Normung bei LCDs Inhalt und Trends bei Display-Normen

Autor / Redakteur: Jürgen Laur* / EP

Besonderheiten der verschiedenen Flachdisplaytechnologien wie Blickwinkel- und Temperaturabhängigkeiten, Reflexionsverhalten oder Farbverschiebungen müssen bei der Auswahl von Displays entsprechend der jeweiligen Anwendungsanforderung bedacht werden. Eine Reihe von Normen und Empfehlungen legen Qualitätsstandards, Vorgaben für die Evaluierung und ergonomische Anforderungen für Flachdisplays fest.

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Das bekannteste Gütezeichen auf LCDs ist vielleicht das Zertifikat der schwedischen Gewerkschaft TCO, weil es praktisch auf jedem Computermonitor klebt. Dieses Prüfsiegel für Emission, Energieverbrauch und Ergonomiestandards stammt noch aus CRT-Zeiten. In der Fassung TCO-03 sind aber auch einige Aspekte der LCD-Technik berücksichtigt.

Es geht in dieser Norm vor allem um eine gleichmäßige Darstellung von Dokumenten im Bürobetrieb. Gefordert wird eine homogene Displayhinterleuchtung und die farbneutrale Darstellung von Grautönen, auch Farbtemperatur des Bildschirms und die Werte der Primärfarben sind ein Thema. Die Anforderungen der TCO-03 zu erfüllen ist für moderne TFTs allerdings unproblematisch.

Wichtiger ist im Bereich der Büroanwendungen die ISO 13406-2. Diese Norm soll die Ergonomie von Büroarbeitsplätzen mit TFT-Displays garantieren und ihre Einhaltung wird von den Berufsgenossenschaften gefordert. Die ISO 13406-2 ist vielen nur als „Pixelfehler-Norm“ bekannt, da sich von ihr die Güteklassen bei Monitoren herleiten. Aus produktionstechnischen Gegebenheiten sind Pixelfehler in TFT-Panels grundsätzlich nicht zu vermeiden.

Hersteller sind zu Angaben über Pixelfehler verpflichtet

Hersteller sind aber verpflichtet, Angaben über dauerhaft leuchtende, dunkle oder flackernde Pixel und Subpixel (rot, grün, blau) zu machen. Es gibt vier Pixelfehlerklassen: Bei der höchsten dürfen keine Fehler bestehen, bei der niedrigsten muss der Käufer bis zu 50 dauerhaft weiße, 150 schwarze und 500 defekte Subpixel akzeptieren. Welcher Wert hier allerdings aus ergonomischer Sicht sinnvoll wäre, wird in der Norm nicht festgelegt.

Die Qualitätskriterien für TFTs im Büroeinsatz umfassen unter anderem blickrichtungsabhängige Kontrastverhältnisse, Streueigenschaften des Displays und Homogenität der Hinterleuchtung. Der Blickwinkel ist als der Raum definiert, über den ein Schwarz-Weiß-Kontrast von mindestens 3:1 messbar ist. Diese Angabe gibt ergonomisch nur einen Sinn, solange lediglich schwarz-weiße Dokumente am Bildschirm betrachtet werden. Der Arbeit mit digitalen Fotos oder Filmen trägt die Norm noch keine Rechnung. Dazu müsste der Blickwinkel auch bezogen auf die, für die korrekte Farbdarstellung wesentlichen Kontraste zwischen den Graustufen bestimmt werden. Zumindest bezogen auf diesen Aspekt hinkt die Norm der Realität der Anwendungen derzeit hinterher, Erweiterungen sind aber in der Diskussion.

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