter versprochenen Meilensteinen zurück.
Baustelle von Intels geplanter Chip-Fertigungsstätte im US-Bundesstaat Ohio. Intel erhält knapp 750.000 US-$ weniger aus dem Fördertopf des US CHIPS Act als geplant – was auch an zurückliegenden Zeitplänen bei den Bauvorhaben liegen dürfte.
(Bild: Intel)
Am Ende sind es doch nicht die erhofften 8,5 Mrd. US-$ geworden: Wie das US-Handelsministerium am Dienstag, dem 26. November, bestätigt hat, wurden Intel nun im Rahmen des U.S. CHIPS and Science Act gesichert 7,865 Mrd. US-$ zuerkannt. Die erste Charge in Höhe von wenigstens 1 Mrd. US-$ solle demnach noch im Dezember diesen Jahres fließen.
Intel erfreut über „parteiübergreifende Unterstützung“
Diese finanziellen Mittel sollen für die geplanten Packaging- und Chip-Fertigungsanlagen in Oregon, Ohio, New Mexico und Arizona fließen, die Intel insgesamt etwa 90 Mrd. US-$ kosten. „Das bedeutet, dass zum ersten Mal seit langer Zeit Chips mit amerikanischem Design von amerikanischen Arbeitern in den Vereinigten Staaten von einem amerikanischen Unternehmen hergestellt und verpackt werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters die noch amtierende US-Handelsministerin Gina Raimondo.
„Die starke parteiübergreifende Unterstützung für die Wiederherstellung der amerikanischen Technologie- und Produktionsführerschaft treibt historische Investitionen voran, die für das langfristige Wirtschaftswachstum und die nationale Sicherheit des Landes von entscheidender Bedeutung sind“, sagte Intel CEO Pat Gelsinger in einer Pressemitteilung des Unternehmens und verwies dabei auch explizit auf Intels geplante Fertigungsanlage im 18A-Prozess, die planmäßig nächstes Jahr die Produktion aufnehmen soll. „Intel ist fest entschlossen, diese gemeinsamen Prioritäten voranzutreiben, während wir unsere Aktivitäten in den USA in den nächsten Jahren weiter ausbauen.“
Im März wurde aus Regierungskreisen noch verlautbart, dass Intel einen Zuschuss von „bis zu“ 8,5 Milliarden Dollar könne – eine Summe, die erst im September diesen Jahres noch einmal bekräftigt worden war. Doch in den vergangenen Tagen hatten einzelne Medienberichte bereits die Vermutung geäußert, dass die endgültige Summe letztlich nicht ganz so hoch ausfallen könne wie zunächst veranschlagt. Als Grund hierfür wurde unter anderem angeführt, dass Intel mit seinen Produktions- und Bauvorhaben in New Mexico und Ohio merklich hinter dem ursprünglich veranschlagten Zeitplan zurückhänge.
Die Fördermittel scheinen darüber hinaus noch mit wenigstens einer konkreten Bedingung verknüpft zu sein: Intel hat angegeben, dass die Subventionsvereinbarung die Möglichkeit des Unternehmens einschränkt, Anteile an seinem Chipfertigungsgeschäft zu verkaufen, sollte diese unabhängig werden. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage Intels steht die Möglichkeit im Raum, das als eigene Geschäftseinheit laufende Foundry-Geschäft in ein eigenes Tochterunternehmen auszugründen.
Dennoch ist Subvention in Höhe von 7,86 Mrd. US-$ die aus dem 2022 von US-Präsident Joe Biden verabschiedeten Fördertopf für die inländische Halbleiterproduktion fest zugesprochen wurde. Der sogenannte US CHIPS and Science Act wurde mit einer Höhe von 52,7 Mrd. US-$ angesetzt, wovon 39 Mrd. US-$ für die einheimische Chipindustrie und 11 Mrd. US-$ für Forschungsvorhaben ausgeschrieben wurden.
Ein namentlich nicht genannter Regierungssprecher versicherte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Reduzierung des Förderbeitrags nicht mit Intels verfehlten Meilensteinen in den Bauvorhaben zusammenhänge. Vielmehr habe der Umstand Berücksichtigung gefunden, dass Intel im September bereits einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium im Rahmen des Programms Secure Enclave in Höhe von 3 Mrd. US-$ abgeschlossen hatte.
Weitere Fördermittel sollen noch vor Ende der Biden-Regierung fließen
Von dem von Regierungskreisen ausgehenden Versprechen, sich bis zu 20 Mrd. US-$ zu leihen, wolle Intel aber keinen Gebrauch machen, heißt es aus dem Unternehmen. Die Kreditbedingungen „waren für die Aktionäre von Intel weniger günstig als erwartet und entsprachen nicht den langfristigen Wachstums- und Marktinteressen von Intel“. Das Unternehmen sagte, es freue sich darauf, mit der neuen Regierung über die künftige Nutzung der Kreditkonditionen zu verhandeln. In Januar 2025 wird der republikanische Präsident Donald Trump die bisher von Joe Biden und Kamela Harris geführte demokratische US-Regierung ablösen. Was Intel dagegen in Anspruch nehmen möchte sind die zugesicherten Steuerabschreibungen von bis zu 25% auf die laut Intel 100 Mrd. US-$ schweren Investitionen, die bislang in den Ausbau der Standorte in den USA geflossen sind.
Stand: 08.12.2025
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Seit dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen Anfang November 2024 ist die scheidende US-Regierung unter Noch-Präsident Joe Biden bemüht, versprochene Vorhaben im Rahmen des US CHIPS and Science Acts noch vor dem Ende der Legislaturperiode umzusetzen. Erst vergangene Woche wurden Foundry-Anbieter TSMC 6,6 Mrd. US-$ für den Ausbau einer hochmodernen Halbleiter-Fab im US-Bundesstaat Arizona zugesprochen. Hinzu kommen weitere 5 Mrd. US-$ in Darlehen und Steuervergünstigungen. Laut Reuters habe US-Handelsministerin Raimondo versprochen, dass in den nächsten Wochen noch weitere Zusagen erteilt würden. Ob der CHIPS & Science Act unter der kommenden US-Regierung fortgesetzt wird ist noch unklar. Im Wahlkampf hatte der kommende Präsident Donald Trump auf Veranstaltungen öffentlich damit kokettiert, das Programm einzustellen.(sg)