Normung bei LCDs

Inhalt und Trends bei Display-Normen

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Normen bieten Sicherheit im Kfz-Innenraum

Ein großer Einsatzbereich für LCDs ist das Auto. Die ergonomischen Anforderungen für Automotive-Anwendungen sind umfassend in der internationalen ISO 15008 standardisiert, einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Kfz-Industrie. Anzeigesysteme in Kraftfahrzeugen müssen schnell und sicher ablesbar sein, dürfen aber nicht so auffällig sein, dass sie vom Verkehr ablenken. Die Ergonomie von Displays und anderen leuchtenden Anzeigen im Cockpit wird von verschiedenen Faktoren bestimmt.

Die Norm baut auf einer Reihe von ISO-Normen und Veröffentlichungen der CIE (Commission Internationale de l‘Eclairance) auf, z.B. ISO 2575 „Road vehicles – Symbols for controls, indicators and tell-tales“ und ISO 4513 „Visibility – Method for establishment of eye-ellypses for driver‘s eye location“. Die ISO 15008 spezifiziert nicht nur die Eigenschaften von Displaysystemen, sondern beschreibt auch Messmethoden, um Module und Baugruppen auf ihre Eignung hin zu untersuchen. Dabei geht es unter anderem darum, wie sich fahrzeugtypische Lichtverhältnisse und die Position des Fahrers zu den Displayelementen in Messszenarien übersetzen lassen.

Darstellungsqualität unter verschiedenen Beleuchtungsbedingungen

Ein wichtiges Kriterium beim Einsatz von LCDs in Armaturen und Informationsdisplays ist die Darstellungsqualität unter verschiedenen Beleuchtungsbedingungen. ISO 15008 definiert hier drei Zustände: Nacht wird, bezogen auf die Displayvermes-sung, definiert als eine maximale Umgebungsbeleuchtung von 2 lx. Tageslicht bei bedecktem Himmel wird im Labor mit diffuser Beleuchtung des Mess-objektes mit 3000 lx simuliert. Damit Displays auch im prallen Sonnenlicht noch ablesbar sind, ist als drittes Messszenario die Beleuchtung des Messflecks mit über 45 000 lx vorgeschrieben.

In einem eigenen Kapitel über Messmethoden werden Beispiele beschrieben, wie diese Simulationen durchgeführt werden können. Für die drei Beleuchtungszustände sind folgende Mindestkontraste zwischen Symbol und Hintergrund empfohlen: 5:1 unter nächtlichen Bedingungen, 3:1 bei Tageslicht und 2:1 bei direkter Sonneneinstrahlung. Dabei ist es keine Lösung, die Leuchtkraft eines Displays beliebig hochzuschrauben, da zu starke Kontraste blenden und irritieren. Die Norm gibt daher auch Empfehlungen zur Hellig-keitsbalance, das heißt zum Kontrast zwischen aktiven Segmenten des Displays und dessen Umgebung. Unter Tageslichtbedingungen sollte hier der Wert 10:1 nicht überschritten werden.

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