Gerade hat der deutsche Chipkonzern Infineon das Startup Industrial Analytics gekauft und damit sein Angebot im Bereich KI-gestützter Analyse von Maschinen und Industrieanlagen gestärkt. Nun lässt Firmenchef Jochen Hanebeck durchblicken: Weitere Unternehmenszukäufe sind geplant. Gleichzeitig schaut er mit Sorge Richtung Taiwan.
Die durch den Zukauf von Industrial Analytics gewonnnen Kenntnisse für „ prescriptive maintenance" sind durchaus auch für die Maschinen in Infineons eigenen Fabriken interessant – etwa für diesen Loading-Roboter in der Dresdner Fab.
(Bild: Infineon Technologies)
Vor fünf Tagen hat Infineon Technologies (Infineon) seinen Einstieg beim Berliner Startup Industrial Analytics bekanntgegeben. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ hat Infineon-Chef Jochen Hanebeck, der im Mai Reinhard Ploss als CEO des Erfolgsunternehmens abgelöst hat, nun einen Ausblick auf die Zukunft seines Unternehmens gegeben. Demnach will der Neubiberger Konzern weiter zukaufen – wobei Hanebeck durchaus Milliardenbeträge in die Hand nehmen will.
Auch bei zukünftigen Zukäufen will Hanebeck nicht kleckern: „Aus heutiger Sicht peile ich durchaus Übernahmen an, in kleinerer oder mittlerer Größenordnung, was sich dann durchaus auch im Milliardenbereich abspielen könnte“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Neue große Standorte seien indes nicht geplant. „Ich bin ein großer Anhänger von Skaleneffekten, deshalb lautet unsere Strategie: Wir wollen unsere drei großen bestehenden Standorte für die Wafer-Produktion noch größer machen und diese ausbauen“, sagte der Manager.
Mit der jüngsten Übernahme von Industrial Analytics will Infineon sein Software- und Servicegeschäft im Bereich der Anwendung von Künstlicher Intelligenz zur vorausschauenden Analyse von Maschinen und Industrieanlagen stärken – was kürzer als „Industrial Analytics“ beschrieben wird und etwa Grundlage für Anwendungen wie intelligente vorausschauende Wartung ist. Dazu übernimmt Infineon 100 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Über die Höhe des Investments schweigen beide Firmen.
Industrial Analytics entwickelt Lösungen auf der Basis von Künstlicher Intelligenz, um zum Beispiel Anlagen zu überwachen und kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. So werden beispielsweise Schwingungen analysiert und ausgewertet. Die KI-Lösungen von Industrial Analytics werten dabei nicht nur Daten für die vorausschauende Wartung von Anlagen (predictive maintenance) aus, sondern geben auch Handlungsempfehlungen (prescriptive maintenance).
Industrial Analytics habe „herausragende Kompetenzen“ in diesem Bereich, sagt Peter Wawer, Präsident der Infineon-Division Industrial Power Control in einer Mitteilung. „Gemeinsam wollen wir das Geschäft von Industrial Analytics weiter ausbauen und bieten den Industriekunden von Infineon künftig neue KI-Lösungen, die unser Halbleiterportfolio ergänzen.“
Anja Vedder, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Industrial Analytics, hofft, mit Infineon finanzstarkem Partner den eigenen Wachstumskurs der vergangenen Jahre beschleunigen zu können. Ausschlaggebend sei zudem, dass man auch Zugang zum Systemwissen von Infineon als einem führenden Halbleiterunternehmen erhalte. „Davon werden wir enorm profitieren“, ist Vedder überzeugt.
Nächste Verknappung bei Leistungshalbleitern steht schon vor der Tür
Über den schwierigen Zustand der Halbleiterindustrie macht sich Hanebeck keine Illusionen: Ein schnelles Ende der Halbleiterkrise ist seiner Meinungs nach nicht in Sicht. „Engpässe bei Halbleitern, die wir von Auftragsfertigern beziehen, etwa im Bereich der Mikrocontroller und der Konnektivität, werden wir noch bis ins kommende Jahr sehen“, sagt der Infineon-Chef. Wenn er etwas weiter in die Zukunft schaue, dann sei es sogar „sehr wahrscheinlich, dass bald die nächste Verknappung bei Leistungshalbleitern um die Ecke kommt“.
Sorge macht dem Manager auch die Zuspitzung des Konfliktes um Taiwan. „Wir haben in den vergangenen Jahren während der Halbleiterkrise gemerkt, was es bedeutet, wenn die Hersteller in Taiwan nicht genügend Chips liefern können. Wenn aus Taiwan aber gar keine Chips mehr kommen würden, hätte das tiefgreifende Auswirkungen auf alle Wirtschaftsbereiche, und zwar weltweit“, ist Hanebeck überzeugt.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Europa sei von Halbleitern aus Taiwan noch abhängiger als von Energie aus Russland. Bei sehr ausgefeilten Halbleiterprodukten gebe es keine Möglichkeit, diese Fertigungen im nötigen Umfang in den nächsten fünf bis zehn Jahren an anderer Stelle zu ersetzen.