Arbeitsmarkt

Ingenieurmangel – nur ein Sommermärchen?

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Allerdings, so VDI-Sprecher Dadamo, sei der Bedarf nicht mehr so gravierend wie zum Beispiel noch um die Jahrtausendwende. Deswegen sei die eigentlich zu erwartende Explosion der Gehälter bei den Elektroingenieuren ausgeblieben. Besonders gesucht seien derzeit dagegen Bauingenieure, und hier würden die Firmen auch tatsächlich mit hohen Gehältern versuchen, Fachleute zu bekommen.

„Besserer Arbeitsmarkt für ältere Ingenieure“

Auch der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) spricht im Bereich der E-Ingenieure von „Vollbeschäftigung“. Michael Schanz, Arbeitsmarktexperte des VDE, schätzt die Zahl der arbeitslosen Elektrotechnik-Ingenieure auf 3300. Dem stünden 381.000 beschäftigte E-Ingenieure gegenüber.

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Die aktuelle Arbeitsmarktstudie des VDE fußt auf mehreren Quellen: Einerseits auf Zahlen des IW sowie andererseits auf dem Mikrozensus 2013 sowie auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit. Demnach ist die Erwerbstätigenquote für E-Ingenieure durchgängig durch alle Altersklassen sehr hoch: Berufsanfänger kamen im Jahr 2013 schneller in Jobs als noch 2005, und auch die Alterskohorte der 59- bis 61-Jährigen erzielen eine Erwerbstätigenquote von 80 Prozent; 2005 lag sie noch bei 60 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist also gegenüber der älteren Generation deutlich besser beziehungsweise fairer geworden“, freut sich VDE-Arbeitsmarktexperte Schanz: „Trotzdem gibt es Fälle, in denen E-Ingenieure keine Anstellung finden. Dies kann daran liegen, dass sie sich im Laufe des Berufslebens nur mit einer bestimmten Technik beschäftigt haben, welche irgendwann abgelöst wurde. Unternehmen und E-Ingenieure sollten also darauf achten, im Laufe der Karriere vielfältige Aufgaben wahrzunehmen und sich rechtzeitig um das Thema Weiterbildung zu kümmern“, schließt Schanz.

Wenn aber die Elektroingenieure ein so knappes Gut sind, warum bleibt dann die erwartbare Gehälterexplosion aus? Der VDE-Arbeitsmarktexperte gibt zu Protokoll, dass der Bedarf schon seit einigen Jahren durch Elektroingenieure aus dem Ausland gedeckt werde: „Die Gehälter von E-Ingenieuren steigen zwar überproportional im Vergleich zu anderen Berufen, sie explodieren aber nicht. Da die sogenannte Lücke eben durch ausländische E-Ingenieure geschlossen oder teilweise geschlossen ist.“

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